"Gebaut wird bei uns eigentlich immer"

Hanauer Eisenbahnfreunde hoffen auf Zuwachs an ihrem neuen Standort im Radwerk

+
Bei den Eisenbahnfreunden gibt es noch jede Menge zu tun: In den nächsten Monaten wollen sie ihre vier Anlagen im Klein-Auheimer Radwerk ausbauen. Wer Interesse am Modellbau hat, ist eingeladen, dabei mitzumachen.

Der Verein der Hanauer Eisenbahnfreunde ist im Klein-Auheimer Radwerk angekommen.

Klein-Auheim – Am Sonntag wurden – wie kurz berichtet – die vier Räume in der noch jungen Kulturstätte am Main in der Gutenbergstraße 7 mit einem ersten Modellbahntag der Öffentlichkeit vorgestellt. Vier Modellanlagen verschiedener Spurgrößen befinden sich dort sozusagen noch im Rohbau – sie werden nach und nach ausgebaut.

Wer möchte, kann diesen Ausbau nicht nur beobachten, sondern auch aktiv dabei mitmachen, meint Vereinsvorsitzender Bernd Laukel: „Wir sind hier in einem sehr spannenden Prozess.“ Mit „Wir“ meint er die rund 25 aktiven Mitglieder des bereits 40 Jahre alten Vereins, der vom Hanauer Nordbahnhof in den letzten Monaten nach Klein-Auheim umgezogen ist und der sehr offen für engagierte Neuzugänge ist. Konzepte für die zu gestaltenden Anlagen sind zu entwickeln, Landschaften müssen geschaffen werden, die Architektur im Kleinformat gilt es zu verwirklichen. Und die Elektronik für den Betrieb der Anlagen fordert die Fähigkeiten von bereits vorhandenen und künftigen Modelleisenbahnfans.

„Alles in allem ist es ein sehr guter Zeitpunkt, bei uns einzusteigen“, ist sich Vorsitzender Bernd Laukel sicher. Eben weil die Entwicklung der Anlagen in den neuen Räumen mit Rat, Tat und Arbeitseinsatz einhergeht. Ob es nun um den Gelände- oder Hausbau geht, der handwerkliches Geschick und Kreativität erfordert, oder um die Geheimnisse des Fahrens, die weit hinein in den Bereich der digitalen Technik reichen. Denn gesteuert werden die kleinen Züge längst von Modulen, die einem kleinen PC gleichen. Die Züge auf der einer amerikanischen Landschaft nachempfundenen LGB-Großbahn, deren Schienen bereits auf dem Modell der späteren Landschaft verlegt sind, sollen laut Alexander Ackermann, 2. Vorsitzender des Vereins, gar von Satelliten an der Decke des Raumes gesteuert werden. Hightech bei den Hanauer Eisenbahnfreunden, die sich nach den Worten des Vorsitzenden sehr gut aufgehoben fühlen im neuen Standort in der Gutenbergstraße.

Ganz großer Vorteil zur bisherigen Heimstatt im Nordbahnhof sei, dass die Aktiven, wann immer sie Zeit haben, die Räumlichkeiten zum Basteln, Schrauben und Bauen nutzen können. Denn auch für die Werkstatt biete das rund 250 Quadratmeter große neue Domizil genügend Platz. Dort könnten auch Jugendlichen endlich entsprechende Angebote gemacht werden, freut sich Bernd Laukel. Vier junge Leute seien es zur Zeit, die bei den Eisenbahnfreunden mit tun. Bereits beim Modellbahntag am Sonntag gab es weitere Anfragen.

Auch die Möglichkeit, die Räume wenigstens an einem Sonntag im Monat im Rahmen eines Modellbautages für Interessierte zu öffnen, soll erwogen werden. Doch wie bei vielen Vereinen hängen auch solche Vorhaben davon ab, ob sie personell bewältigt werden können. Die Hanauer Eisenbahnfreunde jedenfalls hoffen optimistisch auf Zulauf, der sich aus den neuen Räumlichkeiten ergeben kann. Und dort wird jetzt über Jahre gewerkelt. „Denn gebaut wird bei uns eigentlich immer“, sagt Bernd Laukel. Schließlich werde so eine Modelleisenbahnanlage eigentlich „nie richtig fertig“.

VON DIETER KÖGEL

DAS KÖNNTE SIE AUCH INTERESSIEREN

Kommentare