„Busticket-Rabatt sinnvoller“

Grünes Licht für „neues“ Parkleitsystem

Hanau -  Einstimmig, bei Enthaltung der Alternativen Linken Fraktion (ALF) , hat die Stadtverordnetenversammlung 390.000 Euro für die Umstellung und Modernisierung des Hanauer Parkleitsystems freigegeben.

Bis zur Eröffnung des „Forum Hanau“ im September soll das System, das Autofahrer auf kurzen Wegen zu freien Parkplätzen in Parkhäusern und Tiefgaragen führen soll, aktualisiert werden. ALF-Fraktionschef Jochen Dohn sieht zwar grundsätzlich die Notwendigkeit für einen solchen Schritt, hält die Kosten aber insgesamt für zu hoch: „Das sollte auch mit weniger Geld gehen.“

Im Zusammenhang mit der Umstellung des Parkleitsystems ist auch eine Diskussion um mögliche Parkrabatte für Kunden in Hanau entbrannt. Bislang zeigt sich der Hanauer Einzelhandel bei einer Gebührenerstattung sehr zurückhaltend. OB Claus Kaminsky (SPD) kündigte eine „kundenfreundliche Überarbeitung“ der Hanauer Parkgebühren an. Allerdings bekommt er nun Gegenwind vom eigenen Parteinachwuchs.

Jusos halten dagegen

Die Jusos Hanau halten die Diskussion um die innerstädtischen Parkplatzgebühren für nicht zielführend. „Das langfristige Ziel kann nur eine deutliche Verringerung des motorisierten Individualverkehrs in Hanau sein“, meint Vorstandsmitglied Maximilian Bieri, „aus ökologischen, gesundheitlichen und ästhetischen Gründen.“ Anstatt einer Reduzierung der Parkhausgebühren um mehr Autos anzulocken, hält er es für sinnvoller, die Preise für die Bustickets zu senken. Hiervon würden alle Menschen profitieren, nicht nur die Autobesitzer. Julian Straub von den Jusos ergänzt: „Es ist nicht nachvollziehbar, wieso Autofahrer mitten in der Innenstadt zu Spottpreisen parken können und die Anwohner unter der Ruß- und Lärmbelästigung zu leiden haben, wohingegen die Preise des ÖPNV immer weiter steigen.“

Generell gehe der Trend in modernen Städten zu einer autofreien Innenstadt. Doch Hanau gebe sich immer wieder sehr autofreundlich, wohingegen es an Fahrradwegen und einem konsequenten Nahverkehr mangele. Die Jusos treten dafür ein, dass im Stadtparlament ein fortschrittliches Verkehrskonzept diskutiert wird. Denn es gebe Alternativen. Die Stadt könne zum Beispiel von Fachpersonal prüfen lassen, ob ein Konzept zur Einrichtung eines „Park and Ride“-Systems am Stadtrand Sinn mache. Besucher würden dann per Bus in das Zentrum kommen. Davon würden auf der einen Seite die Anwohner vom Verkehr entlastet, aber auch Pendler hätten es deutlich leichter, da ihnen die allmorgendliche Parkplatzsuche erspart bliebe.

did

Rubriklistenbild: © Symbolbild: dpa

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