„Umgang mit der Natur wird immer respektloser“

Kampagne soll Wildpark-Besucher dazu anhalten, ihren Müll ordnungsgemäß zu entsorgen

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Die Ideen hinter ihren Plakaten zum Thema Müllvermeidung erklärten August-Bebel-Schüler im Hanauer Kulturforum Ministerin Priska Hinz.

Sichtbare Zeichen gegen immer mehr Müll setzen das Wildpark-Team in Klein-Auheim und die Steinheimer Dependance der August-Bebel-Schule seit Donnerstag im Hanauer Kulturforum: 30 Plakate, von den angehenden Kommunikationsdesignern des beruflichen Gymnasiums gestaltet, rücken mit originellen, teils auch provokanten Motiven ein weltweites Problem mit lokalen Wurzeln in den Blick. Zur Eröffnung der Ausstellung kam unter anderem Hessens Umweltministerin Priska Hinz (Grüne).

Hanau – Was haben Plastikmüllberge an karibischen Stränden, Klimafolgen in Afrika oder die Billigproduktion von T-Shirts in Entwicklungsländern mit dem Hanauer Wildpark zu tun? Für die Ministerin gibt es keinen Zweifel: Als Ort der Umweltbildung mit jährlich über 200.000 Besuchern biete sich die Fasanerie für die Vermittlung aufrüttelnder Botschaften geradezu an. Auch lasse sich die Nachhaltigkeitsstrategie der Landesregierung, Teil einer weltweiten Bewegung vom Lokalprojekt bis hinauf zur globalen Agenda 2030, dort besonders gut sichtbar machen.

Nicht zuletzt macht sich der wachsende Abfall-Ausstoß der Konsumgesellschaft laut Sabine Scholl, als Umweltpädagogin im Hessen-Forst-Team für das Projekt verantwortlich, auch im Wildpark unmittelbar bemerkbar. Insbesondere nach besucherstarken Wochenenden seien die Tierpfleger stundenlang damit beschäftigt, das Gelände mit über 100 Hektar Wald von achtlos weggeworfenem Müll zu befreien. „Die Menschen schätzen die Natur als Lebensraum, aber der Umgang damit wird immer respektloser“, hat Scholl in den vergangenen Jahren beobachtet. Nicht böser Wille, vielmehr Bequemlichkeit und Nachlässigkeit seien die Wurzeln des Problems.

So soll die Kampagne für weniger Müll nach dem Auftakt mit den Schüler-Plakaten auch im Wildpark selbst ihren Niederschlag finden. Nächstes Jahr um diese Zeit hofft das Team laut Scholl ein „ökologisches Leitsystem“ in der Fasanerie in Betrieb nehmen zu können, wiederum gestaltet von den August-Bebel-Schülern, die sich nach Wahrnehmung der Ministerin mit ihrem Lehrer Horst Olbrisch weit über das normale Maß hinaus in der Kampagne engagieren. Hinz ist Schirmherrin der Aktion, die sich hervorragend in Programme wie die hessische Mehrwegkampagne oder die gerade entwickelte Plastik-Vermeidungsstrategie ihres Ministeriums einfüge.

Auch die Bemühungen der Stadt sieht Oberbürgermeister Claus Kaminsky durch die Wildpark-Initiative trefflich ergänzt. Der Vermüllung in Grünanlangen habe die Kommune den Kampf angesagt, trage Botschaften zur aktiven Abfallvermeidung über ihr Umweltzentrum verstärkt in die Schulen und andere Bildungseinrichtungen und widme sich gezielt Handlungsfeldern wie etwa dem Wochenmarkt, wo sich in Sachen Plastikvermeidung noch einiges bewegen lasse. Die Plakatausstellung im Kulturforum ist bis zum 23. Juni zu sehen. Danach soll sie anderen öffentlichen Einrichtungen zur Verfügung stehen. Kontakt: sabine.scholl@forst.hessen.de.

VON OLIVER KLEMT

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