Corona

FFP2-Masken sind heiß begehrt: Kostenlose Ausgabe sorgt für meterlange Warteschlangen vor Apotheken

Drei kostenlose FFP2-Masken gibt es bis 6. Januar für über 60-Jährige. Das sorgt für einen Ansturm auf die Apotheken. Im Januar soll die kostenlose Verteilung sogar noch erweitert werden.
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Drei kostenlose FFP2-Masken gibt es bis 6. Januar für über 60-Jährige. Das sorgt für einen Ansturm auf die Apotheken. Im Januar soll die kostenlose Verteilung sogar noch erweitert werden.

Die kostenlose Abholung von FFP2-Masken für Menschen ab 60 Jahre sorgt für einen Run auf Apotheken im Stadtgebiet – auch in Steinheim und Klein-Auheim. Mitunter waren die Masken anfangs gar nicht vorrätig. Und wenn, dann bildeten sich zum Teil 40 Meter lange Warteschlangen.

Hanau – Über 60-Jährige und Menschen mit chronischen Erkrankungen können sich nach der Ankündigung von Bundesgesundheitsminister Jens Spahn seit Dienstag letzter Woche bis zum 6. Januar jeweils drei kostenlose FFP2-Masken in einer Apotheke abholen. Das sind 27 Millionen Deutsche. Das Problem: In der Praxis hatten Apotheken nicht genügend FFP2-Masken. Der Ansturm auf die Gratis-Masken ist enorm. Und mitunter der Ärger auch, weil Kunden ungeduldig sind.

„Zu Beginn war es schwierig, weil wir erst von Kunden und aus der Presse von dieser Aktion erfahren haben. Dadurch waren wir anfangs schwer in Bredouille“, sagt Helena Hartl, Inhaberin der Burg-Apotheke und ab Januar auch der Fleming-Apotheke in Steinheim. Gleich am ersten Tag herrschte riesengroßer Andrang. „Da hatten wir aber noch keine FFP2-Masken. Der Ansturm auf die Großhändler war sehr groß. Und wir warten immer noch auf tausende Masken“, sagt die Steinheimer Apothekerin. Die Paketlieferanten kämen auch wegen des Weihnachtsgeschäftes kaum hinterher. Hartl hätte sich von der Politik gerne ein, zwei Wochen mehr Vorlauf gewünscht. Mittlerweile gebe es zwar wieder FFP2-Masken. „Und wir haben Tausende auch im Hinblick auf Januar nachbestellt“, sagt die Apothekerin.

Drei FFP2-Masken pro Person

Kontrolliert wird die kostenlose Abgabe von je drei FFP2-Masken an die Berechtigten mitteln einer Eigenerklärung, die die Apothekenkammer den Apotheken an die Hand gegeben hat, erklärt Hartl. Darin sollen die Masken-Abnehmer versichern, dass sie zu den betroffenen Gruppen gehören.

„Am Dienstag hatten wir einen Ansturm, wie ihn sonst wohl nur Apple-Stores bei der Neuausgabe eines iPhones kennen“, berichtet Apotheker Giuseppe Polizzotto von der Einhorn-Apotheke in der Waldsiedlung Großauheim. Weil die Masken knapp waren, habe er zunächst nur eine pro Person ausgegeben. „Mittlerweile habe ich aber alle meine Kunden versorgt.“ Er habe eine gute Lieferantenquelle ausgemacht.

Apotheker Meyer wartet auf eine Lieferung

Ähnliches berichtet Andreas Grünebaum, Geschäftsführer der Easy-Apotheke im Steinheimer Einkaufszentrum Rondo sowie der Easy-Apotheken in Bruchköbel und Hainburg. „Allein im Rondo haben wir bisher 3000 Masken an 1000 Kunden ausgegeben. Wenn man als Apotheke rechtzeitig bestellt hat, waren auch rechtzeitig genug FFP2-Masken da“, sagt Grünebaum.

Apotheker Dr. Ernst Meyer von der Fasanen-Apotheke in Klein-Auheim wartet momentan auf die Lieferung von weiteren 7000 Masken, die er am 11. Dezember, vier Tage vor Ausgabestart, geordert hat.

Auch im Januar und Februar gibt es Masken

Noch habe er zwar Masken, aber es stünden Lieferungen aus. Vor seiner Apotheke bildeten sich in den ersten Tagen bis zu 40 Meter lange Warteschlangen, berichtet Meyer. Erst seit diesem Montag habe sich das gebessert. „Zusätzlich hatten wir bis zu 300 Anrufer am Tag, die um Reservierung von Masken baten.“ Der Apotheker kritisiert ebenso wie Kollegen von ihm, dass die Apotheken für die vom Bundesgesundheitsminister versprochenen kostenlosen FFP2-Masken in finanzielle Vorlage gehen müssen. „Der Erstattungsbetrag für Masken sollte uns vor Weihnachten überwiesen werden, bisher haben wir noch nichts erhalten.“ Zudem müsse der Ansturm auf die FFP2-Masken auch noch neben dem Apotheken-Alltag organisatorisch bewältigt.

Ab Januar, so der Apotheker, sei dann von der Politik das Maskenabholen mit Krankenkassen-Bezugsscheinen vorgesehen. Jeweils sogar sechs FFP2-Masken gebe es im Januar sowie im Februar dann für Personen über 60 Jahre und Risiko-Patienten. (Von Holger Hackendahl)

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