Maikäfer-Bein auf dem Mond

Rund 90 Rollkunstläufer präsentieren aufwendige Märchen-Produktion

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Gerade mal vier Jahre alt sind die jüngsten der rund 90 Darsteller bei der neuen Rollkunstlauf-Inszenierung, die am 7. Dezember in der HREC-Halle an der Brucknerstraße Premiere feiert. 

Eifrig geprobt wird derzeit in der Halle des 1. Hanauer Roll- und Eissportclubs (HREC) an der Brucknerstraße. Angelehnt an das Märchen von „Peterchens Mondfahrt“ heißt es dort bald „Peterchen rollt zum Mond. “. 

Hanau – Unter der Woche wird an Einzelszenen gearbeitet, sagt Nathalie Wiedmann-Heinz. Sie leitet zusammen mit ihrer Mutter Renate Heinz, die heuer ihr 50-jähriges Vereinsjubiläum feiert, und einem starken Team die Rollkunstläufer an. An den Wochenenden wird die gesamte Geschichte durchgestellt – natürlich mit viel Musik. Von Klassik bis Modern reicht das musikalische Repertoire, zu dem die 90 Darsteller auf Rollen die Halle nach den ausgeklügelten Choreografien durchmessen, sich drehen, Paarläufe zeigen und opulente Bilder in den Kulissen schaffen, an denen zur Zeit auch noch gearbeitet wird.

„Wir machen alles selbst,“ sagt Wiedmann-Heinz, die sich in diesem Jahr über ein besonders engagiertes Team freuen kann, das mit vielen Ideen und großem Engagement aufwartet. Sonntags können die Akteure derzeit bei den großen Gesamtproben schon ein bisschen Aufführungsatmosphäre schnuppern. Denn die Ränge sind gut besetzt, Eltern, Großeltern und Geschwister folgen dem Geschehen auf der Bühne. „Dear Mr. Sandman“ schallt es aus den Lautsprechern. Denn auch der Sandmann kommt im Märchen vor und tanzt sich graziös auf Rollen durch eine Schar an Himmelsbewohnern.

Hanau: Extrem viel Aufwand für das Musical

Aufwendige Kulissen gehören zur diesjährigen Produktion, die sechsmal aufgeführt wird.

Engagement ist auch gefragt bei den Kostümschneiderinnen. Denn fast jeder der 90 Darsteller – die Jüngsten sind vier Jahre alt, die Ältesten sind Ehemalige, die extra für die aufwendige Produktion ihre Rollschuhe wieder anziehen – füllt mindestens zwei oder drei Rollen aus. Das bedeutet viele Kostümwechsel während der Aufführung.

Und die Garderobe ist umfangreich. Nicht alle Kostüme werden neu geschaffen, sagt Wiedmann-Heinz. Vieles werde aus dem Fundus genommen, aufgehübscht und umgearbeitet.

Hanau: Bis zur Aufführung ist noch viel zu tun

Mit Konzentration und Spaß sind die Akteure bei den Proben dabei.

Kadetten-Europameisterin Marlen Charrier schlüpft beim Märchen in die Rolle von Peter. Jasmin Sen steht als Anneliese an Peterchens Seite, Jessica Knöll verkörpert den Maikäfer Sumsemann, dessen sechstes Beinchen auf dem Mond gelandet ist. Auf der Reise werden die Protagonisten flankiert von vielen Dutzend Rollschuhläuferinnen, die bei den Aufführungen für fantastische Bilder und nahezu akrobatische Momente sorgen. Die werden bis zur Premiere auch noch ins rechte Licht gerückt. Die Fenster im Dach müssen noch verdunkelt, die Scheinwerfer gehängt und ausgerichtet werden. Es gibt also noch einiges zu tun, bis Peter und Anneliese ihre abenteuerliche Reise beginnen können.

An Zuschauern wird es dem großen Ensemble nicht mangeln. Im Oktober hat der Vorverkauf für die sechs Aufführungen begonnen. Zwischen 70 und 75 Prozent der Karten seien schon verkauft, freut sich Wiedmann-Heinz. „Peterchen rollt zum Mond“ wird auch 2020 noch einmal während der Adventszeit aufgeführt. Dann folgt ein Jahr kreative Pause bis zur nächsten neuen Märchenproduktion auf Rollen.
VON DIETER KÖGEL

Bereits vor einigen Jahren präsentiere der HREC eine große Show auf kleinen Rollen.

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