Städtische Freiwilligenagentur in Hanau

Beim Speed Dating wollen Einrichtungen ehrenamtliche Helfer anwerben

+
Was einen bei einer ehrenamtlichen Tätigkeit erwartet, das konnte man in Kurzform bei einem Speed Dating erfahren, das die städtische Freiwilligenagentur im Kulturforum organisiert hatte.

Freiwilligendienste sind eine wichtige Stütze der Stadtgesellschaft. Ehrenamtliche Helfer und Organisationen, Einrichtungen oder Vereine, die Unterstützung benötigen, zusammenzubringen, das leistet die städtische Freiwilligenagentur.

Hanau - Rund 800 Ehrenamtler hat sie seit ihrer Gründung vor rund zehn Jahren an Organisationen vermittelt, die sich in unterschiedlichen Bereichen engagieren. Und der Bedarf ist ungebrochen. Mit einem Speed Dating im Kulturforum für jene, die ein neues Betätigungsfeld suchen, und einem Dutzend Einrichtungen unternahm die Freiwilligenagentur einen weiteren Versuch, um potenzielle Helfer zu gewinnen.

„Ehrenamtler möchten auch gerne verschiedene Bereiche ausprobieren“, ist die Beobachtung von Ideengeberin Iris Fuchs, die seit rund drei Jahren das Netzwerk der Freiwilligendienste koordiniert. Einen ersten Eindruck über verschiedenste Einrichtungen gewinnen, das konnten die Interessenten bei diesem Speed Dating für das pro Organisation sieben Minuten Zeit zur Verfügung stand, um sich und das Betätigungsfeld vorzustellen, für das Hilfe gesucht wird.

„Häufig hat man als potenzieller freiwilliger Helfer das Gefühl, schnell vereinnahmt zu werden“, sagt Fuchs. Das Zeitfenster von sieben Minuten soll dem entgegenwirken und den informativen Charakter betonen. „Zu Hause kann man dann in Ruhe überlegen, ob die Arbeit passt.“

„Ich gehe bald in Rente und möchte mich gern engagieren. Am liebsten in der Obdachlosenhilfe“, sagt eine Besucherin am Tisch des Vereins Südlichter. Zwar bietet der Verein kein solches Hilfsangebot an, stattdessen werden vor allem Helfer für die Quartiersküche gesucht, oder auch Unterstützer von Senioren- und Sozialprojekten. Die Interessentin will es sich trotzdem überlegen.

Unterstützung wird benötigt

Ähnliche Erfahrungen machen auch die anderen Einrichtungen, wie das Hessische Puppen- und Spielzeugmuseum oder die Vertreterin der Martin-Luther-Stiftung. „Wir wollen die Gemeinschaft stärken. Zeit ist schließlich das Kostbarste, was man verschenken kann“, sagt Kinga Mallwitz, hauptamtliche Ehrenamtskoordinatorin der Einrichtung, zur Motivation, am Speed Dating teilzunehmen. Und so hoffen auch die Vertreterinnen von „Mobile Wohnberatung“ über „Menschen in Hanau“ bis zu den städtischen Eigenbetrieben Kinderbetreuung, dass der ein oder andere Besucher „Zeit verschenkt“ und sich für sie entscheidet. Denn Unterstützung tut Not.

Einige erste Hürden konnten für die Interessenten in dem siebenminütigen Erstgespräch bereits aus dem Weg geräumt werden. „Die Sorge, sich gleich für einen längeren Zeitraum verpflichten zu müssen, ist unbegründet. Das Ehrenamt soll Spaß machen“, heißt es.

von Matthias Grünewald

DAS KÖNNTE SIE AUCH INTERESSIEREN

Kommentare