Museumseisenbahn

Lokschuppenfest gewährt Blicke in die Vergangenheit

Auch Modellbahnfreunde kamen beim „Lokschuppenfest“ in den Heideäckern auf ihre Kosten.

Beim Lokschuppenfest hatten die Besucher die Möglichkeit, die Stadt Hanau in den Glanzzeiten des Hanauer Bahnbetriebwerkes kennenzulernen.      

Hanau – Mit zwei Tagen der offenen Tür, ihrem traditionellen „Lokschuppenfest, beteiligte sich der Verein Museumseisenbahn Hanau an den Tagen der Industriekultu Rhein-Main. 

Bei Führungen gewährte der Verein Einblicke in Vergangenheit, Gegenwart und Zukunft des Bahnbetriebswerkes in den Heideäckern. Dort wird die Eisenbahngeschichte Hanaus greifbar.

Früher gab es hundert Dampflok auf dem Areal

Mehr als 100 Dampfloks waren in der Glanzzeit des Hanauer Bahnbetriebswerkes auf dem rund 20. 000 Quadratmeter großen Areal untergebracht, sagt Gerhard Wagner vom Verein der Museumseisenbahn bei seiner sehr gut besuchten Nachmittagsführung. Rund 900 Menschen seien dort beschäftigt gewesen. Als Lokführer, Zugbegleiter, Techniker, zwischen 30 und 50 junge Leute seien pro Jahr dort in den verschiedenen Berufen ausgebildet worden. Rund 900 Beschäftigte, „das ist eine kleine Ortschaft.“

Groß war das Interesse an den „Tagen der offenen Tür“ im ehemaligen Bahnbetriebswerk Hanau. Dort macht der Verein Museumseisenhahn Hanau Bahngeschichte greifbar. Fotos: kögel

Diese Zeiten sind lange vorbei. Aber das Bahnbetriebswerk existiert auch Dank des Engagements der Museumseisenbahn und der Stiftung Bahnbetriebswerk noch und die Existenz ist gesichert. Auch wenn viel Geld vonnöten ist, um die anstehenden Aufgaben zu bewältigen. Eine davon konnten sich die Teilnehmer der Führungen im großen Ringlockschuppen ansehen. Die Dampflok 503552, getauft auf den Namen „Stadt Hanau,“ die sich gerade in einer technischen Untersuchungsphase befindet, um die Zulassung für die Schiene wieder zu bekommen. Denn die 135 Tonnen schwere „Stadt Hanau“ zieht nicht nur die Ausflugszüge der Museumseisenbahn, sie verdient ihr Geld zuweilen auch mit Materialtransporten für externe Auftraggeber.

Museumseisenbahner suchen noch Sponsoren

Der Tender ist abmontiert, steht im Schuppen ein Gleis weiter für die technischen Untersuchungen bereit, die insgesamt laut Wagner einen größeren Handlungsbedarf zutage gefördert haben, als ursprünglich gehofft. Doch da müssen sie durch, die Museumseisenbahner. Gerne auch mit Unterstützung von Sponsoren, sagt Sven Gutmann vom Vereinsvorstand.

Er hofft, dass Lok 503552 an Ostern 2020 wieder Dienst auf der Strecke tun kann. Denn inzwischen müssen für die Ausflugsfahrten, mit denen der Verein sein Geld verdient, Dampfloks angemietet werden. Ein zusätzlicher Kostenfaktor für den Verein. Doch ausfallen werden die Fahrten nicht. Eine der insgesamt vier Weihnachtsfahrten sei bereits so gut wie ausgebucht, sagt Gutmann, während Gerhard Wagner seine Gruppe in den Rechteckschuppen führt – ein weiteres Sorgenkind des Vereins.

Die nächste Baustelle: Der Rechteckschuppen, dessen Dach eingestürzt ist, soll wieder aufgebaut werden.

Denn dort war die Decke eingestürzt, Teile der Wände müssen nun aufgemauert werden, erklärt Wagner und die Dachkonstruktion soll dem Original so nahe wie möglich kommen. Auch um Denkmalschutzbelange zu berücksichtigen. Derzeitige Kostenschätzungen liegen bei rund 600000 Euro. Die Museumseisenbahner hoffen auf Unterstützung durch den Denkmalschutz. Ein Antrag ist bereits gestellt.

Lokschuppenfest in Hanau ist gleichzeitig Tag der offenen Tür

Verbunden mit dem Tag der offenen Tür waren die Modellbautage. Zahlreiche Eisenbahnanlagen waren in der großen Werkstatt aufgebaut worden, um die Welt der Loks im Kleinen zu präsentieren. Die Gäste aus dem Kahlgrund ließen ihre Arbeitslokomotiven entlang einer Hafenmole in Aktion treten, die Eisenbahnfreunde Riederwald steuerten ihre Bahnen durch Natur- und Stadtlandschaften, mit ihren 5 Zoll Bahnen zeigte die Mühlheimer Modellbaufreunde, dass es auch größer geht und die Museumseisenbahner setzten mit ihrer kleinen Lok zum Mitfahren auf den Anhängern da sogar noch einen drauf.

Der kleine Markt mit Gleisen, Fahrzeugen, Gebäuden und anderem, was die perfekte Anlage für den Hausgebrauch ausmacht, lockte zusätzlich die Modellfreunde. Und Sven Gutmann ist sich sicher: Wer Spaß an den kleinen Bahnen hat, der staunt auch gerne mal über die großen Maschinen auf den Gleisen draußen vor der Halle.

VON DIETER KÖGEL

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