Eröffnung

Gäste angetan vom Klein-Auheimer „Radwerk“

+
Mit Bildern, Tafeln und Exponaten ist die Ortsgeschichte anschaulich dargestellt.

Wie sich das „Radwerk“, das neue Zentrum für die Präsentation der Klein-Auheimer Ortsgeschichte in den Hallen einer ehemaligen Druckerei in der Gutenbergstraße 7, entwickeln wird, das wird die Zukunft zeigen.

Klein-Auheim – Eines allerdings ist seit der feierlichen Eröffnung am Sonntag mit einem rundum gelungenen Sommerfest jetzt schon klar: Räumlichkeiten, Konzept und Ausstellungsgestaltung überzeugen.

So sahen es auch die vielen hundert Besucher, die zur Eröffnung des Festes gegen elf Uhr am Veranstaltungsort eingelaufen waren und einen ersten Blick in die Ausstellungsräume geworfen hatten. Draußen unterhielt in der sommerlichen Hitze das Duo „Soggeschuss“ die Gäste mit Rock, Folk und Countrysongs, während sich die Fahrradparkplätze auf dem Gelände sichtbar füllten. Für Autos war die Gutenbergstraße gesperrt. Und das Fahrrad, es ist am und im „Radwerk“ ohnehin zu Hause: In Form der Bauer-Räder aus der Sammlung von Jörg Schulisch. Die „Größte der Welt“, wie Hanaus Oberbürgermeister Claus Kaminsky betonte, und die von der Stadt für die Präsentation im „Radwerk“ angekauft worden ist.

Alltagstaugliche Straßenräder, Rennräder, selbst Lastenräder waren in der Klein-Auheimer Firma gefertigt worden, wovon Ausstellungsstücke zeugen. Und so etwas wie Mofas gab es damals auch schon. Die Firma Bauer hatte verschiedenste Modelle des Fahrrades mit Hilfsmotor entwickelt, die ihren Platz neben den aus der Klein-Auheimer Fabrik gerollten Motorrädern gefunden haben. Nicht nur für Motorradfans ein optisches und auch ein haptisches Erlebnis. Denn Anfassen ist nicht ausdrücklich verboten.

Nur eine Tür weiter kann sich der Besucher in Günthers Fahrradladen ansehen, was aus den Velos mittlerweile geworden ist, nachdem sich die Technik bei Material, Gestaltung und Gebrauch enorm weiterentwickelt hat. Doch bevor es in die Gegenwart geht, steht der Gang durch die Klein-Auheimer Ortsgeschichte an. Anschaulich dargestellt in Schaubildern, Bildtafeln und mit ausgesuchten Exponaten in den Vitrinen, die wohltuend überschaubar gestaltet und nicht überladen sind, den Blick für Wesentliches freihalten. Bildung, Gesundheit, Alltag sind nur einige der Themen, mit denen aus den Beständen des Klein-Auheimer Heimat- und Geschichtsvereins die jeweiligen Epochen und Kapitel plastisch dargestellt werden.

Die Sammlung von Bauer-Fahrrädern bildet eine Abteilung im „Radwerk“ in Klein-Auheim, das am Sonntag mit einem Sommerfest eröffnet wurde.

Auch die Klein-Auheimer Schlepperfreunde, die rund ein Dutzend Traktoren aus ihrem Depot in den Großauheimer Bautz-Werken ins „Radwerk“ geholt und dort ausgestellt haben, tragen mit ihren historischen Landmaschinen zum besseren Verständnis der damaligen Produktionsmethoden bei. Im November, so Bernd Laukel von den Hanauer Eisenbahnfreunden, kommen noch die Modellanlagen des Vereins in den bereits angemieteten Räumen im „Radwerk“ dazu. Und im gemütlichen Café-Bistro lockt die süße Verführung. Schokoladige Appetitmacher spendierte das Team am Sonntag bei der Eröffnung.

Das „Radwerk“ präsentierte sich zu seiner Premiere als rundum gelungenes und spannendes Projekt, „ein großes Gemeinschaftswerk, das hier entstanden ist“, wie OB Kaminsky auf der Bühne, umgeben von vielen Mitwirkenden, betonte.

Die Ausstellungen im „Radwerk“ sind samstags und sonntags von 11 bis 17 Uhr geöffnet. Dafür sorgen die ehrenamtlichen Helfer, die den Betrieb des neuen Zentrums für die Klein-Auheimer Ortsgeschichte aufrecht erhalten.

VON DIETER KÖGEL

DAS KÖNNTE SIE AUCH INTERESSIEREN

Kommentare