Ist etwas Gefährliches in meinem Drink?

Hanauer Frauenbüro verteilt Armbändchen mit Schnelltest auf K.o.-Tropfen

Die Frauenbeauftragte Monika Kühn-Bousonville stellt die Testarmbänder vor.

„Lass dein Glas nie unbeaufsichtigt!“ Diese Warnung haben viele Mädchen und Frauen schon gehört, wenn sie im Begriff sind auszugehen. Grund sind die K. o.-Tropfen, die - zumeist Frauen - heimlich ins Getränk gemischt werden und sie hilflos machen sollen.

Hanau – Oft handelt es sich bei den Tropfen um die Substanz Gamma-Hydroxybuttersäure (GBH), die nur wenige Stunden nach Einnahme im Blut oder Urin nicht mehr nachgewiesen werden kann. Menschen, die unter dem Einfluss von GBH stehen, wirken stark betrunken, haben Erinnerungslücken und werden eventuell bewusstlos.

Armband bisher nur online erhältlich

Seit einigen Wochen ist ein Teststreifen-Armband auf dem Markt, mit dessen Hilfe Drinks einfach vor Ort auf die Substanz GBH getestet werden können. Entwickelt wurde es von Kim Eisermann und ihrem Freund Sven Häuser, nachdem eine gemeinsame Freundin der beiden Opfer von K.o.-Tropfen wurde. Bisher kann das Xantus-Drinkcheck-Armband nur online gekauft werden. Monika Kühn-Bousonville, die Frauenbeauftragte der Stadt Hanau, hat nun 250 der Armbänder gekauft, um sie an Mädchen und Frauen in Hanau zu verteilen.

„Es gibt zwei Testfelder auf dem weißen Papierarmband“, erläutert sie. „Auf das Testfeld kann ein Tropfen aus dem Glas gegeben werden. Färbt sich das Testfeld innerhalb von zwei Minuten blau, dann enthält das Getränk GBH, also K.o.-Tropfen.“

Armband entbindet nicht von Pflicht, auf das Getränk zu achten

Kühn-Bousonville weist jedoch darauf hin, dass nicht immer nur ausschließlich die Substanz GBH verwendet werde, um Frauen außer Gefecht zu setzen. „Es können auch andere Substanzen im Spiel sein, die das Armband nicht testen kann.“ Das Armband entbinde PartygängerInnen daher nicht von der Pflicht, gut auf ihr Getränk zu achten – und auf ihre Freundinnen und Freunde, am Besten bis zur Haustür.

Falls es doch einmal vorkommt, dass man abends oder nachts allein den Heimweg antritt, hat Kühn-Bousonville einen Tipp: Das bundesweite Heimwegtelefon ist unter 030 12074182 (Sonntag bis Donnerstag von 20 bis 24 Uhr, Freitag und Samstag von 22 bis 4 Uhr) erreichbar. Hier sitzen Ehrenamtliche, die Menschen telefonisch auf dem Nachhauseweg begleiten. Die Gespräche sollen Sicherheit vermitteln und mögliche Angreifer abschrecken. Weitere Möglichkeiten sind Begleit-Apps wie WayGuard oder Vivatar.

Wer ein Drinkcheck-Armband haben möchte, kann es beim dm-Drogerie-Markt online bestellen oder sich ans Hanauer Frauenbüro wenden, Telefon 06181 295-467, E-Mail: onika.kuehn-bousonville@hanau.de.   

cs

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