Konzerte

Open-Air-Konzerte in Hanau: Musiker trotzen Corona

Die Sehnsucht war bei vielen Kultur-Fans schon groß – keine Theatervorstellungen, keine Kunst-Vernissagen, keine Live-Konzerte, keine Brüder-Grimm-Festspiele, kein Lamboyfest, kein Kultoursommer. Jetzt fanden erstmals einige Konzerte statt.

  • In Hanau haben erste Konzerte seit Beginn der Corona-Krise stattgefunden
  • Mehrere Veranstalter haben gemeinsam Konzerte am Wochenende organisiert
  • Die Konzerte fanden unter den besonderen Corona-Bedingungen statt

Die Teams vom Café Ellis in der Johanneskirche und dem Trägerverein Kulturzentrum Pumpstation e.V. (KUZ Hanau) hatten sich zusammengetan und ein Programm mit drei Konzerten an drei Abenden bekannter und neuer Lokalmatadore auf die Beine gestellt. Den Anfang machte am Freitag bei bestem Frühsommerwetter das Trio „Esprit de Paris“ mit französischen Chansons auf der großen Terrasse, wo das Publikum bei Wein, Bier, Knabbereien, Pizza und Eis aus den umliegenden gastronomischen Betrieben sichtbar Freude hatte an diesem Konzertabend.

Hanau: 60 Gäste zu erstem Corona-Konzert erlaubt

Rund 60 Gäste konnte man auf der großen Terrasse gemäß der Corona-bedingten Schutz- und Hygiene-Verordnungen verteilen. Aus Sicherheitsgründen und um den Überblick zu behalten, war um Reservierung inklusive Kontaktdaten gebeten worden, und es wurden ausschließlich Sitzplätze für die Konzerte angeboten, um die Abstandsregeln einzuhalten.

Das Konzert war im Vorverkauf binnen kurzer Zeit ausverkauft. „Aber wir haben für Kurzentschlossene noch einige wenige Plätze in petto gehabt, die jetzt auch besetzt sind“, erzählt Lucas Schobert vom KUZ. 

Es habe auch keine Schlangen am Einlass gegeben, da viele Gäste früh und zeitlich versetzt gekommen seien. „Pünktlich zum Wochenende, an dem sich viele Hanauerinnen und Hanauer eigentlich auf das legendäre Lamboyfest gefreut hätten, soll nun doch zumindest ein wenig Livemusik in der Altstadt zu hören sein. Gemeinsam ein Konzert zu erleben, nicht nur vor dem Bildschirm, ist für mich ein elementarer Bestandteil meines Lebensgefühls. Nicht nur als Veranstalter, auch als Gast“, ergänzt Schobert.

Corona-Krise wird zu finanzieller Zerreißprobe für Künstler in Hanau

Neben der fehlenden Erfahrung für das Publikum seien die vergangenen Monate auch eine finanzielle Zerreißprobe für Künstler, Techniker und Veranstalter gewesen, ebenso wie für die Gastronomie, die vielerorts trotz Lockerungen nicht genug Umsatz mache. Auch sei ein wichtiger Antrieb gewesen, Programm wieder auf die Bühne zu bringen und Musiker vor ihr Publikum, so Elias Kolbe vom „Ellis“.

„Gerade deshalb ist es uns ein Anliegen, dass die Auftretenden und auch Techniker bei den Konzerten fair bezahlt werden. Dank einer Landesförderung für uns als soziokulturelles Zentrum können wir da auch einen Teil zu beitragen“, freut sich Lucas Schobert.

Damit es für möglichst viele Veranstaltungen in den kommenden Wochen reicht, wurden die Besucher trotz freien Eintritts aufgefordert, großzügige Spenden für das kulturelle Angebot „im Hut zu lassen“, der in der Pause die Runde machte und von den Gästen sehr großzügig bedacht wurde.

Hanau: Französische Chansons bei Konzert unter freiem Himmel

Entspannte und charmante französische Chansons unter freiem Himmel boten „Esprit de Paris“, bestehend aus Mirjam Fues Wolf (Gesang und Gitarre), die vielen Hanauern von der „Märchenbühne“ im Amphitheater als Schauspielerin bekannt ist, Burkhard Rieger (Akkordeon) und Stefan Kreuscher (Kontrabass). Mit Liedern der französischen Sängerin Zaz, des Belgiers Jaques Brel und des Altmeisters Charles Trenet verzauberten die drei Musiker ihre Zuschauer, die jedes Stück mit großem Applaus feierten.

Natürlich durfte auch Edith Piafs „La Vie en Rose“ nicht fehlen. Sängerin Mirjam Wolf fasste ihre Freude über den Live-Auftritt bereits nach dem ersten Song zusammen: „Unser letzter Auftritt im Comoedienhaus beim Hanau-Daheim-Festival lief noch ohne Publikum und es war schon etwas komisch, wenn nach jedem Stück so ein Vakuum entstand. Das ist hier jetzt wieder etwas ganz anderes. Dankeschön.“ Mit dem Gassenhauer „Champs-Élysées“ von Joe Dassin verabschiedete sich das Trio nach diesem gelungenen Live-Konzert mit Publikum auf der Terrasse des Ellis in der Hanauer Altstadt.

Rubriklistenbild: © Andrea Pauly

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