Evonik-Kinderuni

Jury der Evonik-Kinderuni wählte Favoriten aus: Forscher-Ergebnisse bunter denn je

Spannende Ergebnisse: HA-Redaktionsleiterin Yvonne Backhaus-Arnold beim Sichten.
+
Spannende Ergebnisse: HA-Redaktionsleiterin Yvonne Backhaus-Arnold beim Sichten.

Trotz Corona fand in diesem Jahr bereits zum vierten Mal die Evonik-Kinderuni statt. Zahlreiche Kitas und Grundschulen aus dem Main-Kinzig-Kreis haben an dem Forscher-Wettbewerb teilgenommen und die Dokumentationen ihrer Experimente eingereicht. In den Räumlichkeiten des HANAUER ANZEIGER hat sich nun die Jury – natürlich unter strengen Hygieneauflagen – getroffen, um die Einsendungen zu bewerten

Hanau – Als die Erste Kreisbeigeordnete Susanne Simmler hereinkommt, sind die raumhohen Fenster des HA-Konferenzraumes weit geöffnet. Einweghandschuhe stehen bereit, Stifte und Klemmbretter sind frisch desinfiziert.

Alter Hase in der Jury: Oberbürgermeister Claus Kaminsky ist wieder begeistert über die eingesandten Dokumentationen.

Die Jurysitzung der vierten Evonik-Kinderuni unter Corona-Vorzeichen läuft ein kleines Bisschen anders ab als in den Vorjahren. Wie gewohnt sind es fünf Jurymitglieder, in diesem Jahr neben Simmler Hanaus OB Claus Kaminsky, die Erzieherin Johanna Hartenfeller, Evonik-Sprecherin Silke Wodarczak und HA-Redaktionsleiterin Yvonne Backhaus-Arnold. Sie haben die Ehre, die elf kunterbunten Forscher-Dokumentationen von Kitas und Schulen zu bewerten, die wenige Tage vorher im Verlagshaus des HA abgegeben worden sind. Heute aber erscheinen die Juroren nicht wie sonst zum gemeinsamen Termin, sondern nacheinander. Simmler hat, wie alle, eine halbe Stunde Zeit, den Bewertungsbogen auszufüllen. Vier Kriterien sind gefragt: Wie kreativ war die Gruppe? Welchen Aufwand hatte sie? Ist zu erkennen, was die Kinder erforscht haben? Und haben die Erzieher die Kinder aktiv in die Präsentation mit einbezogen? Und zum Schluss darf jeder in der Jury noch seinen persönlichen Favoriten auswählen.

Kinderuni: Simmler ist zum ersten Mal in der Jury

Der Forscherwettbewerb lädt in jedem Jahr Kinder zum Experimentieren ein. Teilnehmende Kitas und Schulen erhielten den HA zwei Wochen lang frei Haus. In dieser Zeit erschien jeweils auf einer Sonderseite ein kindgerecht erklärtes Experiment, das die Gruppen ganz einfach mit haushaltsüblichen Zutaten nachmachen konnten. Gummibärchen in Wasser gelegt wurden zu Riesenbärchen, aufgequollene Erbsen trommelten munter aus einem Glas und schwarze Kohle machte schmutziges Wasser wieder sauber. Aufgabe der Gruppen war schließlich, die Ergebnisse in Dokumentationen festzuhalten und an den HA zu schicken.

Johanna Hartenfeller wertet mit fachlichem Blick. Die Erzieherin der Schönecker Kita Goldregen war im vergangenen Jahr mit ihrer Vorschulgruppe bei der Kinderuni dabei.

Simmler, zum ersten Mal in der Jury dabei, ist gleich beeindruckt: „Großartig“, sagt sie. „Man sagt Kitagruppen ja nach, dass sie sehr kreativ sind. Aber hier stellen sie es wirklich unter Beweis.“ Viele der Einsendungen in diesem Jahr sind besonders voluminös: Eine Ritterburg aus Karton mit Zugbrücke und Fenstern zum Hineinlunzen. Ein silberner Riesencomputer mit allerlei Gimmicks zum Drücken, Ziehen und Ausrollen. Ein Papphaus mit Laschen zum Ausziehen.

Kita Goldregen konnte aus personellen Gründen nicht an der Kinderuni teilnehmen

Als zweiter Juror ist OB Claus Kaminsky an der Reihe. „Die Kinder haben sich in den Beiträgen fast alle mit der Corona-Pandemie beschäftigt“, stellt er fest. Eine Gruppe zum Beispiel hat ein Dosentelefon gebaut, weil die beiden Freundinnen Mia und Chiara sich wegen getrennter Gruppen nicht mehr sehen dürfen. „Jetzt können Mia und Chiara miteinander auf Abstand telefonieren und fanden es zudem sehr witzig“, steht im beiliegenden Brief. Eine andere Kita hat schon im Frühjahr eine lebensgroße Kleiner HANAUER-Figur gebaut. Wegen des ersten Lockdowns konnte der Wettbewerb nicht wie geplant ab März stattfinden, sondern musste in den Herbst verschoben werden.

Der Riesencomputer spuckt eine Botschaft aus: die Erste Kreisbeigeordnete Susanne Simmler zieht neugierig am Papier.

Als dritte Jurorin haben Evonik und HA Johanna Hartenfeller eingeladen, die als Erzieherin der Kita Goldregen in Schöneck-Kilianstädten noch einmal ganz anders auf die Einsendungen schaut. „Eine Gruppe hat einen Forscherkoffer zum Ausleihen für Familien gestaltet. Das ist eine tolle Idee“, sagt sie. Alle Utensilien sind so präpariert, dass sie desinfiziert werden können. Hartenfeller ist in diesem Jahr neutral, weil ihre Kita aus personellen Gründen nicht an der Kinderuni teilnimmt. Im vergangenen Jahr war sie aber mit der Vorschulklasse dabei. „Unsere Kinder hatten riesigen Spaß und haben jeden Tag nach Experimenten gefragt“, erinnert sie sich. Die Jurorinnen Silke Wodarczak von Evonik und Yvonne Backhaus-Arnold sind ebenfalls angetan. „Die Gruppen waren superkreativ“, so Backhaus-Arnold, die betont, wie viel Zeit, Mühe und Ideen in den Beiträgen stecken. „Es ist schön zu sehen, wie gut die Kinderuni ankommt. Gut, dass wir sie in diesem Jahr trotz Corona durchgeführt haben.“ Auch für Kitas und Schulen stand die Aktion unter weit schwierigeren Vorzeichen, sodass wesentlich weniger Dokumentationen eingeschickt wurden als sonst.

2021 soll wieder eine „echte“ Feier stattfinden

Zehn Preise waren für die Gewinner vorgesehen: Die fünf Teilnehmer mit den besten Bewertungen erhalten Geldpreise im Gesamtwert von 5000 Euro. Weitere fünf gewinnen entweder einen Forschervormittag in der Einrichtung oder einen Gruppenbesuch im Wildpark Alte Fasanerie. Silke Wodarczak vom Unternehmen Evonik, das die Versuch bereit stellt und die Preise stiftet, will aber in diesem Jahr alle elf Teilnehmer belohnen: „Ich finde, keiner soll leer ausgehen.“ Die Gewinner werden in den kommenden Tagen benachrichtigt. Wegen der schwierigen Bedingungen unter Corona soll es am Freitag, 11. Dezember, zunächst nur eine kleine, formlose Preisübergabe an den Hauptgewinner im ANZEIGER-Haus geben. 2021 steigt dann, sobald es möglich ist, die „echte“ Feier der Erst- bis Fünftplatzierten bei Evonik, zu der wie gewohnt Spaß und Spiel der Kinder im Vordergrund stehen.

Das Gummibärchenexperiment: Evonik-Sprecherin Silke Wodarczak schaut sich an, wie aus Minibärchen richtige Gummigiganten entstehen.

DAS KÖNNTE SIE AUCH INTERESSIEREN

Mehr zum Thema

Kommentare