Displays statt Kreidetafeln

So schreitet die Digitalisierung an den Hanauer Schulen voran

Tablets im Unterricht: Das gehört in Hanau noch nicht überall zum Alltag. ARCHIV
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Tablets im Unterricht: Das gehört in Hanau noch nicht überall zum Alltag. ARCHIV

Die Pandemie hat viele Defizite, die bereits vorher da waren, schonungslos offengelegt. Etwa was die Digitalisierung von Schulen anbetrifft. Angesichts von Homeschooling richtete sich der Fokus umso mehr darauf. Es geht um den Anschluss ans Glasfasernetz, um Software fürs Homeschooling, aber auch um Endgeräte wie Laptops oder iPads – und zukünftig um digitale Tafeln.

Hanau - Die Ludwig-Geißler-Schule war die erste in Hanau, die im Rahmen des Digitalpakts Schule ans Glasfasernetz angeschlossen wurde. Vor gut einem Jahr, kurz nach Beginn der Pandemie, gingen außerdem sechs Schulen mit der Software Microsoft 365 (M365) an den Start, die unter anderen Video- und Audiokonferenzen ermöglicht. Eilig wurde versucht, Boden gut zu machen. Denn die Digitalisierung an Hanaus Schulen hinke hinterher, schimpfte die CDU-Opposition.

Mittlerweile ist einiges passiert. Nach Auskunft der Stadt liegt seit vorigem Jahr an gut einem Dutzend Schulen eine schnelle Glasfaserleitung. Die weitere Installation indes steht noch nicht überall. „Wir sind auf einem guten Weg“, sagt Martin Göbler, Leiter der Hohen Landesschule mit 460 Gymnasiasten. Die Installation soll im Herbst erfolgen. An der Hohen Landesschule sei das WLAN-Netz bisher „noch nicht so gut ausgebaut.“ Auch in der Lindenauschule in Großauheim liegt zwar das leistungsstarke Glasfasernetz. Die Installation sei aber „noch in der Mache“, sagt Schuleiter Hermann Alig. „Das Schulgebäude wird komplett mit WLAN ausgeleuchtet.“

iPads sind im Einsatz

2020 bekamen 13 Schulen Glasfaseranschlüsse. Für dieses Jahr ist der Ausbau an fünf weiteren Schulen vorgesehen, darunter an der Anne-Frank-Schule sowie der Eppstein- und der Theodor-Heuss-Schule in Steinheim und der Friedrich-Ebert-Schule beziehungsweise der Eugen-Kaiser-Schuldependance in Klein-Auheim. Da nicht alle Schüler beziehungsweise Familien über Laptops verfügten, wurden auch für Hanau aus einem Sofortausstattungsprogramm von Bund und Ländern Laptops angeschafft. Rund 2000 wurde an die Schulen in Trägerschaft der Stadt verteilt.

Beispiel Lindenauschule: „Wir haben 128 sehr gute iPads bekommen“, sagt Schulleiter Alig. Die Geräte können von den Schülern ausgeliehen werden. An der Karl-Rehbein-Schule sind „180 neu angeschaffte iPads für alle Schülerinnen und Schüler zum Verleih zugänglich“, sagt der stellvertretenden Schulleiter Christian Leinweber. An der Hohen Landschule sind laut Schulleiter Göbler von den 70 Laptops, die es zum Ausleihen gibt, fast alle in Verwendung. Ausgeliehen wurden sie an Familien mit mehreren Kindern oder sozial Schwache. „Manchen haben wir auch einen Drucker besorgt“, so Göbler.

Digitale Tafeln sollen kommen

Die Geschwister-Scholl-Grundschule in Steinheim hat vom Schulträger Stadt Hanau 15 Tablets zur Ausleihe bekommen. „Die haben wir an sozial schwache Familien weitergegeben“, berichtet Schulleiterin Birgit Schwab. Mit der Software Microsoft 365, die für Homeschooling genutzt wird und über die zentral Daten zur Verfügung gestellt, Chat eingerichtet oder gemeinsame Notizbücher geführt werden können, sind bis auf die Gebeschusschule alle Hanauer Schulen ausgestattet. In der Hochzeit der Pandemie sei so zum Beispiel an der Hohen Landesschule und an der Karl-Rehbein-Schule über M365 und die Kommunikationsplattform Teams im Homeschooling „Unterricht nach Stundenplan abgehalten“ worden, so die städtische Pressestelle.

In der Zwischenzeit hätten die Schulen mehr als 1,4 Millionen Dateien über M 365 abgelegt und 2,6 Millionen Chat-Nachrichten abgesetzt, bilanziert die Stadt bereits vor einigen Wochen. Und: Seit gut einem Jahr sei das System über rund 12 000 Endgeräte genutzt worden – „dies bei 16500 Schülerinnen und Schülern sowie knapp 1400 Lehrkräften“. Damit habe man bisher mehr als 63,5 Prozent der Lehrer und Schüler mit dem Tool reichet.

Im Zuge der Digitalisierungsbemühungen wurden auch 1389 Endgerät für Lehrkräfte bestellt, heißt es. Und für die Anschaffung moderner digitaler Tafeln in den Klassen- und Fachräumen kooperiert die Stadt mit den Schulträgern Main-Kinzig-Kreis und Offenbach. Eine Rahmenvereinbarung wurde kürzlich unterzeichnet. Flächendeckend sollen 3000 digitale Tafeln (Displays) an den Schulen installiert werden. Auf Hanau entfallen 900, die bis Ende 2024 installiert werden sollen. Sie werden die bisherigen Tafeln ablösen. Die ersten Geräte will man in den Sommerferien installieren. Finanziert werden die Geräte über den Digitalpakt Schule und kommunalen Mittel.

Von Holger Hackendahl Und Christian Spindler

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