P43 wird wohl wie geplant durch Unterfranken geführt

Protest hat Erfolg: Trasse läuft nicht durch den Main-Kinzig-Kreis

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Die Hochspannungs-Wechselstromtrasse P43 wird durch Unterfranken und nicht durch Südhessen und damit durch den Main-Kinzig-Kreis verlaufen.

Die Hochspannungs-Wechselstromtrasse P43 wird durch Unterfranken und nicht durch Südhessen und damit durch den Main-Kinzig-Kreis verlaufen.

Hanau – Der gemeinsame Schulterschluss war erfolgreich: Wie die beiden heimischen Bundestagsabgeordneten Dr. Katja Leikert (CDU) und Dr. Sascha Raabe (SPD) mitteilen, wird die Hochspannungs-Wechselstromtrasse P43 nun aller Voraussicht nach doch wie geplant durch Unterfranken und nicht - wie seitens des Freistaates Bayern gefordert - durch Südhessen und damit durch den Main-Kinzig-Kreis verlaufen.

Trasse (P43) soll soweit wie möglich in Erdverkabelung gebaut werden

Um die Belastung für die betroffenen Anwohner in Bayern so gering wie möglich zu halten, soll die Trasse soweit wie möglich in Erdverkabelung gebaut werden. So sieht es der Lösungsvorschlag des Bundeswirtschaftsministeriums vor, der an die Bundesnetzagentur übermittelt wurde.

Unter der Federführung von Leikert und Raabe hatten über 40 hessische Politiker aus Land und Bund - darunter auch die Bundestagsabgeordneten Dr. Peter Tauber (CDU) und Bettina Müller (SPD) sowie die Landtagsabgeordneten Max Schad, Heiko Kasseckert, Michael Reul (alle CDU) sowie Christoph Degen und Heinz Lotz (beide SPD) - bei Bundeswirtschaftsminister Peter Altmaier gegen die Forderungen aus Bayern interveniert.

Die Abgeordneten hatten unter anderem darauf hingewiesen, dass die Ursprungsvariante P43 von Mecklar nach Grafenrheinfeld auch im zweiten Entwurf des Netzentwicklungsplanes 2030 von den Netzbetreibern als die netztechnisch effizienteste Trassenführung bewertet wurde. Diese Variante war auch vom Deutschen Bundestag im gültigen Bundesbedarfsplan bestätigt worden.

Trassenführung durch Südhessen länger und teurer

Die alternative Trassenführung durch das dicht besiedelte Südhessen wäre hingegen nicht nur länger, sondern auch deutlich teurer geworden. Der hessische Wirtschaftsminister Tarek Al-Wazir (Grüne), der sich genauso wie die Kreisbeigeordnete Susanne Simmler (SPD), ebenfalls deutlich gegen den Bau von P43 positioniert hatte, sprach von Mehrkosten im dreistelligen Millionenbereich. Für die Kommunen entlang der Strecke hätte die alternative Trassenführung große Unsicherheiten bei der Ausweisung neuer Baugebiete mit sich gebracht.

„Wir sind hier nicht nach dem St. Florians-Prinzip aktiv geworden, sondern auf Basis von Fakten. Wenn wir die Bürgerinnen und Bürger bei der Energiewende mitnehmen wollen, dann müssen am Ende die besseren Argumente den Ausschlag geben. Das ist hier der Fall, und deswegen sind wir mit dem Ergebnis sehr zufrieden“, erklären Leikert und Raabe laut Mitteilung.

Der nun vorliegende Entwurf sei ein guter Kompromiss, der sowohl den Erfordernissen der Energiewende, als auch den Bedürfnissen der betroffenen Bürger Rechnung trage. „Die Tatsache, dass ein Großteil der Strecke unterirdisch verlaufen, und dass eine zweite geplante Stromtrasse, die sogenannte P44 von Grafenrheinfeld ins thüringische Schalkau, komplett entfallen soll, zeigt, dass das Bundeswirtschaftsministerium trotz unterschiedlicher Interessenslagen eine tragfähige Lösung mit Augenmaß gefunden hat.“  

cs

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