Brückensanierung in Hanau

War's das bald mit den Staus? Sanierung der Limesbrücke geht schneller als geplant

An der Zufahrt zur Limesbrücke auf Klein-Auheimer Seite hat sich eine Betonplatte angehoben. Erwin Koch (links) von Hessen Mobil und sein Mitarbeiter Thomas Reifschneider begutachten die Schäden. Fotos: Stassig
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An der Zufahrt zur Limesbrücke auf Klein-Auheimer Seite hat sich eine Betonplatte angehoben. Erwin Koch (links) von Hessen Mobil und sein Mitarbeiter Thomas Reifschneider begutachten die Schäden. 

Das Ende der Staus ist in Sicht. Wenn alles nach Plan läuft, soll die Sanierung der Limesbrücke in Hanau schon am Freitag nächster Woche beendet sein und die Straße wieder für den Verkehr freigegeben werden – und nicht erst, wie von Hessen Mobil avisiert, zu Weihnachten. 

Hanau –  Ab Montag stehen noch Erneuerungen an den Auffahrten zur Brücke an: Dort hat sich der Fahrbahnbelag durch Temperaturschwankungen verschoben. Betonplatten haben sich angehoben, sodass für Motorradfahrer gefährliche Kanten entstanden sind. Am Übergang zum Asphalt wölbt sich die Fahrbahn. Mit Verzögerungen rechnet Erwin Koch, technischer Angestellter bei Hessen Mobil, nicht. „Da müsste es bei der Asphaltierung schon sehr stark regnen. Wenn das Wetter so bleibt wie in dieser Woche, läuft das problemlos.“

Das Augenmerk liegt bei der Sanierung der Limesbrücke aber auf den sogenannten Übergangskonstruktionen. Diese verlaufen jeweils am Ende der Brücke quer über die gesamte Breite und gleichen Temperaturschwankungen aus: Im Winter zieht sich die Brücke zusammen, im Sommer dehnt sie sich aus. 260 Meter ist die Limesbrücke lang. „Pro Meter geht man von einem Millimeter Ausdehnung aus“, erläutert Erwin Koch beim Termin auf der Baustelle. Folglich muss die Übergangskonstruktion etwa 25 bis 30 Zentimeter ausgleichen. Die Konstruktion besteht aus Metallschienen – auf Klein-Auheimer Seite ist es eine, auf Großauheimer sind es vier. An diesem Mittwoch sind die Bauarbeiter damit beschäftigt, die dazwischen liegenden Gummilamellen neu einzusetzen. Bis Ende der Woche wollen sie damit fertig sein.

Limesbrücke in Hanau: Gleitfedern und die Gleitlager ausgetauscht

Auch die darunter liegenden Gleitfedern und die Gleitlager – 150 Stück pro Seite – mussten ausgetauscht werden. Diese sind nur von unten erreichbar: Über einen Schacht im Innern des Brückenpfeilers. Die Arbeiten sind nur möglich, wenn keine Autos über die Brücke fahren.

Die Umleitungen führen im Berufsverkehr zu Rückstaus auf der Steinheimer Ludwigstraße und an der Abfahrt Steinheim der B43a, wo dann der Bremsstreifen oft nicht ausreicht.

Die Gleitlager aus Gummi federn die Belastung ab, denen die Brücke durch den Verkehr ausgesetzt ist. Sind sie kaputt, macht sich das auch akustisch bemerkbar: „Wenn da ein Lkw drüber fuhr, hat es Schläge getan“, sagt Erwin Koch.

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Eine Lkw-Überfahrt, so Koch weiter, entspricht der Belastung von 10 000 Pkw. Viele ältere Brücken, die für den heutigen Schwerlastverkehr nicht ausgelegt sind, müssen ganz abgerissen werden. Für die Limesbrücke gilt das nicht. Sie wurde 1983 erbaut und ist damit neueren Datums. „Wir wissen, dass eine Übergangskonstruktion nach etwa 30 Jahren Probleme bereitet“, erklärt der Fachmann. „Das sind Verschleißteile. Wie die Bremsbeläge bei einem Auto.“ Am Bauwerk selbst seien hingegen kaum Schäden festzustellen. Bei der letzten Prüfung im Jahr 2017 hat die Limesbrücke die Gesamtnote 3,0 erhalten; die Erneuerung der Übergangskonstruktion wurde aber als dringende Maßnahme ausgemacht.

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Limesbrücke in Hanau: Schäden auch auf Fahrbahn

Schäden haben die Fachleute auch an der Fahrbahn auf der Brücke festgestellt. Stellenweise gibt es dort kleine Beulen im Belag. „Wir wissen nicht genau, wo das herkommt“, sagt Koch. Mittels Bohrungen wurden Proben entnommen, die von der Baustoff- und Bodenprüfstelle in Wetzlar untersucht werden. Wenn feststeht, was gemacht werden muss, erstellt Hessen Mobil für den Main-Kinzig-Kreis ein Sanierungskonzept mit Kostenvoranschlag. Das soll auch den Fuß- und Radweg einbeziehen, der durch Streusalz beschädigt ist. Über kurz oder lang müssen Autofahrer an der Limesbrücke noch einmal mit Einschränkungen rechnen. Ob wieder eine Vollsperrung nötig ist, steht indes noch nicht fest.

VON KATRIN STASSIG

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