IGHA-Ausstellung würdigt Rainer Bange

Eine Hommage an den „Loriot Hessens“

+
Die ehemaligen HR-Redakteure Stefan Knorr und Frank Lehmann, Moderator Richard Schaffer-Hartmann, Schauspielfreund Erich Becker und Tochter Katrin Bange (v. l.) erinnerten in einer Gesprächsrunde an Leben und Werk des Kabarettisten Rainer Bange.

Hanau - Der Hanauer Kabarettist Rainer Bange wird am 18. November 90 Jahre alt. Von Dieter Kögel 

Die Interessengemeinschaft Hanauer Altstadt (IGHA) hat das bevorstehende Datum zum Anlass genommen, sein vielfältiges öffentliches Wirken – auch in seinem ehemaligen Hauptberuf als Architekt – in der IGHA- Ausstellungsreihe „. . . geprägt in Hanau“ im Kulturforum am Freiheitsplatz entsprechend zu würdigen.

Feiert am 18. November seinen 90. Geburtstag. Rainer Bange ließ es sich nicht nehmen, die IGHA-Ausstellung zu seinen Ehren selbst zu besuchen.

Drangvolle Enge herrschte am Samstagnachmittag im Kulturforum, als die Ausstellung unter anderem mit einer kleinen Gesprächsrunde mit Weggefährten Rainer Banges eröffnet wurde. „Mit dem Schalk im Nacken hat Rainer Bange uns viel Freude gebracht,“ erinnerte IGHA-Vorsitzender Werner Bayer, der Bange und die von ihm sprachlich ganz alleine interpretierten Geschichten der achtköpfigen Familie Kleinschmidt sehr oft musikalisch mit dem Roland Schneider Trio und später dem Mellow Tone Trio begleitet hat. An „wohl rund 500 Abenden“ stand man gemeinsam in Hallen und Sälen, aber auch auf großen Bühnen wie die der Alten Oper oder des Neuen Theaters in Höchst auf den Brettern, die nicht das Einzige waren, was den Kleinschmidts die Welt bedeutete. Denn auch im Bang’schen Keller wurde produziert, Sketche für den HR-Hörfunk. Denn was Bange kreiert hatte, war „etwas ganz Eigenes, etwas ganz Besonderes,“ erinnerte sich Frank Lehmann, ehemaliger Redakteur des Hessischen Rundfunks. Nur im HR-Fernsehen konnte er sich die Geschichten der Familie zunächst nicht so recht vorstellen. Aber HR-Redakteur Stefan Knorr glaubte daran. Und „er hatte natürlich sofort Erfolg.“ So wie auch auf der Bühne des Histo(e)rischen Theaters in Hanau, auf der Bange zusammen mit Erich Becker und später auch mit Tochter Katrin in verschiedensten Stücken auf der Bühne gestanden hat. Die kleine Bühne hatte „einen Riesenerfolg. Und Rainer war der Star darauf,“ erinnerte sich Erich Becker lächelnd.

Ob in selbst geschriebenen Stücken oder in eingekauften Drehbüchern, in denen Rainer Bange zuweilen auch seinem Talent zur Improvisation freien Lauf ließ. „Nicht immer eine ganz einfache Sache,“ so Becker. Aber spannend allemal.

Loriot: So trauerte seine Geburtsstadt

Spannend wie die Aufbereitung des alltäglichen Lebens in den Charakteren der Kleinschmidts. Banges jahrzehntelanger Umgang mit Kunden, mit Behörden, mit Bauherren sei ein unerschöpflicher Fundus gewesen, berichtete der ehemalige Hanauer Museumsleiter Richard Schaffer-Hartmann in seiner Laudatio auf Rainer Bange, den er den „Loriot Hessens“ nannte, der seinen Erstberuf 1985 wegen „schwerer Behördenallergie“ an den Nagel gehängt und sich dem Kabarett verschrieben habe. Der „große Alltagswitz,“ dem ihm Tochter Katrin öffentlich bescheinigte, der sei ihm immer geblieben. Rainer Bange, ein Künstler und Unterhalter, der „weit über Hanau hinaus nachhaltige Spuren hinterlassen hat,“ urteilte Stadtrat Heinz Münch.

Die Ausstellung im Forum dauert noch bis zum 17. November und kann während der Öffnungszeiten der Stadtbücherei besucht werden.

DAS KÖNNTE SIE AUCH INTERESSIEREN

Kommentare