„Eine sehr glückliche Wahl“

Finnischer Komponist Olli Mustonen erhält Paul-Hindemith-Preis 2019

Zeigte sich tief bewegt: Der Paul-Hindemith-Preisträger 2019, Olli Mustonen, erhielt die Auszeichnung aus den Händen von Stadtverordnetenvorsteherin Beate Funck und Oberbürgermeister Claus Kaminsky.
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Zeigte sich tief bewegt: Der Paul-Hindemith-Preisträger 2019, Olli Mustonen, erhielt die Auszeichnung aus den Händen von Stadtverordnetenvorsteherin Beate Funck und Oberbürgermeister Claus Kaminsky. 

Im Wilhelmsbader Comoedienhaus überreichten Hanaus Oberbürgermeister Claus Kaminsky und Stadtverordnetenvorsteherin Beate Funck am Sonntag im Rahmen einer Feierstunde den mit 10. 000 Euro dotierten Paul-Hindemith-Preis 2019 samt Silberplakette und Urkunde an den international renommierten Komponisten, Pianisten und Dirigenten Olli Mustonen.

Hanau – „Mit der Auszeichnung stellen wir hinter die persönliche Würdigung des bedeutenden und geachteten Musikers Mustonen ein deutliches Ausrufezeichen,“ erklärte Oberbürgermeister Claus Kaminsky nach dem musikalischen Auftakt durch Philipp Mellies (Flöte), Marie-Luise Datering (Oboe), Shelly Ezra (Klarinette), MichaelHofmann (Horn) und Symeon Rizopoulos (Fagott), die allesamt Dozenten an der Hanauer Paul-Hindemith-Musikschule sind. Mit Auszügen aus Hindemiths Kleiner Kammermusik sorgten die Musiker für einen würdigen musikalischen Rahmen.

Mit dem seit dem Jahr 2000 im Zweijahresrhythmus verliehenen Hindemith-Preis wolle die Stadt „die Bedeutung der Musik als universelle Sprache und ihr humanes Potential“ unterstreichen, so Kaminsky. Die Laudatio auf den 1967 in Helsinki geborenen Olli Mustonen hielt Professor Franz Xaver Ohnesorg, Leiter des Klavier-Festivals Ruhr und langjähriger Wegbegleiter Mustonens. Der Preisträger, so erläuterte Ohnesorg dem Auditorium im Comoeidienhaus, habe schon als Kind mit dem Komponieren begonnen und später auch Kompositionen für private Auftraggeber geschaffen. Mustonen habe sein Leben der Musik gewidmet und Werke geschaffen, „die den Hörer intuitiv in ihren Bann ziehen.“ Immer wieder nehme Mustonen bei seiner Arbeit literarische Werke als Vorlage, knüpfe mit seinen Kompositionen „einen fliegenden Teppich, auf dem er den Zuhörer in eine andere Welt mitnehmen will.“ Mustonen sei jemand, der „die Musik mit seinen Händen berühren kann.“ Nicht zuletzt deshalb sei die Wahl der Jury in Hanau, Olli Mustonen mit dem Paul-Hindemith-Preis zu ehren, „eine sehr glückliche“ gewesen, befand Ohnesorg.

„Er zieht Zuhörer in ihren Bann“: Laudator Prof. Franz Xaver Ohnesorg würdigte das Können von Olli Mustonen.

Für den Preisträger selbst sei es, so gestand er nach der Verleihung und dem Eintrag ins Goldene Buch der Stadt Hanau in englischer Sprache, eine große Ehre, die Auszeichnung zugesprochen bekommen zu haben. Er sei sehr bewegt. Der in Hanau geborene Komponist Paul Hindemith, dessen Kompositionen sich Olli Mustonen auch bei seiner musikalischen Arbeit eingehend widmet, nehme eine ganz bedeutende und zentrale Stellung in der Welt der Musik ein.

Mit Kompositionen aus Hindemiths Ludus Tonalis verbeugte sich Olli Mustonen am Flügel vor dem großen Komponisten. Nicht nur die Hände sind am Flügel bei der Sache, Mustonens ganzer Körper scheint die Musik, die er spielt, zu interpretieren. Nicht nur bei Hindemith, auch bei seinen eigenen Werken, wie er anhand seiner Klaviersonate Nr. 1 Jehkin livana aus dem Jahr 2006 eindrucksvoll zeigte.

VON DIETER KÖGEL

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