Hanau hat Gesprächsbedarf

Hanau/Steinheim - Wenn die neue, umstrittene Landebahn des Frankfurter Flughafens am 20. Oktober in Betrieb genommen wird, dann wird es für Steinheim in Sachen Fluglärm „keine Veränderungen geben“. Von Christian Spindler

In Kesselstadt, im Lamboy und in der Innenstadt wird es hingegen voraussichtlich lauter. Diese Einschätzung der Stadt legte OB Claus Kaminsky (SPD) bei der jüngsten Stadtverordnetensitzung dar.

Anlass für die Debatte war eine Forderung der Linken, auch die Stadt Hanau möge sich zur „Rodenbacher Erklärung“ bekennen, die von Bürgerinitiativen und fast allen Kreiskommunen unterstützt wird. Wie ausführlich berichtet, wird darin neben einem Lärm ärmeren Anflugverfahren auch ein Nachtflugverbot gefordert. Und: Die im Februar erfolgte Änderung der Anfluglinien wird kritisiert.

Das freilich ist für Hanau ein Knackpunkt. Deswegen wollen die Parlamentarier der „Rodenbacher Erklärung“ zumindest nicht ohne weitere Beratung zustimmen.

Seit Februar wird im Zuge der geänderten Linienführung Hanau nachts südlich umflogen. Was der Grimm-Stadt zumindest einige Stunden Entlastung bringt, hat Auswirkungen auf Obertshausen und Heusenstamm.

Beim Thema Fluglärm „Informationsdefizite“

„Wir sollten die Südumfliegung für Hanau nicht Frage stellen“, gab FDP-Fraktionschef Thomas Morlock zu bedenken. Überhaupt sieht er beim Thema Fluglärm „Informationsdefizite“. Daher kamen die Stadtverordneten überein, sich im Fachausschuss von Experten erklären zu lassen, welche Vor- und Nachteile für Hanau die Änderungen mit sich bringen oder wie sich die geforderten anderen Anflugverfahren auswirken. OB Kaminsky kündigte an, dass zu den beiden Fluglärm-Messstationen auf dem Steinheimer Friedhof und auf dem Kesselstädter Kläranlagen-Gelände ein weitere Station in der Kernstadt installiert werden soll. Derzeit suche man ein geeignetes Gelände. Bis Herbst sollen die aktuellen Lärmmesswerte ermittelt und ausgewertet werden, um die Auswirkungen der im Februar geänderten Anflugrouten zu überprüfen.

Die Stadt Hanau hat, wie berichtet, gegen die Planfeststellung zum Flughafenausbau geklagt, fordert unter anderem ein Nachtflugverbot und eine Lärmreduzierung. Ihr Argument: Der Fluglärm sei den Bürgern nicht mehr zumutbar. Für die Grünen wies Monika Nickel auf die Gesundheitsgefahren hin.

Für 8. Dezember ist im Congress Park eine Bürgerversammlung zum Thema Fluglärm geplant.

Die CDU-Stadtveordnete Isabelle Münch erklärte, auch die Union setze sich für eine Fluglärmreduzierung ein, halte aber nichts von der Klage. Alternativen müssten vielmehr „im Dialog mit der Deutschen Flugsicherung“ gesucht werden.

Rubriklistenbild: © pixelio.de/P Pauline

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