Versammlung mit Dezernenten

Fluglärmgegner pochen auf die Nachtruhe

Fluglärmgegner aus Hanau und dem Main-Kinzig-Kreis beteiligen sich regelmäßig an den Montagsdemonstrationen am Frankfurter Flughafen. (c)Foto: Wolfgang Hartmann (p)
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Fluglärmgegner aus Hanau und dem Main-Kinzig-Kreis beteiligen sich regelmäßig an den Montagsdemonstrationen am Frankfurter Flughafen.

Hanau/Main-Kinzig-Kreis - Die Interessengemeinschaft Fluglärm Hanau-Kinzigtal e. V. (IGF) hat bei ihrer jüngsten Hauptversammlung ihre Forderung nach einem absoluten Nachtflugverbot von 22 bis 6 Uhr bekräftigt. Derzeit setze der Lärm noch vor 5 Uhr ein.

Die Interessengemeinschaft Fluglärm, die vom Vorsitzenden Eric Ludwig geleitet wird, kämpft schon seit den 90er Jahren mit den Hanauern gegen Fluglärm im Kinzigtal und unterhält hier auch eigene Messstationen. Der seit zehn Monaten in Hanau amtierende StadtratKowol nimmt - wie künftig auch Susanne Simmler - an den Sitzungen der Fluglärm-Kommission teil, die allerdings nur beratend zu allen Planungen des Flughafens Stellung nimmt. Der Kommission gehören 32 Städte und Landkreise rund um den Flughafen an.

Im Kinzigtal lasse sich der Fluglärm mindern, wenn beim Landeanflug Gleit-Sink-Verfahren, wie an anderen großen Flughäfen in der Welt, eingeführt würden, so Helmut Ladwig, stellvertretender Vorsitzender der IGF. „Die Flugzeuge für die südliche Landebahn fliegen in konstanter Höhe von 1100 Meter durch das Kinzigtal von Hasselroth bis hinter Hanau.“

Klagen wurden abgelehnt

Dieser „Tiefflug“ war Anlass für ein Gutachten des Kreises, das Anfang 2012 präsentiert wurde. „Es geht auch anders, war das Ergebnis“, soLadwig. Das Gleit-Sink-Verfahren werde laut Deutscher Flugsicherung (DFS) nur in verkehrsarmen Zeiten eingesetzt, so Kowol, der die Aktivitäten des Kreises lobte. Es sei vorbildlich, Gutachten zu finanzieren, um der Flugsicherung Argumente entgegen halten zu können. „Leider, und hier waren sich dann alle wieder einig, reagiert die DFS fast gar nicht“, heißt es im Bericht der Fluglärmgegner. In den Morgenstunden setze der Lärm noch vor 5 Uhr ein. In Hasselroth und Meerholz sei er extrem hoch, obwohl der Flughafen 40 Kilometer entfernt ist.

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Beide Kommunalpolitiker und die Mitglieder der IGF zeigten sich bei der Versammlung über die Ziele einig: Nächtliche Ruhe durch ein absolutes Nachtflugverbot von 22 bis 6 Uhr. Beteiligung der Bürger bei der Flugroutenplanung und Änderung der Bundesgesetze zum Fluglärmschutz, die den Fluglärm nur berechnen. Das IGF-Mitglied Wolfgang Hartmann habe dies leidvoll vor dem Hessischen Verwaltungsgerichtshof Kassel erfahren müssen, so die Fluglämgegner. Seine Klage und die Klagen des Kreises wurden abgelehnt. Der Kreis und die Stadt Offenbach legten bereits Einspruch zu diesem Urteil ein, „auch wenn die Erfolgsaussichten gering erscheinen,“ wie die IGF meint.

Bei der Versammlung wurde auch auf den anstehenden Bau des Terminal 3 des Frankfurter Flughafens hingewiesen. Wenn dieses Projekt realisiert werde, werde sich die Zahl der Flugbewegungen fast verdoppeln, fürchten die Fluglärmgegner. Helmut Ladwig: „Eine schreckliche Vorstellung für die Anwohner im Kinzigtal.“

cs

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