Neu strukturiert

Gebiet zwischen Heraeus Quarzglas und Rütgers: Pläne für 30 Hektar

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Der Bereich neben den Bahnlinien soll von Heraeus Quarzglas (helle Gebäude) über dem Bahnhofsvorplatz nebst Arbeitsagentur (Hochhaus) bis unter die B43a neu strukturiert werden. 

Hanau - Hanau plant nicht nur große Wohngebiete. Auch im Bereich Gewerbe wird derzeit über ein Gesamtprojekt diskutiert, das von der Größe her vieles in den Schatten stellt. Von Christian Spindler 

Es geht um ein Plangebiet, das von Heraeus Quarzglas über das Bahnhofsumfeld, die Gelände der städtischen Betriebe bis zum ehemaligen Rütgers-Holzwerk an der B43a reicht und größer ist als 42 Fußballfelder. Bis Mitte nächsten Jahres soll entschieden sein, was wo und wann realisiert werden kann.

Seit Monaten gibt es nach Informationen unserer Zeitung Gesprächs- und Planungsrunden, an denen nicht nur Fachleuten aus dem Rathaus, sondern unter anderem auch Vertreter von Heraeus, der Agentur für Arbeit sowie der städtischen Betriebe beteiligt sind. Die Fäden laufen bei der Bauprojekt Hanau GmbH zusammen, einer Tochter der städtischen Baugesellschaft. Stadtentwickler Martin Bieberle, zugleich Geschäftsführer der Baupro, bestätigt auf Anfrage unserer Zeitung, dass derzeit eine Machbarkeitsstudie zu dem Gesamtareal erarbeitet wird. Involviert sind interne und externe Fachleute.

Insgesamt geht es bei dem Planungsgebiet um 300.000 Quadratmeter. Es reicht vom Werksgelände von Heraeus Quarzglas bis zu den Rütgers-Werken an den Heideäckern. Das Holzwerk, das Großauheims ältester Betrieb war, wurde im Sommer vorigen Jahres geschlossen. Das Gelände harrt seitdem einer neuen Nutzung. Die könnte im Bereich Logistik liegen, hieß es bisher. Am anderen Ende des Planungsgebiets geht es um die Zukunft des Areals von Heraeus Quarzglas, das neben dem Hauptbahnhof liegt. Der Standort soll aufgegeben werden, sodass auch dort für eine riesige Fläche eine Nachnutzung gesucht wird.

Weiterer Teil des Gesamtpakets ist der Bereich um den Bahnhof. Seit Langem wird über eine Umgestaltung des Hauptbahnhof-Umfeldes diskutiert. Dort gibt es unter anderem leer stehende Immobilien neben den Parkplätzen. An ihrer Stelle könnten nach bisherigem Stand Neubauten mit Büros oder Läden entstehen. Und das gegenüberliegende Gebäude der Agentur für Arbeit soll umgebaut werden. Das ist Teil einer Absichtserklärung, in der die Stadt und die Arbeitsagentur eine Kooperation bei der Betreuung von Langzeitarbeitslosen vereinbart haben (wir berichteten), wenn Hanau den für 2021 angestrebten Status der Kreisfreiheit innehat.

Es gehe bei der Gesamtplanung für den Bereich zwischen Güterbahnhofstraße, Heideäcker, Industrieweg und Bahnlinie um „eine große Restrukturierung“, sagt Stadtentwickler Bieberle. Dazu gehören auch die Gelände des städtischen Bauhofs/Wertstoffhofs an der Daimlerstraße sowie des benachbarten Firmensitzes und Busdepots der HSB. Beide städtischen Betriebe könnten im Zuge der Neustrukturierung auf das Gelände der gut sechs Hektar großen früheren Underwood-Kaserne an der Depotstraße in Großauheim umziehen. Dort könnte auch der bisher für die Daimlerstraße geplante neue Wertstoffhof errichtet werden. Für den Standort Depotstraße spricht, dass die ehemaligen US-Lager- und Verwaltungsgebäude noch relativ neu sind. Bis entschieden ist, wo die beiden städtischen Betriebe künftig ihren Sitz haben werden, ist das Großprojekt Wertstoffhof vorerst auf Eis gelegt. Ansonsten werde aufgrund der noch ungeklärten Zukunft, so Bieberle, vorerst im Einzelfall entschieden, „wie viel Geld in Busdepot und anderes an der Daimlerstraße noch gesteckt wird“.

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Bei einem möglichen Umzug von HSB und Bauhof nach Großauheim könnte das frei werdende Areal an der Daimlerstraße Sitz des renommierten Paul-Ehrlich-Instituts werden. Das zumindest war eine in Hanau gehegte Hoffnung. Das in Langen ansässige Bundesinstitut für Impfstoffe und biomedizinische Arzneimittel sucht seien neuen Standort. Eine Reihe von Städten haben sich darum beworben (wir berichteten). Hanau ist aber mittlerweile aus dem Rennen. Die zuständige Bundesanstalt für Immobilienaufgaben (BImA) hat eine Absage übermittelt. Das bestätigt Stadtentwickler Martin Bieberle. Jetzt ist von einem Gewerbepark in Hauptbahnhofsnähe an der Daimlerstraße die Rede.

Auch das soll im Rahmen der großen Machbarkeitsstudie eine Rolle spielen. Man sei mit allen Betroffenen „in guter Kooperation“, sagt Bieberle. Im ersten Halbjahr 2019 soll entschieden werden, was wo und voraussichtlich, wann zu realisieren ist.

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