"Kreative Ansätze weiter verfolgen" 

Diskussion um Schlossplatz Hanau: CDU stellt sich gegen Magistratsvotum

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„Schöpferische Nachbauten“ auf historischen Baulinien: So will Investor KCI den Schlossplatz neu gestalten. Die CDU favorisiert im Gegensatz zum Magistrat diesen Entwurf.

In der Debatte um den Schlossplatz in Hanau hat sich die CDU gegen das Votum des Magistrats ausgesprochen - und für eine historisierende Bebauung.

Hanau – In der Diskussion um die künftige Schlossplatz-Gestaltung hat sich die CDU für eine historisierende Bebauung ausgesprochen. Bereits im Vorfeld der Sitzung des Struktur- und Umweltausschusses, die am Donnerstagabend stattfand und die zum Redaktionsschluss noch andauerte, positionierte sich die Union damit gegen die Empfehlung des Magistrats, der das Konzept von Terramag/Baugesellschaft favorisiert.

Schlossplatz Hanau: CDU stellt sich gegen Magistratsvotum

Die Hanauer Christdemokraten, so erklärte deren Fraktionsvorsitzende Isabelle Hemsley, hätten den Prozess zur vermutlich vorerst letzten großen Baumaßnahme an einem zentralen Platz in der Hanauer Innenstadt von Beginn an intern begleitet und die verschiedenen Interessenten zum Teil mehrfach in ihre Sitzungen eingeladen, um deren Entwürfe mit ihnen zu diskutieren. Bereits in einer frühen Phase sei der historisierende Entwurf der Frankfurter Investoren KCI innerhalb der CDU-Fraktion favorisiert worden.

Nach dem Bürgerwochenende im März, vielen Gesprächen mit Hanauerinnen und Hanauern habe sich herausgestellt, dass die Stadtgesellschaft sich mehrheitlich einen „identitätsstiftenden Platz“ wünsche. Mit diesem Wunsch reihten sich die Hanauer in eine Vielzahl ähnlicher Vorhaben im Bundesgebiet ein. Die Frankfurter Altstadt sei hier an erster Stelle zu nennen, aber auch in Offenbach gebe es ähnliche Überlegungen.

Hanau: Wie soll der Schlossplatz in Zukunft aussehen?

„Modernität und Urbanität haben wir im Rahmen des Stadtumbaus bewiesen,“ meint Isabelle Hemsley. Die aktuelle Diskussion, die in den vergangenen Jahren sehr gelungene Aufwertung des Altstädter Marktes und das neue öffentliche Leben in diesem Teil der Stadt zeige jedoch, dass die Hanauer auch ihre historische, ursprüngliche Stadtidentität herbeisehnten. „Für uns als CDU steht die Meinung der Bürger im Vordergrund. Daher sollte man deren Herzenswunsch folgen und gemeinsam mit der Bevölkerung an einer tragfähigen und wirtschaftlich umsetzbaren Lösung arbeiten“, so Hemsley.

Das Konzeptvergabeverfahren sei ja genau aus dem Grund im vergangenen Jahr gewählt worden, um ein breites Feld an Bewerbern und Entwürfen präsentieren zu können. „Ob man es nun befürwortet, dass eine städtische Gesellschaft sich mit bewirbt und damit ein im Grunde neutrales Verfahren infrage stellt, kann man politisch diskutieren“, merkt Hemsley kritisch an. Dies sei aber für die Platzgestaltung nicht der ausschlaggebende Punkt.

Schlossplatz Hanau: "Meinung des Bürgers sollte akzeptiert werden"

Man habe bewusst den Bürgern als Erstes die Entwürfe am Bürgerwochenende ausführlich vorgestellt, um dort ein Meinungsbild abzufragen. Das Ergebnis damals und auch die Stimmen in den Medien der vergangenen Wochen sprechen aus Sicht der CDU eine andere Sprache als der aktuell vom Magistrat favorisierte Entwurf. „Wenn man den Bürger beteiligt, sollte man dessen Meinung auch akzeptieren und neben der Vernunft auch kreative Ansätze weiterverfolgen“, meint der Stadtverbandsvorsitzende der CDU, Joachim Stamm. Man könnte auch überlegen, die Baugesellschaft als Co-Investor im Rahmen der beiden anderen Entwürfe einzubinden oder den historisierenden Entwurf vonseiten der Baugesellschaft/Terramag aufgreifen.

„Eine Bebauung mit vorsichtigen, aber erkennbaren historischen Bezügen hat nichts mit Disneyland zu tun und gibt der Diskussion einen falschen Beigeschmack. Die nach Ansicht des Oberbürgermeisters nur „aufgekleisterten Fassaden“ begeistern in der Frankfurter Altstadt eine Vielzahl von Menschen“, ergänzt die CDU-Stadtverordnete Hildegard Geberth.

Schlossplatz Hanau als "Herzensprojekt"

„Auch in unserer Fraktion gibt es unterschiedliche Meinungen, doch im Ergebnis sind wir gewählte Vertreter der Hanauer Stadtgesellschaft, die dieser auch eine Stimme geben. Aus diesem Grund werden wir dem Herzensprojekt folgen mit dem eindeutigen Verweis darauf, dass die Wirtschaftlichkeit sichergestellt werden muss“, stellt Hemsley fest. Neben dem Bürgerwunsch komme der Vorschlag von KCI auch den jahrelangen Forderungen nach einer Hotelbebauung nach, die die Tagungsauslastung des CPH unterstützen könnte. 

Der CDU sei wichtig festzuhalten, dass es sich „nicht um eine Entscheidung gegen städtische Gesellschaften und Unternehmer handelt“. Vielmehr wolle man die Chance nutzen, das Bestmögliche bei der Bebauung des Schlossplatzes für die Stadt Hanau herauszuholen, betonen Hemsley und Stamm.
did

Bereits vor der Sitzung gingen die Meinungen der Stadtverordneten auseinander. Und während über die Gestaltung des Schlossplatzes gestritten wird, kommt ein Sportler aus Hanau auf das Huhn. Und wer weiß, vielleicht treffen sich ja alle Parteien auf dem Bürgerfest und feiern gemeinsam, das Bürgerfest geht vom 06. bis 08.09.

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