Bevölkerungswachstum

Kapazitäten sind erschöpft: Es wird eng an Hanaus Schulen

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Experte schlägt Gymnasialzweig am Schulzentrum Hessen-Homburg vor

Hanaus anhaltendes Bevölkerungswachstum schlägt sich mittlerweile nicht nur in den Kindertagesstätten und Grundschulen nieder, auch der Druck auf die weiterführenden Schulen wächst. Und er wird in den kommenden Jahren noch deutlich steigen. 

Hanau - Das geht aus einer Analyse hervor, die das auf Schulentwicklungsplanung spezialisierte Beratungsbüro biregio im Auftrag der Stadt Hanau erstellte. Diese Analyse, die gestern Abend im Kultur- und Schulausschuss der Stadtverordnetenversammlung vorgestellt wurde, soll Grundlage sein für die anstehenden Beratungen des Schulentwicklungsplans für die weiterführenden Schulen der Stadt Hanau.

„Hanau ist in den vergangenen zehn Jahren um rund 10000 Menschen gewachsen und es wird, so sagen es die Prognosen, bis Mitte des nächsten Jahrzehnts um weitere 7000 Menschen wachsen“, stellte Schuldezernent, Bürgermeister Axel Weiss-Thiel (SPD), fest. Die biregio-Analyse zeigt auf, welche wahrscheinlichen Auswirkungen steigende Geburtenzahlen, anhaltender Zuzug und das Schulwahlverhalten der Eltern auf die weiterführenden Schulen in der Brüder-Grimm-Stadt haben werden.

Hanau: Deutliche Erweiterung der Kapazitäten benötigt

Klar ist: Hanau braucht im kommenden Jahrzehnt eine deutliche Erweiterung der Kapazitäten auch an den weiterführenden Schulen. Auch, weil die Brüder-Grimm-Stadt „Schulstandort für die Region“ bleiben wolle, wie Bürgermeister Weiss-Thiel erklärte. Deshalb habe er dem Main-Kinzig-Kreis eine Fortsetzung der Ende des Schuljahres 2019/20 auslaufenden Kooperationsvereinbarung vorgeschlagen, wonach Hanau weiterhin bis zu 350 Schüler pro Jahrgang aus dem westlichen Main-Kinzig-Kreis gegen entsprechenden Kostenausgleich an seinen Gymnasien aufnehme.

Aber auch ohne diese Kooperation würde es nach den Zahlen von biregio in den nächsten Jahren eng an den weiterführenden Schulen Hanaus, denn Schulentwicklungsexperte Wolf Krämer-Mandeau prognostiziert wachsende Schülerzahlen an den Hanauer Grundschulen von derzeit rund 3700 auf 4775 in der Mitte des Jahrzehnts. Im Schuljahr 2018/19 besuchten 820 Kinder die vierte Klasse in Hanau. Laut der Prognose von biregio wird die Zahl der Viertklässler bis 2025 auf 1040 steigen.

Im Mittel der vergangenen Jahren wechselten immerhin 85 Prozent der Hanauer Grundschüler an weiterführende Schulen in der Brüder-Grimm-Stadt. Und: 39 Prozent aller Hanauer Grundschüler wechseln auf ein Gymnasium. So gab es 2018/19 rund 520 Einschulungen an den Hanauer Gymnasien. „Diese Zahl wird mittelfristig auf 600 steigen“, prognostiziert Krämer-Mandeau. „Allein von den Zahlen her“, so der Schulentwicklungsexperte, „bräuchte Hanau also mittelfristig ein weiteres, vierzügiges Gymnasium.“

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Kapazitäten an Hanauer Schulen erschöpft

Die Kapazitäten an den Hanauer Gymnasien Karl-Rehbein-Schule (derzeit 1800 Schüler) und Hohe Landesschule (1400 Schüler) hält Krämer-Mandeau für erschöpft. Auch ein weiterer Ausbau des Gymnasialzweigs an der Otto-Hahn-Schule, die jetzt schon 2000 Schüler zählt, sei nicht sinnvoll. Vom Neubau eines eigenständigen Gymnasiums rät der Schulexperte allerdings ebenfalls ab. Das, so meint er, würde zu viele finanzielle Ressourcen binden, sodass für ebenfalls notwendige Investitionen an Haupt- und Realschulen Geld fehle.

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Stattdessen schlägt der Experte die „Veredelung“ des Hessen-Homburg-Schulzentrums vor. Diese Haupt- und Realschule mit derzeit 600 Schülern könnte um einen vierzügigen Gymnasialzweig erweitert werden. Für Schuldezernent Weiss-Thiel hätte eine solche Lösung „durchaus Charme“. Doch die Diskussion beginne nun erst.

VON DIRK IDING

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