OB Kaminsky kündigt Initiative zum Erhalt an

Stadt stemmt sich gegen Abriss der Sportsfield-Häuser in Hanau

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Symbolbild: Hanaus Oberbürgermeister Claus Kaminsky will den Abriss der Sportsfield-Häuser verhindern. 

Die Rechtslage ist offenbar eindeutig, deren Konsequenz aber „spricht gegen jeden Menschenverstand“. So sieht es Oberbürgermeister Claus Kaminsky (SPD) und will verhindern, dass die Wohnblocks auf Sportsfield Housing in Wolfgang demnächst abgerissen werden müssen. 

Hanau - In der Stadtverordnetenversammlung kündigte Kaminsky eine „konzertierte Aktion“ Hanaus für nach der Sommerpause an. Der Rathauschef will Politiker aus Land, Bund und Europa einladen, damit sie sich die Situation vor Ort ansehen. Gleichzeitig will er Vorschläge machen, wie Bau- und Planungsrecht so verändert werden, dass der Erhalt der intakten und zuletzt mit einem Millionenaufwand sanierten Häuser ermöglicht wird und sie dauerhaft für Wohnzwecke genutzt werden können.

Denn das schließt, wie berichtet, die derzeitige Rechtslage aus. Da es sich bei Sportsfield um ein früheres Kasernengelände handelt, wird es nach Abzug der Truppen planungsrechtlich wie „grüne Wiese“ behandelt. Wegen der Nähe zu Dunlop wäre aus immissionsschutzrechtlichen Gründen auf Sportsfield ein Wohngebiet nicht zu genehmigen - ungeachtet dessen, dass es auf der anderen Seite des Werksgeländes seit Jahrzehnten eine Wohnsiedlung gibt. Diese genießt Bestandsschutz.

Für Kaminsky ist nicht einsehbar, dass auf der einen Seite unmittelbar neben einem Firmengelände Menschen wohnen dürfen, auf der anderen Seite aber nicht - obschon auch dort schon über viele Jahrzehnte Soldaten und ihre Familien gewohnt haben. „Das versteht ein mit normalem Menschenverstand ausgestatteter Bürger nicht“, so der Rathauschef. Für ihn sei es eine „absurde Vorstellung, wenn Politiker auf allen Ebenen von der dringenden Notwendigkeit reden, bezahlbaren Wohnraum zu schaffen - und wir am Ende dennoch gezwungen sein sollten, auf Sportsfield mit dem Bagger anzurücken, um intakte Wohnblöcke abzureißen“.

Wie berichtet, beabsichtigt die Stadt Hanau, Sportsfield von der Bundesanstalt für Immobilienangelegenheiten (BImA), die das Gelände im Auftrag des Bundes verwaltet, zu kaufen. Bislang ging man auch bei der Stadt unter Verweis auf die Rechtslage von einer rein gewerblichen Nutzung aus. Doch inzwischen mehren sich die Stimmen in Hanau gegen einen Abriss der Wohnblocks. Zuletzt preschten die Grünen mit ihrem Vorschlag vor, auf Sportsfield ein „Zentrum für Leben auf Zeit“ zu errichten - dort könnten etwa Studenten- und Monteurwohnungen oder Einrichtungen für Rehabilitationswohnen entstehen.

Von Dirk Iding

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