Sanierung der historischen Anlage geplant

Bund gibt Viertelmillion Euro für Hanauer Bahnbetriebswerk

Ein Teil des Geländes des Bahnbetriebswerk mit dem dringend sanierungsbedürftigen Rechteckschuppen am oberen linken Rand des Bilds. ARCHIV
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Ein Teil des Geländes des Bahnbetriebswerk mit dem dringend sanierungsbedürftigen Rechteckschuppen am oberen linken Rand des Bilds. ARCHIV

Für die Sanierung des Historischen Bahnbetriebswerks erhält der Museumseisenbahnverein Hanau eine Förderung in Höhe von 248 000 Euro aus dem Denkmalschutzsonderprogramm des Bundes. Das hat der Haushaltsausschuss des Deutschen Bundestages gestern beschlossen, wie die beiden Bundestagsabgeordneten Dr. Katja Leikert (CDU) und Dr. Sascha Raabe (SPD) noch gestern in einer gemeinsamen Pressemitteilung erklärten.

Hanau - Bei einem Vor-Ort-Gespräch hatte sich Leikert Ende 2020 über die Situation informiert und anschließend ihre Unterstützung zugesagt. Das historisch wertvollste Gebäude auf dem Gelände ist der 1904 errichtete Rechteckschuppen, in dem Lokomotiven gewartet und repariert wurden. Leider nagt der Zahn der Zeit an dem Gemäuer; im Jahr 2006 ist das Dach des Rechteckschuppens eingestürzt. Seitdem ist das Mauerwerk schutzlos der Witterung ausgesetzt und droht zu verfallen. Auch mit Hilfe der Bundesförderung soll der Rechteckschuppen nun denkmalgerecht restauriert werden.

Nach dem Auszug der Deutschen Bahn ging das „Historische Bahnbetriebswerk Hanau“ im Jahr 2010 in das Eigentum des Vereins Museumseisenbahn Hanau und von zwei Stiftungen über. Bereits zuvor hatten die Vereinsmitglieder damit begonnen, mit großem Engagement umfangreiche Restaurierungsarbeiten an der Gebäudesubstanz und den Betriebsanlagen in Angriff zu nehmen. Insgesamt sind so durch freiwillige Eigenleistungen, eigenes erwirtschaftetes Kapital, Spenden und Fördermaßnahmen bisher etwa eine Million Euro investiert worden. Dennoch ist weitere finanzielle Unterstützung dringend erforderlich.

Raabe und Leikert berichten über Förderung

Im persönlichen Austausch mit der zuständigen Berichterstatterin der CDU/CSU-Bundestagsfraktion, Patricia Lips, hatte Leikert laut Mitteilung die kulturhistorische Bedeutung der Anlage hervorgehoben und für die Aufnahme des Projekts in das Förderprogramm des Bundes geworben. Auch ihr Wahlkreiskollege Raabe hatte sich in seiner Fraktion für das Vorhaben eingesetzt. Mit vereinten Kräften wurde die Förderung nun auf den Weg gebracht.

Das Bahnbetriebswerk Hanau wurde im Jahr 1904 errichtet und war ein bedeutender Stützpunkt zum Einsatz und Unterhalt von Dampflokomotiven. In seiner Blüte in den 50er Jahren waren etwa 800 Mitarbeiter hier beschäftigt und bis zu 189 Dampflokomotiven auf dem Gelände stationiert. Heute ist das Historische Bahnbetriebswerk Hanau ein wichtiger Teil der Hanauer Museumslandschaft und der Route der Industriekultur Rhein-Main. Auf dem Gelände befindet sich der umfangreiche Bestand an historischen Fahrzeugen und Einrichtungen des Vereins Museumseisenbahn Hanau, der interessierten Besucher gezeigt wird. Großer Beliebtheit erfreuen sich – außerhalb von Corona-Zeiten – die Sonderfahrten mit einer Dampflokomotive, die den Namen „Stadt Hanau“ trägt.

„Die Eisenbahnfreunde haben nicht nur viel Herzblut, sondern auch Zeit, Geld und technisches Know-How in den Erhalt der historischen Anlage gesteckt. Die Förderzusage des Bundes ist auch eine Würdigung dieses großen ehrenamtlichen Engagements“, so Leikert und Raabe laut Mitteilung. cd

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