Taxifahrer gibt Hinweis auf Tatwaffe

HSB-Bus filmt Messerstecherei

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Hanau - Mit seiner Version des Tatablaufs steht der 26-jährige Junus A. ziemlich alleine da. Der Kurde muss sich derzeit vor der 1. Großen Strafkammer wegen des Vorwurfs des versuchten Totschlags verantworten. Von Erwin Diel

Er soll im Laufe eines Streits einen 28-jährigen Türken, den Ex-Kollegen aus einer Dönerbude an der Fahrstraße, mit Messerstichen lebensgefährlich verletzt haben. Er sei angegriffen worden, habe bei dem Gerangel dem Kontrahenten das Messer entwunden, dabei müsse der andere sich die Verletzungen zugefügt haben, hatte der Angeklagte erklärt. Neben einer Reihe von Zeugen hat einen Teil des Streits auch eine Überwachungskamera in einem Bus der Hanauer Straßenbahn mitbekommen und auf Festplatte gebannt. Die im Gerichtssaal abgespielten Bilder zeigen, dass Yunus A. seinen Gegner verfolgt und mit einem langen Messer von hinten auf ihn einsticht.

„Mehrere kräftige Stiche“ will auch eine 24-jährige Zeugin gesehen haben, die an dem Abend gegen 22 Uhr von der Rosenstraße zum Freiheitsplatz ging. Sie habe heftigen Streit gehört, dann zwei Männer gesehen. Der eine habe den anderen „wie eine Puppe“ mitgeschleift, dann zugestochen, sagte die Zeugin gestern. Den Streit, aber nicht die Stiche mitbekommen hat auch ein 50-jähriger Taxifahrer, der mit seiner Droschke in der Mühlstraße stand. Der Mann beobachtete den Fluchtweg des mutmaßlichen Messerstechers in die Leimenstraße, sah auf dem Weg zu einem Kunden am Ballplatz auch, wie der Angeklagte das Messer im Bereich einer Vinothek wegwarf.

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Mühsam gestaltet sich nach wie vor die Suche nach einem Tatmotiv. Die beiden Männer kannten sich kurz aus einer gemeinsamen Tätigkeit in der Dönerbude. Dort will der Angeklagte vom späteren Opfer beleidigt worden sein. Ob es Streit zwischen den Männern wegen des Arbeitsplatzes gegeben habe, wollte das Gericht vom Inhaber des Imbiss erfahren. Der antwortete auf viele Fragen ausweichend, wohl auch, weil die Anstellungsverhältnisse in dem Laden hinreichend unklar sind. Angeblich waren die Männer als „Praktikanten“ beschäftigt, die „mal 20 Euro“ bekommen. Am Abend vor der Verhandlung habe er vom angeblichen Vater des Angeklagten aus Kurdistan einen Drohanruf erhalten.

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