Hanauer Bäder

Hanau: „Unschöne“ Vorfälle vor den Schwimmbädern - Stadt zieht Konsequenzen

Ein Sehnsuchtsort in heißen Zeiten: das Heinrich-Fischer-Bad. Am Sonntag spielten sich dort wie auch vor dem Lindenaubad „unschöne Szenen“ ab, weil der Andrang die vorhandenen „Corona-Kapazitäten“ überstieg.
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Ein Sehnsuchtsort in heißen Zeiten: das Heinrich-Fischer-Bad. Am Sonntag spielten sich dort wie auch vor dem Lindenaubad „unschöne Szenen“ ab, weil der Andrang die vorhandenen „Corona-Kapazitäten“ überstieg.

Nachdem es am Wochenende sowohl vor dem Heinrich-Fischer-Bad als auch vor dem Großauheimer Lindenaubad zu „unschönen Szenen“, wie es Augenzeugen beschreiben, gekommen ist, ziehen die Hanauer Bäder Betriebe Konsequenzen. Ab sofort dürfen die beiden Hanauer Bäder ab 14 Uhr nur noch von Badegästen besucht werden, die sich online ein Ticket gebucht haben.

Hanau/Großauheim – Die enorme Hitze am Wochenende hat dazu geführt, dass weit mehr Menschen in den beiden Freibädern Abkühlung suchten, als nach den Corona-Vorgaben Plätze vorhanden sind. Im Heinrich-Fischer-Bad ist die Zahl der Badegäste auf 600 beschränkt, im Großauheimer Lindenaubad auf nur 300 Menschen. Am Sonntag bildeten sich vor beiden Bädern lange Schlangen, obschon die Kapazitäten schon kurz nach Beginn der Nachmittagsöffnung um 14 Uhr erschöpft waren. Darüber, was sich dann vor beiden Bädern abgespielt haben soll, gibt es unterschiedliche Schilderungen. So ist in Facebook-Einträgen davon die Rede, dass Besucher, die im Lindenaubad keinen Einlass fanden, über Zäune geklettert seien, Kassiererinnen, Bademeister und Security-Mitarbeiter seien massiv bedroht worden, das Einhalten von Abständen und das Tragen von Mund-Nasen-Schutz sei von den Wenigsten beachtet worden. Von Seiten des Sprechers der Hanauer Bäder GmbH, Joachim Haas-Feldmann, der am Sonntag die Situation vor dem Heinrich-Fischer-Bad live miterlebte und auch mit einigen Mitarbeitern des Lindenaubades sprach, stellte sich die tatsächliche Lage zwar nicht ganz so dramatisch dar, allerdings könne und wolle man die Probleme auch nicht kleinreden.

Durchsagen an die Wartenden vor den Kassenbereichen der beiden Bäder, den Sicherheitsabstand zu wahren und Mund-Nasen-Schutz zu tragen, seien bei Weitem nicht von jedem befolgt worden. Je näher die Menschen der Kassen gekommen seien, umso weniger hätten sie die Abstände eingehalten. Die große Hitze – viele Wartende harrten in der prallen Sonne ohne Kopfbedeckung aus – mag ihr Übriges dazu beigetragen haben, dass die Stimmung insgesamt aufgeladen war.

Gewaltandrohnungen konnten von der Stadt Hanau nicht bestätigt werden

„Aber dass es tatsächlich zu Gewaltandrohungen gekommen ist, wie auf Facebook behauptet wird, konnte von unseren Mitarbeitern nicht bestätigt werden“, so Haas-Feldmann. Wohl aber eine Beobachtung, die ebenfalls geäußert wurde, nämlich dass es sich bei den Badbesuchern in großer Anzahl um auswärtige Gäste gehandelt haben soll. Haas-Feldmann: „Wahrscheinlich setzt bei dieser Hitze ein regelrechter Regional-Tourismus ein. Leute, die an Badeseen oder in anderen Freibädern der Region keinen Platz mehr fanden, sind zu uns nach Hanau gekommen.“

Doch auch im Heinrich-Fischer-Bad und Lindenaubad ging am Sonntagnachmittag nichts mehr. Daraus werden nun Konsequenzen gezogen. In beiden Freibädern hat ab heute für die Badezeit von 14 bis 20 Uhr nur noch Zutritt, wer sich für den aktuellen Tag ein Ticket online gebucht und gezahlt hat. Von 6.30 bis 13 Uhr lässt sich ein Ticket sowohl an den Kassen zahlen als auch über die Internetseite hanau-baeder.de beziehen. „Mit der Online-Buchung im Voraus erleichtern wir nachmittags das Einhalten des Corona-bedingten Mindestabstands vor den Eingangstüren, weil der Durchfluss dort nach der Ticketkontrolle schneller vonstattengehen kann“, hofft Bäder-Geschäftsführer Uwe Weier. Zugleich appelliert er dringend an die Badegäste, in der Warteschlange vor und im Bad Mund-Nasen-Schutz als Vorbeugung vor Corona-Ansteckung zu tragen.

Hanau: Ticketkauf - Buchung des Schwimmbadbesuchs erfolgt online

Wer die entsprechende Kachel auf hanau-baeder.de anklickt, kann zwischen einem der beiden Hanauer Freibäder auswählen, muss die Zahl der Badegäste sowie Tag und Zeitraum für den Besuch angeben. Die Homepage zeigt an, ob für die gewünschte Buchungszeit noch Online-Tickets zur Verfügung stehen. Es sind Besuchsspannen von 6.30 (samstags und sonntags ab 8 Uhr) bis 13 Uhr möglich und von 14 bis 20 Uhr. In der Mittagspause reinigt die städtische Bädergesellschaft Sanitäranlagen, Umkleiden, Beckenumgänge und Handläufe. Daher sind die Freibäder von 13 bis 14 Uhr geschlossen. Saunagäste bezahlen im Heinrich-Fischer-Bad weiterhin ausschließlich an der Kasse. Die Sauna ist dienstags bis sonntags von 9 bis 13 Uhr und von 14 bis 21 Uhr geöffnet.

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