Der Klein-Auheimer Fotograf Kai Pfaffenbach gewinnt mit seinem Team einen Pulitzer-Preis

Hanau: Nächtlicher Anruf von Bild-Chefredakteur - Fotograf gewinnt Pulitzer Preis

„Der Schuss war genau so, wie ich ihn geplant hatte: perfekt“, sagt Kai Pfaffenbach über seine Aufnahme von Hongkongs Regierungschefin Carrie Lam. Foto: Reuteers

Hanau – Der aus Klein-Auheim stammende Fotograf Kai Pfaffenbach ist einer der Gewinner des renommierten Pulitzer-Preises. Die im Oktober in New York geplante Verleihung an der Columbia-Universität wird der vorläufigen Höhepunkt in der Karriere des 49-Jährigen. 

  • Hanau: Fotograf gewinnt Pulitzer Preis
  • Kai Pfaffenbach stammt ursprünglich aus Klein-Auheim
  • Reuters-Fotograf dokumentierte Proteste in Hongkong
Der Fotograf der Nachrichtenagentur Reuters hat am späten Montagabend die Information bekommen, dass er mit neun weiteren Fotografenkollegen den Pulitzer-Preis in der Kategorie „Breaking News Photography“ gewonnen hat. „Das ist für mich, als hätte ich die Champions League und den WM-Titel zusammen gewonnen“, sagt er.

Fotograf aus Hanau: Pulitzer für Dokumentation der Proteste in Hongkong

Den Preis bekommen die Reuters-Fotografen für die Dokumentation der Massenproteste in Hongkong im vergangenen Jahr. Pfaffenbach war insgesamt drei Wochen in Hongkong, um als Bildjournalist von den Demonstrationen zu berichten. Seine Nachrichtenagentur reichte ein Portfolio mit 20 Bildern von insgesamt zehn Fotografen für den Pulitzer-Preis ein.

Anruf der Reuters-Editors - Fotografie ist "komplex und visuell"

Am späten Montagabend erhielt der 49-Jährige einen Anruf des Reuters-Editors aus Texas, dass er zu den Preisträgern gehöre. „In der Begründung der Jury steht, dass wir den Preis für unsere besonders umfassende und gerierende Fotografie bekommen. So komplex und visuell, wie wir es dargestellt haben, haben es die anderen wohl nicht geschafft“, sagt Kai Pfaffenbach.

Regierungschefin Carrie Lam ist Motiv von Reuters-Cheffotograf aus Hanau

Unter den eingereichten 20 Reuters-Fotos ist eines von ihm. Es zeigt Hongkongs Regierungschefin Carrie Lam. Der Reuters-Cheffotograf kann sich noch genau an den Tag erinnern, als er das Foto schoss. „Sie hatte jede Woche dienstags morgens eine Pressekonferenz gegeben. Daher gab es schon viele Bildmotive von ihr. Ich wollte etwas anderes machen, habe die lange Linse mitgenommen, um sie ‚close up’ zu fotografieren. Der Schuss war genau so, wie ich ihn geplant hatte: perfekt.“ Das Bild zeige die Fragilität und Unsicherheit der Frau, die sich immer so selbstsicher und tough gebe.

Bild-Chefredakteur gratuliert Pulitzer-Preisträger aus Hanau

Wenig Schlaf bekam Kai Pfaffenbach in der Nacht auf Dienstag, nachdem bekannt wurde, dass er zu den Preisträgern gehört. Um Mitternacht stießen die Reuters-Chefs mit ihren zehn Fotografen, die in der ganzen Welt verteilt sitzen, in einer Videokonferenz an. Bis Dienstag um 9 Uhr habe er rund 1000 Nachrichten aus aller Welt bekommen, so der Fotograf. Über die Glückwünsche von Bild-Chefredakteur Julian Reichelt freute er sich besonders.

Pulitzer-Preis ist nicht die erste Auszeichnung des Fotografen aus Hanau

„Wir kennen uns schon länger, aber dass der Chefredakteur der größten europäischen Zeitung kurz vor Mitternacht zum Telefon greift, ist ein feiner Zug“, sagt Pfaffenbach, für den der Pulitzer-Preis nicht die erste weltweite Auszeichnung ist. 2017 bekam er den World Press Foto Award in der Kategorie Sport für ein Foto von Usain Bolt bei den Olympischen Spielen 2016. „Ich bin der einzige Deutsche, der den World Press Foto Award und den Pulitzer-Preis hat“, so Pfaffenbach. Zu Beginn seiner Karriere war er auch für unsere Zeitung tätig, zudem fotografiert er für den Hanauer Anzeiger.

Die Preisverleihung soll im Oktober in New York stattfinden. Das Reuters-Team werde sein Preisgeld von 10 000 Dollar wohl „an Ärzte ohne Grenzen oder eine andere Einrichtung spenden“, sagt Pfaffenbach.

Fotografie in Hanau:Das sind die schönsten Leserbilder.

DAS KÖNNTE SIE AUCH INTERESSIEREN

Kommentare