Künftig kann’s teuer werden

Hundekot, Kippen, illegaler Müll - Hanau erhöht Bußgelder um bis zu 125 Prozent 

Das Bußgeld für weggeworfene Zigarettenkippen erhöht sich in Hanau auf 75 Euro.
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Das Bußgeld für weggeworfene Zigarettenkippen erhöht sich in Hanau auf 75 Euro. Foto: cs. (b)

Um herumliegenden Hundekot, Zigarettenkippen und illegalen Müll besser entgegenzuwirken, erhöht die Stadt Hanau die Bußgelder um bis zu 125 Prozent.

  • Härteres Vorgehen gegen Hundekot, Zigarettenstummeln und Müll in Hanau
  • Stadt Hanau erhöht Bußgelder um bis 125 Prozent 
  • 75 Euro Strafe für weggeworfene Zigarettenkippe 

Hanau – In der Steinheimer Vorstand und an der Ecke zur Darmstädter Straße ist es besonders schlimm: Täglich frische Häufchen auf dem Gehweg, Spuren von Hundekot, der sich über mehrere Meter verteilt hat, weil schon jemand reingetreteten ist. Die Strecke ist offenbar bei Gassigängern beliebt, die es nicht für nötig halten, die Hinterlassenschaften ihrer Vierbeiner zu beseitigen. Ihnen drohen künftig saftige Geldstrafen, denn die Stadt Hanau hebt Bußgelder bei solchen und anderen Verstößen um bis zu 125 Prozent an.

Hundekot in der Fußgängerzone, Zigarettenkippen auf dem Spielplatz oder Sperrmüll in der Grünanlage – Abfall- und Umweltsünden wie diese werden ab sofort deutlich härter bestraft. Die Stadt hofft auf einen erzieherischen Abschreckungseffekt und hat deshalb die Verwarn- und Bußgelder sowohl bei Verstößen gegen die Abfallsatzung als auch gegen die Gefahrenabwehrverordnung angehoben. Das teilt Stadtrat Thomas Morlock (FDP) im städtischen Pressedienst mit.

Hanau: Erhöhung von Bußgeldern zwischen 30 und 125 Prozent 

„Uns ist natürlich bewusst“, betont Morlock, „dass höhere Bußgelder nur in Kombination mit verdichteten Kontrollen ihre präventive Wirkung entfalten können.“ Er kündigt an, dass Zivilstreifen der Stadtpolizei demnächst verstärkt überwachen werden, ob sich die Hanauer an die Regeln halten.

Wie den neuen Richtlinien zur Bemessung von Bußgeldern zu entnehmen ist, liegen die Erhöhungen zwischen 30 und 125 Prozent. „Damit bewegen wir uns künftig am oberen Rand vergleichbarer Städte“, sagt Morlock und nennt als Beispiel die Strafen für weggeworfene Zigarettenkippen. Mit 75 Euro liege die Brüder-Grimm-Stadt jetzt noch vor Wiesbaden (50 Euro) oder Kassel (35 bis 55 Euro).

Mülleimer gibt es in der Hanauer Innenstadt im Wortsinn an jeder Ecke. Wer sie nicht benutzt, sondern seinen Abfall achtlos beiseite wirft, muss künftig mit höheren Bußgeldern rechnen.

Wer künftig gegen das absolute Rauch- und Alkoholverbot auf Spielplätzen verstößt, muss mit einer Strafe von mindestens 150 Euro rechnen. Hundekot auf Spielplätzen wird nach der neuen Richtlinie mit mindestens 200 Euro geahndet. Wer die Hinterlassenschaft seines Vierbeiners im öffentlichen Straßenraum nicht beseitigt und dabei ertappt wird, muss mit einem Bußgeld von mindestens 120 Euro rechnen. Das Wegwerfen von Taschentüchern oder anderen Kleinabfällen kostet mindestens 45 Euro. Stärkere Verunreinigungen oder solche, die wie Kaugummi schwer zu entfernen sind, werden mit mindestens 75 Euro belegt.

Hanau: Sauberkeit erhöht subjektives Sicherheitsempfinden

Wie Morlock erläutert, handelt es sich dabei um Richtwerte. Die tatsächlich verhängte Strafzahlung kann auf bis zu 1 000 Euro (bei einem Verstoß gegen die Abfallsatzung) bzw. bis zu 5 000 Euro (bei einer Ordnungswidrigkeit gemäß Gefahrenabwehrverordnung) festgesetzt werden.

Sauberkeit im öffentlichen Straßenraum steigere auch das subjektive Sicherheitsempfinden. „Auf Plätzen, die durch herumliegenden Müll verwahrlost wirken, macht sich schnell ein unbehagliches Gefühl breit“, meint Ordnungsdezernent Morlock. Entsprechende Bürgerbeschwerden gebe es immer wieder. Auch mehrere Parteien hatten im vergangenen Jahr eine Verschärfung der Bußgelder gefordert (wir berichteten). Morlock hatte gegenüber unserer Zeitung mitgeteilt, dass der Bußgeldkatalog überarbeitet werde. In der Vergangenheit hatte die Stadt quasi im Guten versucht, die Bürger zu mehr Disziplin zu erziehen – zum Beispiel mit einer „Anti-Littering“-Kampagne.

Nicht zuletzt verursacht die Verschmutzung öffentlicher Plätze zusätzliche Reinigungskosten, die die Allgemeinheit tragen muss. Allein für die Entsorgung von rund 130 Tonnen wilder Müllablagerungen im Stadtgebiet müssen etwa 100 000 Euro aufgebracht werden, die alle Hanauer über ihre Müllgebühren mitfinanzieren, heißt es aus dem Rathaus.

Zum Thema „Bußgelder in Hanau“ erfahren Sie in diesen Artikeln mehr:

Sauberkeit in der Stadt - 100 Euro für einen Kaugummi: Initiative für drastische Bußgelder

SPD setzt auf höhere Bußgelder - Schärfere Kontrollen und höhere Bußgelder gegen Müllsünder?

Seit Beginn der Corona-Krise beobachtet eine Sauberkeitspatin in Hanau deutlich mehr Müll. Vor allem to go-Verpackungen werden vermehrt achtlos weggeworfen.

kd

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