Ein weiteres Türchen

HA-Adventskalender: Hanaus Feuerwehrchef gewährt Einblicke in die Feuerwache

Ständig einsatzbereit: Für Hanaus Feuerwehrchef Peter Hack ist die Drehleiter bei der Rettung von Menschenleben eine unverzichtbare Hilfe.
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Ständig einsatzbereit: Für Hanaus Feuerwehrchef Peter Hack ist die Drehleiter bei der Rettung von Menschenleben eine unverzichtbare Hilfe.

Jeden Tag öffnet der HANAUER ANZEIGER eine Tür, ein Tor oder eine Pforte. Heute ist es die Tür zur Hauptfeuerwache in Hanau.

Hanau – Heute ist es ein ganz wichtiges „Türchen“, das im HA-Adventskalender geöffnet wird. Es ist eines der großen Rolltore auf dem Gelände der Hauptfeuerwache Hanau. Um das schwere Metalltor zu öffnen, braucht es jedoch nicht viel Anstrengung.

Eigentlich reicht dazu nur die Stimme einer Frau. Sie heißt „Steffi“. Es ist ein Spitzname, den die Einsatzkräfte der digitalen Stimme verpasst haben, die aus den zahlreichen Lautsprechern auf dem Gelände der Wache ertönt. Denn „Steffi“ macht den Feuerwehrleuten Beine.

So wie in diesem Fall: „Einsatz Hanau-Mitte! XY-Straße, Zimmerbrand . . . Menschenleben in Gefahr!“, tönt es laut. Gleichzeitig gehen alle Alarmleuchten an. Dann folgt der Ausrückebefehl: „Einsatz für 1/11, 1/46 und 1/30.“ Damit sind die Fahrzeugkennungen gemeint – ein Zug, der aus einem Leitwagen, einem Löschfahrzeug und der Drehleiter besteht und sofort ausrücken muss.

„Jede Sekunde zählt“

„Die Alarmierung erfolgt durch unsere Kollegen von der Zentralen Leitstelle des Main-Kinzig-Kreises“, erklärt Peter Hack, Chef der Hanauer Feuerwehr. Von dort aus wird ebenso das große Rolltor geöffnet, damit alles so schnell wie möglich geht. Immerhin befinden sich Menschen in höchster Not. „Jede Sekunde zählt. Deshalb weiß in unserer Mannschaft jeder bereits zum Beginn der Schicht, welches Fahrzeug er besetzen muss. Im Fall der Drehleiter sind es dann zwei Wehrleute.“ Und wenn das große Fahrzeug mit Sondersignal und Blaulicht ausrückt, wird es meistens ernst. So ist von der Fernmeldezentrale der Feuerwehr nur noch ein Knopfdruck nötig: Das Eingangstor öffnet sich, die Lamboystraße wird sofort durch Ampeln gesperrt – Vorfahrt für die Retter! Noch bevor das erste Einsatzfahrzeug den Hof verlässt, wissen alle, wohin die „Reise“ geht. „Die Einsatzleiter haben sofort einen Alarmausdruck, auf dem auch ein Vorschlag für die schnellste Anfahrt vermerkt ist.“ Wenn das Einsatzstichwort „1/30“ fällt, ist immer die Hanauer Drehleiter gemeint. Dann wissen alle: Es wird ernst. „Sie steht nicht nur für Hanau zur Verfügung, sondern rückt vor allem auch nach Bruchköbel, Erlensee oder Großkrotzenburg aus“, erklärt Hack.

Zunächst steht die Rettung von Menschen im Mittelpunkt. „Die Leiter kann, je nach Standort, zum Objekt bis zu 23 Meter weit ausfahren. Das reicht dann bis in das achte Obergeschoss.“ Auf luftiger Höhe sind dann auch Löscharbeiten möglich, über eine Leitung wird das Wasser eingespeist.

65 haupt- und 260 ehrenamtliche Brandschützer an Bord

„Oft werden wir jedoch auch zur Unterstützung des Rettungsdienstes gerufen, wenn es nötig wird, Patienten aus schwer zugänglichen Wohnungen zu transportieren.“ Oder um, wie in diesem Jahr geschehen in Bruchköbel, Waldarbeiter, die mit ihrer eigenen Hubbühne fast verunglückt wären, aus gefährlichen Höhen auf den sicheren Boden zurückzuholen. Deshalb wird die Drehleiter ständig gepflegt. Ist das riesige Fahrzeug mal in der eigenen Werkstatt, rückt umgehend die Leiter aus Großauheim in die Hauptwache ein. „Wir müssen ständig einsatzbereit sein.“ Und wenn die Feuerwehr Hanau im Einsatz ist? „Dann werden unsere Kollegen in Maintal in Einsatzbereitschaft versetzt. Dort ist eine weitere Drehleiter stationiert, um im Ernstfall sofort eingreifen zu können.

Doch Hack hofft im Namen aller 65 hauptberuflichen sowie der 260 ehrenamtlichen Brandschützern und deren Familien in allen Stadtteilen auf ein ruhiges Weihnachtsfest. „Zum Glück gibt es die Rauchmelderpflicht. Denn wenn wir früh genug alarmiert werden, sind größere Brände mit schlimmen Folgen noch zu verhindern.“ Von den bislang über 1400 Einsätzen der Hanauer Feuerwehr in diesem Jahr seien „80 Prozent real“ gewesen. der Rest meist Störungen oder Fehlalarme.

Obacht bei echten Kerzen am Weihnachtsbaum!

„Ich kann unter den derzeitigen Corona-Bedingungen nur zu gut verstehen, dass alle Bürger ein gemütliches Fest daheim feiern wollen“, sagt Hack, der keineswegs Vorschriften machen will. Er appelliert jedoch an die Vernunft aller, besonders die Adventskränze und Bäume niemals unbeaufsichtigt zu lassen.“

„In der Raumluft werden die Kränze und Tannen schnell trocken. Wenn sie in dann Feuer fangen, dann kann das verheerende Folgen haben“, warnt Hack. Daher sei bei den Weihnachtsbäumen mit die mit echten Kerzen geschmückt werden, äußerste Vorsicht geboten. „Unser Tipp lautet daher: Stellen Sie auf alle Fälle einen gefüllten Eimer Wasser in sichere Reichweite.“

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