Impfzentrum Hanau

August-Schärttner-Halle nimmt Betrieb im Kampf gegen Corona auf

Alles dabei, was gebraucht wird? Ein Mitarbeiter des Impfzentrums kontrolliert Heinrich Raabs Unterlagen.
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Alles dabei, was gebraucht wird? Ein Mitarbeiter des Impfzentrums kontrolliert Heinrich Raabs Unterlagen.

Am Dienstag sind planmäßig etwa 180 Personen in den Impfzentren in Hanau und Gelnhausen versorgt worden. Der Start der Impfaktion im Main-Kinzig-Kreis lief reibungslos und ohne Zwischenfälle, so die erste Bilanz der Projektleitung am Nachmittag. Parallel waren auch wieder die mobilen Impfteams im Einsatz. 

Hanau - Heinrich Raab hat einige Minuten vor der Tür der verschneiten August-Schärttner-Halle gewartet. Zusammen mit seiner Lebensgefährtin Helga Klimaschewski. Jetzt darf Heinrich Raab rein. Mit allen Unterlagen in der Hand und ja, auch ein bisschen Vorfreude. Das Hanauer Impfzentrum öffnet heute, so wie die 27 anderen Impfzentren in Hessen. Und der Neuberger Raab ist der Erste.

„Ich habe es ein paarmal telefonisch versucht“, erzählt der 83-Jährige, der sich zuerst um einen Termin in der Frankfurter Festhalle bemüht hatte. Er kam nie durch. Ein paar Tage später habe seine Schwiegertochter ihn dann übers Internet angemeldet. Erfolgreich. Termin: 9. Februar, 9 Uhr, August-Schärttner-Halle Hanau.

Am Anmeldeschalter wird die Krankenkassenkarte eingelesen. Der Neuberger hat alles griffbereit.

Impfen ist für Heinrich Raab aus Neuberg selbstverständlich

Seit Mitte Dezember ist die Halle einsatzbereit. Allein das Impfmittel fehlte. Die Verantwortlichen vor Ort, das Personal an An- und Abmeldung, die Sicherheitsleute, sie wuseln hin und her und scheinen sich zu freuen, dass es endlich losgeht. Für Heinrich Raab war es nie eine Frage, sich nicht impfen zu lassen. „Das wäre ja absolut unverantwortlich gegenüber meinen Mitmenschen“, sagt er. Als die Papiere kontrolliert sind, geht’s weiter zur Anmeldung, danach nimmt der Neuberger vor der Impfkabine Platz, seine Lebensgefährtin wartet mit Tasche und Jacke auf einem Besucherstuhl.

Aktuell werden für Hanau drei Termine pro Viertelstunde vergeben, sodass vorerst in drei von zehn Kabinen Impfungen durchgeführt werden. Fast 90 Personen stehen an diesem ersten Tag auf der Liste; sie kommen aus Hanau, Maintal, Nidderau, Erlensee, Rodenbach, Bruchköbel, Niederdorfelden und Neuberg. So wie Anna Maria Kauck. „Wir kommen aus Rüdigheim“, sagt die 85-Jährige. Ihre Tochter Sabine Klein hat sie an diesem Morgen mit dem Auto nach Hanau gefahren. Nachdem ihr Impftermin in der Frankfurter Festhalle vor Ort abgesagt werden musste, weil Kauck wenige Tage zuvor gegen Tetanus geimpft worden war und zwischen Corona- und Tetanus-Impfung mindestens zwei Wochen liegen müssen, ist sie froh, heute endlich dran zu sein. „Super“, sagt ihre Tochter.

Freut sich, dass sie einen Impftermin in Hanau bekommen hat: Anna Maria Kauck, die von ihrer Tochter begleitet wird.

Nach zwölf Minuten ist die erste Impfung durchgeführt

Heinrich Raab wird indes noch mal kurz in die Beratungskabine gerufen. Es fehlen drei Kreuzchen auf seiner Einwilligungserklärung. Die sind schnell gesetzt und Raab wieder zurück vor der Impfkabine. Hier wird er jetzt von Natalja Sokolow abgeholt. Die Hanauerin ist medizinische Fachangestellte. Sie wird das komplette Jahr über Impfungen in der zum Impfzentrum umfunktionierten Turnhalle durchführen. Sokolow kontrolliert den Impfpass. Der Impfstoff liegt präpariert und aufgezogen bereit. Um 9.12 Uhr ist die Impfung erledigt. Heftpflaster drauf. Fertig.

Jetzt wird geimpft: Natalja Sokolow verabreicht Heinrich Raab die Corona-Impfung.

15 Minuten sollen die Impflinge jetzt im Ruhebereich warten, hier könnten Impfreaktionen direkt von geschultem Personal, das bereitsteht, behandelt werden. Die Begleitpersonen warten auch mit, und da alle aus Neuberg kommen, entspinnt sich flugs eine Plauderei über die Unvernunft von Querdenkern, die Schließung einer hausärztlichen Praxis in Neuberg und den zweiten Impftermin.

Zweite Impfung erfolgt Anfang März

Den haben sowohl Heinrich Raab als auch Anna Maria Kauck bereits in der Tasche. Anfang März sind sie noch mal im Impfzentrum in Hanau. Natalja Sokolow bringt ihnen die Unterlagen zurück, wünscht alles Gute. Dann geht’s zur Abmeldung. Hier dauert’s kurz, bis der Papierkram durch den Scanner läuft. Das Problem ist schnell behoben. „Kleine Anlaufschwierigkeiten“, sagt der Neuberger verständnisvoll. Kurz nach halb 10 steuern er und seine Lebensgefährtin den Ausgang an. Sabine Klein ist begeistert von der gesamten Organisation vor Ort. „Top!“, sagt sie zum Abschied. (Yvonne Backhaus-Arnold)

In der Wartezone nehmen die Geimpften 15 bis 30 Minuten Platz. Falls Reaktionen auftreten, steht medizinisches Fachpersonal bereit.
Fast fertig: An der Abmeldung werden die Papiere noch mal kontrolliert und eingescannt.
Geschafft: Heinrich Raab und seine Lebensgefährtin Helga Klimaschewski auf dem Weg zum Ausgang.

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