Begeisterung fürs Lernen

Waldorfschule in Hanau soll zum Schuljahr 2020/21 starten

Wie der Unterricht in einer Waldorfschule abläuft, erläuterte Sabrina Leu beim Informationstag interessierten Eltern. Foto: Kögel

Die Chancen auf die Verwirklichung einer Freien Waldorfschule in Hanau stehen gut. Der Betrieb soll zum Schuljahr 2020/21 aufgenommen werden. 

Hanau – Bereits zum Schuljahr 2020/2021 soll der Betrieb einer ersten Klasse aufgenommen werden, hieß es bei einem Informationstag zur Schulgründung, der im Waldorfkindergarten an der Philippsruher Allee stattgefunden hat.

Dort ist seit 1984 der Waldorfkindergarten untergebracht, den zur Zeit 40 Kinder besuchen. Und das Interesse daran, die Kinder nach der Kindergartenzeit ortsnah in einer Waldorfschule zu unterrichten, ist groß, sagt Dr. Gundula Pfältzer vom Waldorfschul- und Kindergartenverein und von der Gründungsinitiative für eine Hanauer Waldorfschule. Beide Institutionen hatten interessierte Eltern dazu eingeladen, sich im Rahmen eines Informationstages ein eigenes Bild zu machen von den Lehr- und Lernmethoden an einer Walldorfschule und sich über den aktuellen Stand der Entwicklung in Hanau zu informieren.

Und dieser Stand ist nicht schlecht, was die Schulgründung im kommenden Jahr angeht, sagt Dr. Pfältzer. Das Material für die Antragstellung auf Schulgründung für das Staatliche Schulamt sei komplett und werde dort noch in diesem Monat vorgelegt. Komplett ist auch das Lehrerkollegium, das bei der Veranstaltung im Waldorfkindergarten vorgestellt wurde und das Team um die Gründungslehrer Matthias Klein und Sabrina Leu, die maßgeblich an der Erarbeitung des Hanauer Konzepts beteiligt gewesen sind.

Mit der Bürgschaft für einen Kredit in „sechsstelliger Höhe“ werde die Stadt Hanau zunächst die finanzielle Zukunft der Freien Hanauer Waldorfschule sichern, heißt es, zusammen mit den Beiträgen, die die Eltern zahlen müssen, sowie mit Spenden. Denn innerhalb der ersten drei Jahre „müssen wir die Schule finanziell alleine stemmen“, sagt Dr. Gundula Pfältzer. Erst dann fließen Landeszuschüsse in nennenswerter Höhe.

Was die geeigneten Räumlichkeiten angeht, so habe die Stadt Hanau bereits ihre Bereitschaft signalisiert, im Rahmen ihrer Möglichkeiten zu unterstützen. Man sei im Gespräch mit Stadtentwickler Martin Bieberle, der sich bereits zuversichtlich zu diesem Themenkomplex geäußert habe. Unabhängig davon streckt aber auch der Verein selbst seine Fühler aus nach geeigneten Räumen oder einem geeigneten Gebäude. Davon allerdings, so macht die Initiative deutlich, hänge der Schulstart im kommenden Jahr nicht unbedingt ab. Die zunächst geplante Klasse mit 20 bis 25 Schülern könne zur Not auch in einem Raum des Waldorfkindergartens in der ehemaligen Geibelschule in Kesselstadt unterrichtet werden. Ebenso wie die Schüler einer geplanten 2. Klasse, die Quereinsteiger aus anderen Schulen aufnehmen soll.

Insgesamt liegen dem Verein bereits 23 Anmelde-Anfragen vor, davon alleine 15 für die erste Klasse.

Und die Erstklässler beginnen dann ihren Waldorf-Schultag mit einem Lied, einem gemeinsamen Spruch oder einem Gedicht. Davon konnten sich die rund zwei Dutzend Eltern bei einer „Schnupperstunde“ der künftigen Hanauer Pädagogen Sabrina Leu und Matthias Klein überzeugen. Dieser Beginn des Schultages sei mehr als ein Ritual, mit dem sprachliche Kompetenz ebenso gefördert werde wie der Sinn für das Gemeinsame. Im Klassenverband einer Waldorfschule werde „jeder Schüler mitgenommen“, egal, wie schnell oder langsam er lerne. Aufgabe der Waldorfpädagogen sei es, „Begeisterung für das Lernen zu wecken. Das ist die Kunst.“

Infos im Internet unter waldorfschule-hanau.de

Von Dieter Kögel

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