TGS: Legendenbildung von CDU und FDP

Grüne sehen sich zu Unrecht am Pranger

Hanau - Die Hanauer Grünen sehen sich zu Unrecht in Sachen Tümpelgartenschule kritisiert.

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In einer gemeinsamen Presseerklärung weisen der ehrenamtliche Grünen-Stadtrat Wulf Hilbig und die Stadtverordnete Monika Nickel, die auch Vorsitzende des Schul- und Kulturausschusses der Stadtverordnetenversammlung ist, Vorwürfe von FDP und CDU als „Legendenbildung“ zurück. Insbesondere die Liberalen hatten die Grünen als „Totengräber der Tümpelgartenschule“ harsch kritisiert, weil sich deren Fraktion aus Koalitionsräson bei der Abstimmung über die Fortschreibung des Hanauer Schulentwicklungsplans, der ein Auslaufen des Haupt- und Realschulzweigs an der TGS vorsieht, enthalten hatte.

Hilbig und Nickel erinnern daran, dass es die Hanauer Grünen waren, die sich bereits seit Anfang der 1990er-Jahre für eine Umwandlung der Tümpelgartenschule in eine Integrierte Gesamtschule eingesetzt hätten. Diese Initiative sei 2007 in den ersten Koalitionsvertrag, den SPD, Grüne, FDP und Bürger für Hanau damals vereinbarten, gegen den Widerstand von FDP und BfH aufgenommen worden.

2009 habe schließlich der Magistrat den Antrag auf Umwandlung der TGS in eine integrierte Gesamtschule beim hessischen Kultusministerium eingereicht. Dieses hatte unter der Federführung von FDP-Ministerin Henzler den Antrag abgelehnt und dies mit den zurückgehenden Schülerzahlen begründet. Dagegen habe die Stadt Hanau letztlich erfolglos Beschwerde beim Verwaltungsgericht Frankfurt eingelegt. Fazit von Nickel und Hilbig: „Die CDU/FDP-Landesregierung lehnte die Umwandlung der TGS in eine integrierte Gesamtschule ab und verhinderte damit eine positive Entwicklung für die Tümpelgartenschule.“

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Darüber hinaus hätten sich die Grünen bereits im Jahr 2002 gegen die Einrichtung einer weiteren Haupt- und Realschule in der Hessen-Homburg-Kaserne ausgesprochen und schon damals auf die Gefährdung der TGS hingewiesen. Die große Koalition aus SPD und CDU habe dennoch das Schulzentrum-Hessen-Homburg aus der damals fusionierten Eberhard- und Schlossplatzschule aus der Taufe gehoben. Dieser damalige grundlegende Fehler von SPD und CDU solle nun durch die Abschaffung des Haupt- und Realschulzweigs an der TGS korrigiert werden, so die Grünen.

Insgesamt sei der Versuch, den Grünen die Schuld am Auslaufen der Sekundarstufe I an der TGS in die Schuhe zu schieben, fadenscheinig. Und der Einsatz der CDU für die Erhaltung der Förderstufe an der TGS sei geradezu „heuchlerisch“, habe doch die CDU-Landesregierung 1987 die damals flächendeckend vorhandenen Förderstufe abgeschafft und die Eingangsstufen 5 und 6 auch an den Hanauer Gymnasien wieder eingeführt. Zudem habe die Union den Eltern die „Schulartenentscheidungskompetenz“ nach dem 4. Schuljahr zugestanden und damit das Förderstufensterben noch befördert. Denn nach dem Besuch einer Förderstufe entschieden allein die Lehrer über den weiteren Schulweg. Daher schickten immer mehr Eltern ihre Kinder direkt nach der vierten Klasse auf ein Gymnasium, erinnern die Grünen-Politiker.

(did)

Rubriklistenbild: © Symbolbild: dpa

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