Oberbürgermeisterwahl Hanau

„Der Grüne unter den Schwarzen“: Hanauer CDU nominiert Jens Böhringer als Oberbürgermeister-Kandidaten

Freute sich über seine Nominierung: Jens Böhringer nahm die Ovationen seiner Parteifreunde in der Steinheimer Kulturhalle strahlend entgegen.
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Freute sich über seine Nominierung: Jens Böhringer nahm die Ovationen seiner Parteifreunde in der Steinheimer Kulturhalle strahlend entgegen.

Mut, Enthusiasmus, Engagement, Empathie, Stärke – es waren viele positive Eigenschaften, die da von den Rednern beim Nominierungsparteitag der Hanauer CDU ausgesprochen wurden. Und sie alle galten einem Mann: Jens Böhringer, 35 Jahre, Familienvater – und seit Mittwochabend nun auch ganz offiziell Oberbürgermeisterkandidat und der neue „Hoffnungsträger“ der Hanauer Christdemokraten auf den Wiedereinzug in den hauptamtlichen Magistrat nach langen 17 Jahren auf der Oppositionsbank.

Hanau - Am Ende eines in mancher Hinsicht ungewöhnlichen Parteitages unter Corona-Bedingungen in der Steinheimer Kulturhalle stand ein klares Ergebnis: Von den 47 anwesenden CDU-Mitgliedern unterstützten 43 die Oberbürgermeister-Kandidatur des Steinheimer Stadtverordneten Jens Böhringer. Drei stimmten gegen ihn, es gab eine Enthaltung.

Damit ist klar, dass der 35-jährige Vater von zwei kleinen Kindern, der im mittleren Management der Firma Heraeus arbeitet, bei der Oberbürgermeisterwahl am 14. März 2021 zum mutmaßlich schärfsten Herausforderer von Amtsinhaber Claus Kaminsky wird, der eine vierte Amtszeit anstrebt. Im Rennen um das OB-Amt gilt Kaminsky wohl als Favorit. Doch chancenlos sei er keineswegs, machte Jens Böhringer in seiner durchaus mutigen und selbstbewussten Bewerbungsrede deutlich.

CDU-Kandidat Böhringer spricht von einer starken Mannschaft

Böhringer, selbst begeisterter Fußballer, drückte es so aus: „Wenn ich das Feld betrete, steht es 0:0. An einem guten Tag, in einem einzigen Spiel, ist alles möglich. Da kann jeder jeden schlagen!“ Dazu brauche es aber auch eine starke Mannschaft. Und auf die baue er, bat der Steinheimer um die geschlossene Unterstützung der gesamten Hanauer CDU in einem Wahlkampf, der unter Pandemie-Bedingungen völlig anders sein werde als alle Wahlkämpfe zuvor. „Als OB-Kandidat kann ich mich auf keinen Festen zeigen. Häufig muss ich mein Gesicht verdecken. Größere Veranstaltungen sind nicht möglich.“ Umso mehr komme es auf jeden Einzelnen in der CDU an, Werbung für ihren Oberbürgermeister-Kandidaten zu machen.

Jens Böhringer: kickender OB-Kandidat.

Und dass man für diesen Kandidaten guten Gewissens Werbung machen könne, das unterstrichen zuvor Hanaus CDU-Vorsitzender Joachim Stamm, die CDU-Fraktionsvorsitzende Isabell Hemsley und die frühere Oberbürgermeisterin Margret Härtel, die sich für Jens Böhringer stark machten. Stamm lobte den 35-Jährigen als Mann, dem es gelingen werde, das Vertrauen der Menschen zu gewinnen. Jens Böhringer sei ein „großes Talent“, das den Mut habe, Herausforderungen anzunehmen und den politischen Willen, Verantwortung zu übernehmen. Böhringer habe in seiner bisherigen politischen Arbeit als Stadtverordneter, Steinheimer Ortsbeirat und Vorstandsmitglied der Hanauer CDU bewiesen, dass er in der Lage sei, unterschiedliche Meinung zusammenzuführen. Böhringer sei ein „Glücksfall für die Hanauer CDU“. Aus Sicht von Isabelle Hemsley ist die Kandidatur Böhringers „ein Angebot für die Zukunft unserer Stadt und der Aufbruch einer neuen Generation“. Dabei sei Böhringer so etwas wie „der Grüne unter den Schwarzen in Hanau“, dem Themen wie Nachhaltigkeit und Ökologie äußert wichtig seien.

Ex-OB Härtel lobte Böhringer und sprach Kaminsky ihre Solidarität aus

Ex-Oberbürgermeisterin Margret Härtel lobte Böhringer als einen Vertreter der jungen Generation, der auf die Menschen zugehe und Verantwortung übernehmen wolle. Und das in einer Zeit, in der politische Verantwortungsträger zunehmend Anfeindungen ausgesetzt seien. In diesem Zusammenhang sprach Härtel ihrem Amtsnachfolger Oberbürgermeister Claus Kaminsky (SPD), der in den sozialen Medien zuletzt übelst beleidigt und dem sogar Gewalt angedroht wurde, unter dem demonstrativen Beifall ihrer Parteifreunde ihre Solidarität aus.

Hoffentlich ein Vorgeschmack auf den Oberbürgermeister-Wahlkampf, den Jens Böhringer versprach: „Ich werde entschlossen und hart kämpfen, dabei aber stets fair bleiben. Einen unfairen Wahlkampf wird es mit mir nicht geben.“

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