Schutz der Wälder

Weil natürliche Feinde fehlen: Jäger müssen Wildtiere erschießen

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Die Strecke ist gelegt: Anders als früher wird von der Jägerschaft heute nur noch jeweils ein Tier stellvertretend für die erlegte Wildart, auf Tannenreisig gebettet, präsentiert.

Um den Verbiss an Jungbäumen im Zaum zu halten, rücken in diesen Wochen im Forstamtsbezirk Hanau-Wolfgang immer wieder die Jäger aus, so zuletzt im Wald direkt rund um das Forstamt an der Rodenbacher Chaussee.

  • Im Wald in Hanau müssen Tiere erschossen werden
  • Natürliche Feinde fehlen
  • Jäger ziehen positive Bilanz

Hanau - 30 Jäger sowie 15 Treiber und Hundeführer mit ihren Vierbeinern beteiligten sich an einer Drückjagd im rund 1000 Hektar großen Waldgebiet Richtung hessisch-bayerischer Landesgrenze.

Vor allem Dam-, Reh- und Schwarzwild gilt es einzudämmen, um den Baumnachwuchs in den Wäldern zu schützen. Das erlegte Wild wird schließlich küchenfertig im Waldladen des Forstamtes zum Verkauf angeboten.

Jäger erschießen Tiere im Wald in Hanau: Schutz der Wildbestände 

Schon von Weitem sind sie im winterlich kahlen Wald sichtbar: Die orangene Signalwesten tragenden Treiber mit ihren Jagdhunden. Ihre Aufgabe ist es, das Wild aufzuscheuchen und es in Richtung der auf erhöhten Positionen ansitzenden Jäger, die sich in dem Waldstück verteilt positioniert haben, zu treiben. Aufgabe der Jäger wiederum ist es, die Tiere mit gezielten Schüssen waidgerecht zu erlegen. „Die Jagd dient der Regulierung der Wildbestände, sonst würden die sich unbegrenzt vermehren, weil es für sie kaum noch natürliche Feinde gibt“, verweist die stellvertretende Forstamtsleiterin Sigrun Brell auf die unbedingte Notwendigkeit dieser regelmäßigen Jagden, die von einigen Tierschützern immer wieder auch kritisch gesehen werden.

Bei ihrem Waidwerk müssen sich die Jäger an strenge Vorgaben halten. So dürfe nur das Wild erlegt werden, auf das der Waidmann einen freien Schussblick hat und von dem der Jagdhund mindestens 30 Meter entfernt ist. Verwendet werde heute nur noch bleifreie Munition, auf Schrotmunition verzichteten die Jäger, so Brell.

Die Bilanz der Jagd im Wald in Hanau: Ein gutes Ergebnis

„Nach dreistündiger Jagd haben unsere Jäger sechs Wildschweine, fünf Stück Damwild und ein Reh erlegt. Mit dem Ergebnis kann man durchaus zufrieden sein“, bilanzierte Brell die jüngste Drückjagd, die mit dem traditionellen Legen der Strecke endete.

Am Forstamt Hanau wurden die erfolgreichen Schützen gemäß altem Jägerbrauch mit einem Tannenzweiglein pro Stück erlegtem Wild ausgezeichnet. Im Gegensatz zu früher, als nach der Jagd noch das gesamte erlegte Wild präsentiert wurde, betten die Jäger inzwischen nur noch ein Stück Wild pro Art auf Tannenreisig. Traditionell wurde den Tieren mit dem sogenannten Verblasen der Strecke mit kurzen Jagdhornsignalen wie „Reh tot“ und „Wildschwein tot“ die letzte Ehre erwiesen.

Ein letztes Signal zur Ehre: Mit Jagdhorn-Signalen erweisen die Jäger dem erlegten Wild traditionell ihre Achtung.

Nach der Jagd im Wald in Hanau: Wild wird vom Metzger zerlegt

Während Jäger und Treiber sodann zur Stärkung in Richtung „Waldschänke“ Rodenbach aufbrachen, begann ein Profimetzger sofort damit, das erlegte Wild fachgerecht in küchenfertige Portionen zu zerlegen. „Vom Veterinäramt in Gelnhausen wird das Wildfleisch auf Trichinen überprüft. Hierzu wird aus dem Vorderlauf ein Muskelstrang herausgenommen und an die Behörde zur Untersuchung weitergeleitet“, erläutert Brell das Prozedere. Wird die Unbedenklichkeit des Fleisches bescheinigt, kommt es in den Verkauf des Waldladens. Der ist mittwochs von 14 bis 17 Uhr und freitags von 12 bis 14 Uhr geöffnet.

Die aktuelle Jagdsaison, die im November begonnen hat, endet mit Ablauf dieses Monats. Am kommenden Freitag, 17. Januar, findet die nächste Drückjagd statt, diesmal im Waldgebiet der Leeren, also zwischen Rodenbach, Buchberg und Neuenhaßlau. Von 8.30 bis 16 Uhr bittet das Forstamt die Waldbesucher in diesem Bereich, die Wege nicht zu verlassen und Hunde anzuleinen. Betroffene Wege werden mit Schildern gekennzeichnet.

VON HOLGER HACKENDAHL

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