In der Sternstraße

Hanau plant erstes Fahrrad-Parkhaus - Sogar Duschen gehören zum Angebot

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So könnte der Eingangsbereich von Hanaus erstem Fahrrad-Parkhaus aussehen. Die Hanauer Parkhaus GmbH will dafür ein leer stehendes Ladengeschäft im Erdgeschoss des Parkhauses „Am Forum“ umbauen.

Hanau investiert in den Ausbau seiner Rad-Infrastruktur so viel Geld wie noch nie. Das betont Hanaus Verkehrsdezernent Thomas Morlock (FDP). Zu den nächsten Projekt zählt auch Hanaus erstes Fahrrad-Parkhaus.

Hanau – Für Morlock ist der Ausbau des Radverkehrs „die passende Antwort auf viele Herausforderungen“. Dazu zählten beispielsweise Aspekte wie der Klimawandel, Luftverschmutzung, Verkehrlärm, das effektive Nutzen des zur Verfügung stehenden öffentlichen Verkehrsraums, aber auch Gesundheitsschäden durch zu wenig Bewegung. Bei der ökologische Verkehrs- und Mobilitätswende spiele der Radverkehr eine wichtige Rolle, so Morlock. Dafür nehme die Stadt in den nächsten Jahren viel Geld in die Hand. Allein für den Ausbau des Wegenetzes und für Abstellanlagen sieht der Etat des Eigenbetriebs Hanau Infrastruktur Service in den nächsten sieben Jahren insgesamt rund 8,6 Millionen Euro vor. In den sieben Jahren seit 2013 hat der Eigenbetrieb bereits circa 2,7 Millionen Euro investiert. Für Morlock steht fest: „Hanau ist auf dem besten Weg zu einer fahrradfreundlichen Großstadt.“

So wird in der Sternstraße Hanaus erstes Fahrradparkhaus entstehen. Es wird auf rund 600 Quadratmetern Abstellfläche Platz für 141 Fahrräder und 82 abschließbare Spinde bieten. Es ist auf der Fläche des ehemaligen Tegut-Ladens im Erdgeschoss des Parkhauses „Am Forum“ vorgesehen. Dieser Laden steht seit einiger Zeit leer. Die städtische Hanauer Parkhaus GmbH hofft bei der Finanzierung auch auf Förderung durch den Bund. Stadtrat Morlock ist „sehr optimistisch, dass das klappt“. HIS-Betriebsleiter und HPG-Geschäftsführer Markus Henrich rechnet mit er Eröffnung des Fahrrad-Parkhauses im Frühjahr 2020.

Fahrradparkhaus in Hanau mit Toiletten, Duschen und Umkleiden

Zum Service des Fahrrad-Parkhauses sollen Toiletten, Duschen und Umkleiden für die Nutzerinnen und Nutzer gehören. Die HPG überlegt eine Werkstatt für größere Reparaturen einzurichten, kleinere Selbst-Reparaturen sollen an zwei Stationen möglich sein. In den Spinden sollen auch Akkus von Elektrorädern aufgeladen werden können. „Der Zuspruch steht und fällt mit dem guten Serviceangebot“, ist Morlock überzeugt.

Die Nutzer sollen über zwei Portal-Drehkreuzanlagen an die Reihen mit Fahrradbügeln gelangen können. Diese Eingänge sind so vorgesehen, dass sie barrierefrei sind und eine Fahrrad-Durchreiche haben. Die Größe ist so gewählt, dass auch ein Fahrrad mit Anhänger oder ein Tandem durchpassen. Zudem können mühelos auch seitliche Gepäcktaschen am Hinterrad durchgeführt werden. „Wir legen auf die Belange von Einkäufern, Radtouristen und Eltern mit Kindern Wert“, begründet Markus Henrich diese Feinheiten. Die Nutzung des Parkhauses ist ticketpflichtig, die Tageskarten können am Kassenautomaten gelöst werden. Die Tarife stehen noch nicht fest.

„Mit dem Fahrrad-Parkhaus erfüllen wir den Wunsch vieler Radfahrer“, betont Stadtrat Morlock. Die hohe Nachfrage nach dem 2018 neu eingeführten Bewachten Parken am Marktplatz während der Sommermonate zeige, dass der Wunsch nach sicherem Radparken groß sei. „Das gilt natürlich erst recht für die Menschen mit teuren Elektrorädern“, fügt Henrich hinzu.

Hanau: Investitionen in Radwege

Mehr Komfort zu bieten, ist auch einer der Gründe für Investitionen in Radwege. Hohe sechsstellige Beträge hat HIS in den vergangenen sieben Jahren unter anderem in den Mainradweg bei Klein-Auheim sowie in Radwege am Westbahnhof, Steinheimer Tor und In den Tannen investiert. Geplante weitere Investitionen übertreffen sogar die Marke von einer Million Euro für den Lückenschluss an der Eugen-Kaiser-Straße, die Radwege Westerburgstraße, Offenbacher Landstraße und Aschaffenburger Straße und den Netzanschluss in der Friedrich-Ebert-Anlage. Planungsgelder von 300.000 Euro sollen für die Schnellverbindung in Richtung Frankfurt fließen. Eine ebenso hohe Summe veranschlagt HIS für weitere Fahrradständer.

Aktuell hat HIS am Hauptbahnhof, am Heinrich-Fischer-Bad und am Rand der Steinheimer Altstadt drei neue Fahrrad-Reparaturstationen aufgestellt, nachdem 2018 am Marktplatz bereits die erste installiert worden war und gut genutzt wird. Weitere solcher Miniwerkstätten hat der Eigenbetrieb im Blick.

„Auch der jüngste Radklimatest des Allgemeinen Deutschen Fahrrad-Clubs hat uns angespornt, die Anstrengungen für den Radverkehr zu intensivieren“, sagt Stadtrat Morlock. Obgleich dieser nicht repräsentativ sei, bestehe für Hanau „Luft nach oben“. Die ADFC-Umfrage hatte bundesweit zurückgehende Zufriedenheitsraten unter Radlern ergeben.  

did

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