Impfzentren starten am 9. Februar mit dem Betrieb

In wenigen Tagen kommt endlich der Stoff

Seit Mitte Dezember ist die August-Schärttner-Halle in Hanau als Impfzentrum startklar: Die Zeit wurde genutzt, um die Impfstraßen weiter auszubauen.
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Seit Mitte Dezember ist die August-Schärttner-Halle in Hanau als Impfzentrum startklar: Die Zeit wurde genutzt, um die Impfstraßen weiter auszubauen.

Zumindest im kleinen Rahmen hat das Impfzentrum in Hanau schon seine Arbeit begonnen. Eine Ärztin, die in der Region ihre Praxis betreibt, gehört zu den Helfern der ersten Stunde und war gestern auch in der August-Schärttner-Halle als nachmittags hochrangige Kommunalpolitiker und Pressevertreter in die Sporthalle gekommen waren, um die für den 9. Februar geplante Öffnung der beiden Impfzentren im Main-Kinzig-Kreis offiziell zu verkünden.

Region Hanau - Die Helfer der mobilen Impfteams wurden als erste bereits in den zwei Impfzentren geimpft. „Ich bin froh, dass ich konstruktiv dazu beitragen kann, dass sich etwas tut“, sagte die Ärztin, die ihren Namen nicht in der Zeitung lesen möchte. Sie gehörte auch zu den mobilen Impfteams, die seit Ende Dezember in den insgesamt 45 stationären Pflegeeinrichtungen des Kreises die besonders gefährdete Personengruppe der über 80-Jährigen geimpft hat. „Ich habe außerordentlich motivierte und gut organisierte Mitarbeiter in diesen Teams erlebt. Alles war gut strukturiert“, erzählte die Medizinerin am Rande der gestrigen Pressekonferenz, bei der die Verantwortlichen von Stadt Hanau und Main-Kinzig-Kreis vor allem eins wollten: Zuversicht verbreiten.

Denn eigentlich waren die Impfzentren in der Hanauer August-Schärttner-Halle und in der Sporthalle der Kreisrealschule in Gelnhausen schon seit Mitte Dezember einsatzbereit. Was fehlte, war der Impfstoff. Der Stoff, auf den sich alle Hoffnungen richten, steht jetzt endlich zur Verfügung. Zumindest in geringen Mengen. Für die kommenden drei Wochen erhalte der Main-Kinzig-Kreis Impfdosen für insgesamt 3700 Menschen, so die Verantwortlichen.

Schon 8000 Termine vergeben

„Wir haben hart dafür gekämpft, dass trotz geringer Impfmengen auch dezentral in den regionalen Impfzentren geimpft werden kann“, betonte Thorsten Stolz. Der Landrat, Hanaus Oberbürgermeister Claus Kaminsky, Erste Kreisbeigeordnete und Gesundheitsdezernentin Susanne Simmer (alle SPD) und Kreisbeigeordneter Winfried Ottmann (CDU) standen bereits am 9. Dezember 2020 an derselben Stelle, nachdem sie in nur wenigen Wochen zwei Impfzentren samt Infrastruktur aus dem Boden gestampft hatten.

Damals sei ihnen vom Bund versprochen worden, dass es genügend Impfstoff „um den Jahreswechsel“ geben würde, so Stolz. Es reichte jedoch nur für den Einsatz der mobilen Impfteams. Die haben mittlerweile 37 der 45 stationären Pflegeeinrichtungen abgearbeitet und dabei 6395 Menschen geimpft. 3595 hätten sogar schon die zweite Impfdosis erhalten und somit den vollen Impfschutz. „Diese Zahl könnte höher sein“, räumte Susanne Simmler ein, um im nächsten Atemzug wieder Zuversicht zu verbreiten. Schon jetzt seien 8000 Termine für die Zentren in Hanau und Gelnhausen vergeben worden.

Auch in den Impfzentren gelten die Corona-Regeln wie Maskenpflicht und Abstand.

Beide Zentren sollen ab dem kommenden Dienstag, 9. Februar, ihren Betrieb aufnehmen. „Jetzt geht es endlich los“, zeigte sich auch Kaminsky erleichtert. Zwar haben beide Zentren zunächst an sieben Tagen in der Woche jeweils von 9 bis 18 Uhr geöffnet, dennoch werden am Tag nur jeweils 90 Menschen geimpft. 160 Mitarbeiter werden dafür in zwei Schichten eingesetzt. Aber, so der Tenor, diese Kapazitäten könnten jederzeit ganz schnell hochgefahren werden.

Denn eigentlich sind beide Standorte darauf ausgelegt, eine deutlich höhere Zahl an Menschen pro Tag zu impfen. Ursprünglich war die Rede von täglich 1000 Menschen pro Standort gewesen. Gestern brachte Dr. Wolfgang Lenz, der verantwortliche Leiter der Impfaktion im Main-Kinzig-Kreis, sogar die Zahl von bis zu 5000 Menschen ins Spiel, die möglich wären. „Von den Dimensionierungen sind wir dafür ausgerichtet“, so Lenz.

Auf die Bereitschaft komme es an

Je nachdem, welche Impfstoffmengen zur Verfügung stehen, berechnet sich schließlich auch die Dauer der Impfaktion im Kreis. Schließlich müssen in Hessens bevölkerungsreichstem Landkreis mindestens rund 294 000 Menschen geimpft werden, um eine Wirkung gegen das Virus zu erzielen. Das sind 70 Prozent der Kreis-Bevölkerung, die bei 420 000 Einwohnern liegt. Bleibe es bei den geringen zur Verfügung stehenden Impfmengen, könnte sich die Dauer der Aktion bis in das kommende Jahr ziehen, sagte Lenz auf Nachfrage. Und damit auch die Sperrung der Hallen für den Schul- und Vereinssport.

An dieser Stelle zeigten sich alle optimistisch, dass es bald genügend Impfstoff geben werde. „Davon bin ich überzeugt“, betonte Kaminsky. Stolz ergänzte, der Impfstoff sei zwar jetzt knapp, aber das werde sich bis zum Sommer ändern. Außerdem kämen dann auch Impfstoffe, die einfacher zu verimpfen seien, so Simmler, beispielsweise auch in Hauspraxen. Und neben der Zuversicht, die es gelte zu haben, betonten alle, dass eines am wichtigsten sei: die Bereitschaft der Bürger, sich impfen zu lassen. Das sei der wirksamste Schutz gegen Corona. Und das ist ab Dienstag auch in Hanau möglich.

Die wichtigsten Fragen und Antworten zur Impfung

Wie melde ich mich an? Die Vergabe von Terminen ist zurzeit ausschließlich über das bundeseinheitliche Online-Anmelde-Portal unter www.impfterminservice.hessen.de möglich. Auch per Telefon sind Anmeldungen möglich unter Telefon 116117 oder Telefon 0611 50592888. Beim Main-Kinzig-Kreis und der Stadt direkt ist keine Terminreservierung möglich.

Wie komme ich zum Impfzentrum? Die August-Schärttner-Halle ist in der Martin-Luther-King-Straße 48 in Hanau, die Großsporthalle der Kreisrealschule ist Am Hallenbad in Gelnhausen. Es fahren Busse. Menschen, die grundsätzlich Unterstützung bei Fahrten zu ambulanten Behandlungen erhalten, bekommen die Kosten der Anreise erstattet.

Wer wird zuerst geimpft? Vorrangigen Anspruch haben aktuell Bewohner von Senioren- und Pflegeheimen oder dortiges Personal, Personen über 80 Jahre sowie jene, die in medizinischen Einrichtungen einem besonders hohen Risiko ausgesetzt sind.

Wenn die Erstimpfung in Frankfurt stattgefunden hat, kann die zweite dann in Hanau stattfinden? Die Terminvergabe erfolgt zentral durch das Land Hessen und sieht derzeit keine Umbuchungsmöglichkeiten vor. Der Kreis hat hierauf keinen Einfluss.

Welche Unterlagen muss ich mitbringen? Die Einladung mit dem Termincode für die Impfung, gültiger Lichtbildausweis, Krankenkassenkärtchen, gegebenenfalls Bescheinigung über die Dringlichkeit der Impfung, zum Beispiel die Bescheinigung des Arbeitgebers. Auch der Impfpass sollte mitgebracht werden.

Kann eine Begleitperson ins Impfzentrum mitgebracht werden? Personen, die im Zentrum Hilfe benötigen, können höchstens eine Begleitperson mitbringen. » mkk.de

Von Monica Bielesch

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