Griff nach dem Regenbogenfisch

Sehenswerte Jahresausstellung der Gemeinschaft Steinheimer Kunstschaffender

Impressionen aus Sylt steuert Paul Eppert diesmal zur Jahresausstellung der Gemeinschaft Steinheimer Kunstschaffender in der Kulturhalle bei. Foto: Kögel
+
Impressionen aus Sylt steuert Paul Eppert diesmal zur Jahresausstellung der Gemeinschaft Steinheimer Kunstschaffender in der Kulturhalle bei.

Kunst muss Bekanntes in Frage stellen, neue Blickwinkel einnehmen, um neue Sichtweisen zu vermitteln, sagte Ortsvorsteher Klaus Romeis bei der Eröffnung der 48.  Jahresausstellung der Gemeinschaft der Steinheimer Kunstschaffenden (GSK) in der sehr gut besuchten Kulturhalle.

Steinheim – Ein Anspruch, dem die 24 Aussteller der 1971 gegründeten GSK, die zwei Gastaussteller und die vier an der Präsentation mitwirkenden Schüler durchaus gerecht werden.

Über 80 Arbeiten werden in der Kulturhalle gezeigt. Bilder hauptsächlich, aber auch Unikate aus Ton oder die Holzplastiken von Stephan Starischka, die in der Halle immer wieder Blickfang sind. An den Stellwänden begegnen dem Betrachter Impressionen von Land und Leuten. Paul Eppert hat in neuem eigenen Stil Eindrücke von Sylt geschaffen, Jacques Oerter hat sich mit Pinsel und Ölfarben der Toskana zugewandt, Norbert Adler hält es mit Island, Heinz Steudel mit Korfu in Öl und mit Elba im Aquarell. Aber warum in die Ferne schweifen, wenn die Motive nahe liegen, mag sich Rolf Kellner gedacht haben, der in seiner humorigen Art den Grünen Baum in Klein-Auheim in Öl auf Leinwand gebannt hat. Fast fotorealistisch die Arbeiten des Gastausstellers Siegfried Kaufmann. Er lässt einen Jungen in seinem Pastellbild nach einem Regenbogenfisch greifen, verschmilzt die Überwasser- mit der Unterwasserwelt oder lässt ein Kind eine Seifenblase in der Hand halten. Realistisch fast wie ein Foto sind auch Andreas Walds Singvögel im Kleinformat. Das Medium Fotografie ist auch vertreten: Annemarie Kockott fesselt den Betrachter mit der grafischen Wirkung von Tannennadeln vor einem grauen Himmel. Details aus dem Ganzen löst Isabelle Naganuma mit der Kamera heraus und schafft neue Ansichten des Bekannten.

Kunst inspiriert auch. Das Clown-Porträt in Öl von Lutz Dorn animierte den Pianisten Johannes Wallbaum, der die Vernissage musikalisch begleitete, zu einer improvisierten „Clown-Musik.“

Die Gemeinschaft der Steinheimer Kunstschaffenden unter ihrem Vorsitzenden Toni Müller könne „stolz sein auf die lebendige Kunstszene in Steinheim“, so Stadtverordnetenvorsteherin Beate Funck in ihrer Begrüßung. Sie hob auch hervor, dass mit der Präsentation von Arbeiten des im vorigen Jahr verstorbenen Erhard Angermann dem Klein-Auheimer Künstler ein würdiges Erinnern zuteil werde.

Eine Würdigung ihrer Arbeit durch Edelgard Rath-Voigt vom Organisationskomitee für das Steinheimer Stadtjubiläum 2020 erfuhren Rolf Kellner, Robert Euler und Paul Eppert. Sie hatten Entwürfe für ein Logo für die Jubiläumsfeierlichkeiten geschaffen. Das Komitee entschied sich aber letztlich für den Entwurf der August-Bebel-Schule.

Die Ausstellung ist bis 24. November montags bis freitags von 15 bis 18 Uhr, samstags von 14 bis 18 Uhr und sonntags von 10 bis 18 Uhr geöffnet.

VON DIETER KÖGEL

DAS KÖNNTE SIE AUCH INTERESSIEREN

Kommentare