Steinheim

Geflügelzuchtvereine werben für ihr Hobby: „Lebendiges Kulturgut“

Kronenkraniche und andere Federvieh-Raritäten bewohnen die große Voliere auf der Zuchtanlage.
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Kronenkraniche und andere Federvieh-Raritäten bewohnen die große Voliere auf der Zuchtanlage.

Tierfreunde aus Hanau aufgepasst: Der Geflügelzuchtverein würde sich über Zuwachs freuen. 

Hanau – Eine große Voliere mit Teich und Wasserfall ist der Hingucker der Anlage. Ein Kronenkranich-Paar, Tragopan und Silberfasan, Kappensäger, Mandarin-, Braut- und Bahama-Enten sowie Pfauentauben tummeln sich darin. 

Die Federvieh-Raritäten lassen das Herz von Züchtern höherschlagen. Der blühende Rhododendron auf dem Gelände des Geflügelzuchtvereins Steinheim-Süd am Häuser Weg tut derzeit ein übriges.

Doch nicht alle Parzellen der schmucken Anlage sind belegt, berichtet der Vereinsvorsitzende Markus Volk beim Rundgang. Jetzt wäre „für tierliebe Menschen eine gute Gelegenheit, in das Hobby einzusteigen“, sagt er. Doch Mitglieder zu werben ist schwer diesen Tagen.

Eigentlich hätten die Geflügel-Hobbyisten bei ihrem Pfingst-Vereinsfest die frisch herausgeputzte Anlage der Öffentlichkeit vorstellen wollen. Die Veranstaltung musste, wie viele andere in diesen Zeiten auch, abgesagt werden. Der Tag der offenen Türe mit zuletzt vielen hundert Besuchern, wurde auf Herbst verschoben.

Herausgeputzt und mit blühendem Rhododendron präsentiert sich die schmucke Anlage des Geflügelzuchtvereins Steinheim-Süd. Neue Mitglieder zu werben ist in diesen Tagen allerdings schwer. 

In den zurückliegenden Corona-Wochen hätten viele Menschen nicht gewusst, was sie mit ihrer vielen Zeit anfangen sollten, meint Markus Volk. Viele suchten Erholung in der Natur, andere eine sinnvolle Freizeitgestaltung. „Genau das ist Geflügelzucht – ein mit der Natur verbundenes und nachhaltiges Hobby“, wirbt er um Interessenten und schmunzelt: „Und obendrein weiß man, wo die Eier herkommen.“ Dazu biete der Verein „eine tierliebende Gemeinschaft“, unterstreicht Tanja Angert. Sie hat vor wenigen Jahren zu dem Hobby gefunden und engagiert sich im Vergnügungsausschuss des Vereins.

Um den Erhalt der ein Hektar großen Zuchtanlage des Vereins Steinheim-Süd kümmern sich 20 aktive Züchter in den Reihen des 60 Mitglieder zählenden Geflügelzuchtvereins. Und sie sicherten auch den Erhalt von „lebendem Kulturgut“, sagt Volk. Viele alte Hühner- und Taubenrassen würde es ohne die Züchter wohl nicht mehr geben.

Derzeit sind drei der 15 Zuchtparzellen unbesetzt, berichten die beiden Vorstandsmitglieder und verweisen darauf, dass man nicht nur Hühner und Tauben züchte, sondern auch Ziergeflügel wie Wachteln, Fasane und Rosenköpfchen.

Die Aussichten, dass die freien Volieren bald neue Nutzer finden, seien gar nicht so schlecht, meint Tanja Angert. „Es gibt wieder mehr Menschen, die Interesse an der Geflügelzucht haben“, hat sie festgestellt. „Unsere Homepage ist stark frequentiert.“

Vorsitzender Markus Volk sieht die Geflügelzucht als naturnahes und spannendes Hobby.

Auch der benachbarte Geflügelzuchtverein Steinheim-Nord hat noch zwei der 17 Zuchtparzellen frei, so Ex-Vereinschef Matthias Gramann auf Anfrage. Auch dort hofft man auf Interessenten. Die können sich gerne beim Verein melden, heißt es. Gramann: „Samstagsvormittags ist auf der Anlage immer jemand da.“

Kostspielig ist das Hobby jedenfalls nicht. Die Miete für eine Zuchtparzelle, bestehend aus einem festen Bau und zwei Volieren inklusive Wasserversorgung, beträgt beim Geflügelzuchtverein Steinheim-Süd zehn Euro monatlich. Hinzu kommen die Futterkosten, abhängig von der Anzahl der Tiere. „Man kommt mit Küchenresten und geht mit Eiern nach Hause“, sagt Vereinschef Volk, der berichtet, dass man 30 bis 45 Minuten täglich benötige, um die Tiere zu versorgen. Jugendliche, junge Familien oder auch rüstige Rentner wünscht man sich als neue Mitglieder.

Beim Geflügelzuchtverein Klein-Auheim sind zwar derzeit alle acht Parzellen vergeben, so der Vize-Vorsitzende John Rösel. Eine große Nachfrage nach dem Hobby sieht er derzeit aber nicht.

Beim Geflügelzuchtverein Steinheim-Süd sind die freien Parzellen übrigens bezugsbereit. „Etwas Einstreu für die Tiere, das Geflügel rein, und los geht’s“, sagt Markus Volk. Und: „Viele Menschen wissen gar nicht, dass es das schöne Hobby Geflügelzucht gibt.“ Und in Corona-Zeiten sei es eines auf Abstand. Interessenten können auch hier sonntags zwischen 10.30 und 13 Uhr auf der Anlage vorbeikommen.

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