Baumschule

Baumschule in Hanau: Pflänzchen für ganz Hessen

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Nadel- und Laubhölzer warten im Kühlhaus auf die Auslieferung. Etwa 1,5 Millionen Pflanzen werden pro Jahr in der Baumschule von Hessen-Forst an der Rodenbacher Chaussee gezogen. 

1,5 Millionen Pflanzen werden pro Jahr in Hanau gezogen. Die Baumschule verkäuft Bäume nach ganz Hessen.

Hanau – In der Baumschule von Hessen-Forst an der Rodenbacher Chaussee herrscht emsige Geschäftigkeit. Laub- und Nadelbaumsetzlinge werden aus den Anzuchtbeeten entnommen und für die Auslieferung fertig gemacht. Denn in den Wäldern der hessischen Forstamtsbezirke, in den kommunalen und den privaten Wäldern steht die Pflanzzeit an. Und deshalb wird das Team von Joachim Göbel, technischer Leiter der Forstbaumschule in Hanau, in den kommenden Wochen in ganz Hessen unterwegs sein, um den Nachwuchs für den Wald termingerecht zu liefern.

Etwas über 20 der 41 hessischen Forstämter sind Kunden der Hanauer Forstbaumschule, die an der Versorgung mit Setzlingen einen Anteil von rund 30 Prozent hat, sagt Forstamtsleiter Christian Schaefer. Doch der Bedarf an Pflanzen steige dramatisch aufgrund der Schädigungen durch Stürme und ausgedehnte Trockenheit in den vergangenen Jahren. Die Forstbaumschule an der Rodenbacher Chaussee, in der pro Jahr etwa 1,5 Millionen Pflanzen gezogen werden, sei an ihrer Kapazitätsgrenze, unterstreicht Joachim Göbel. Bedingt auch durch die klimatischen Veränderungen sei die Nachfrage dramatisch angestiegen. Eine Nachfrage, die auf dem Grund der 13 Hektar großen Forstbaumschule gar nicht gedeckt werden könne, wo derzeit alleine rund eine Million Eichensetzlinge gepflegt werden.

Douglasien sind als Ersatz für Kiefern gefragt. Etwa eine Viertelmillion dieser Bäumchen stehen in Hanau zur Auslieferung bereit.

Bergahorn, Spitzahorn, Erle und Wildkirche gehören zu den weiteren Laubgewächsen, die in der Forstbaumschule gezogen werden. Douglasie, die laut Göbel „sehr gefragt“ ist und von der rund eine viertel Million zur Auslieferung ansteht, und Weißtannen gehören zum Bestand der Nadelbäume, die bei der Baumschule im Angebot sind. Über 20 verschiedene Baum- und zehn Straucharten werden dort aufgezogen. Wobei die Laubbäume eine kurze Verweildauer in den Anzuchtbeeten haben. Sie verbleiben im Schnitt etwa ein Jahr dort, während die Nadelgehölze bis zu vier Jahre gepflegt werden, bevor sie in den Verkauf kommen.

Joachim Göbel (links) und Christian Schaefer vor einem Eichenbeet in der Baumschule. Etwa ein Jahr dauert die Aufzucht der Laubbäume.

Dieser Tage wirken die Beete mit dem Nachwuchs für den hessischen Wald etwas trist. An den etwa 30 Zentimeter hohen jungen Eichen hängen noch braune Blätter aus dem vergangenen Jahr, andere Setzlinge recken sich kahl ins graue Licht, zwischen den Pflanzreihen haben sich große Pfützen gebildet. Nicht das schlechteste Wetter zum Anpflanzen, sagt Forstamtsleiter Schaefer, der gerade auch bei den Eichen auf die Qualitätsgarantie hinweist, die bei den Produkten aus der Forstbaumschule besten Gewissens gegeben werden können – auch durch den Sameneinkauf bei der Samendarre des Forstamtes. Herkunftssicherung, genetische und physische Qualität würden künftig eine immer bedeutendere Rolle bei de Nachpflanzungen spielen. Da sei es gut zu wissen, „aus welcher Quelle die Pflanzen kommen“. Die kann bei den Setzlingen aus der Forstbaumschule Wolfgang in der Regel lückenlos nachgewiesen werden. Und viele der Setzlinge wandern dieser Tage von den Beeten ins Kühlhaus, wo sie bei drei Grad Celsius ihren Hang, endlich austreiben zu können, zurückfahren. Bis zur Auspflanzung am endgültigen Standort.

Von Dieter Kögel

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