AQA feiert 25-jähriges Bestehen

Perspektiven für ein Leben ohne Stütze

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In der AQA-Metallwerkstatt an der Hanauer Donaustraße werden Konstruktionsmechaniker ausgebildet. Das ist nur einer von insgesamt 13 Ausbildungsberufen bei der AQA.

Hanau/Main-Kinzig-Kreis - Ein besonderes Unternehmen feiert Jubiläum: AQA wird heute 25 Jahre alt. Dahinter verbirgt sich die „Gemeinnützige Gesellschaft für Arbeit, Qualifizierung und Ausbildung mbh“ des Main-Kinzig-Kreises.

Sie hat tausenden Frauen und Männern den Weg in den ersten Arbeitsmarkt und damit auch neue Lebensperspektiven eröffnet. Wenn Metall auf Metall trifft, wird es laut. In einer Halle an der Hanauer Donaustraße arbeiten an diesem Dienstagmorgen gut zwei Dutzend Menschen, einige davon an wuchtigen Metallfräsen - fast alle unter den aufmerksamen Blicken ihrer Ausbilder. Nur Michael, weiter hinten in der Halle, arbeitet allein, lässt immer wieder das Kreischen eines Schleifgeräts hören, mit dem er einen Stahlträger bearbeitet. Eine Anleitung braucht Michael kaum noch, denn er befindet sich im dritten Lehrjahr. „Im Sommer mache ich meinen Abschluss“, sagt er. Dann ist seine Ausbildung zum Konstruktionsmechaniker bei der AQA am Standort Hanau beendet.

AQA steht für „Gemeinnützige Gesellschaft für Arbeit, Qualifizierung und Ausbildung mbH“. Ihre Vorgeschichte reicht weit in die 1980er Jahre hinein. Vor 25 Jahren, am 1. April 1991, wurde aus den Vorläufern dann eine eigene Gesellschaft, mit einem Unternehmenskonzept, das bis heute weitgehend die gleichen Ziele verfolgt. „Wir wollen arbeitsfähigen Bürgerinnen und Bürgern im Main-Kinzig-Kreis die Integration in den Arbeitsmarkt erleichtern“, bringt es Susanne Simmler (SPD) auf den Punkt. Die Erste Kreisbeigeordnete ist Aufsichtsratsvorsitzende der AQA.

„Entscheidend für ein selbstbestimmtes Leben ist eine gute Ausbildung und Qualifizierung. Das sind daher die Grundpfeiler der AQA“, so Simmler. Ein dritter Pfeiler sei die Vernetzung mit der Arbeitswelt. „Für uns ist es wichtig, dass die Auszubildenden am Ende direkt in eine feste, sozialversicherungspflichtige Arbeit wechseln.“ Das, so Simmler, gelinge bei praktisch allen Absolventen aus dem Hause AQA. Dabei helfe der enge Austausch mit den heimischen Wirtschaftunternehmen.

Ähnliche Ziele wie bei den Azubis verfolgt die AQA auch im Bereich der Erwachsenenbildung. Langzeitarbeitslose sollen nachhaltig in den Arbeitsmarkt integriert werden. Stärken unterstützen, Perspektiven realisieren, Persönlichkeiten fördern, so lautet hier das Prinzip. Viele tausend langzeitarbeitslose Menschen haben auf diese Weise nicht bloß einen Job gefunden, sondern auch neue Perspektiven fürs Leben.

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Mit Michael arbeiten an diesem Dienstagmorgen noch andere Auszubildende im Metallbereich in Hanau. „Das Durchschnittsalter der Männer und Frauen in unserer Ausbildung ist schon etwas höher als in anderen Betrieben“, erzählt Ausbilder Vladimir Simic. Aber sonst unterscheidet kaum etwas den Arbeitstag der AQA-Auszubildenden von einem Tag in einem anderen metallverarbeitenden Betrieb. Sie begegnen sich als Kollegen, knüpfen Freundschaften. Den Praxisbezug erhalten sie über Aufträge aus dem Metallbereich. Auftraggeber sind gemeinnützige Einrichtungen.

Einige der Auszubildenden werden ihre Abschlussprüfung vor der Industrie- und Handelskammer mit Topnoten abschließen. So ist das in fast jedem AQA-Jahrgang. 2015 etwa stammten die zwei Kammerbesten unter den Konstruktionsmechanikern von der AQA.

Die Parallelen zu normalen Betrieben sind gewollt. „Am Ende sollen die jungen Frauen und Männer direkt eine Stelle finden. Darauf richten wir unsere Ausbildung aus. Wenn man noch die anderen Qualifizierungsmaßnahmen hinzurechnet, kommt man auf mehr als 5 000 Teilnehmer in Maßnahmen alleine im vergangenen Jahr“, erklärt Landrat Erich Pipa (SPD). Er hatte als damaliger Sozialdezernent die Gründung der Gesellschaft vorbereitet und die Entwicklung hin zur AQA maßgeblich bestimmt. Heute noch gratuliert er regelmäßig den erfolgreichen Absolventen. Oder er begrüßt neue Auszubildende. Nach den Sommerferienwerden es auf einen Schlag etwa 80 Neue sein - so viele wie noch nie.

did

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