Ab 15. Juni in der Innenstadt

Hanau: Kunstkaufhaus Tacheles eröffnet

Frisch eingetroffen: Der Hanauer Hobbykünstler Ocak Osman bringt eine Auswahl seiner Werke im Kunstkaufhaus bei Storemanager Engin Dogan vorbei.
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Frisch eingetroffen: Der Hanauer Hobbykünstler Ocak Osman bringt eine Auswahl seiner Werke im Kunstkaufhaus bei Storemanager Engin Dogan vorbei.

In dem Haus an der Ecke Nürnberger-/Ecke Schnurstraße hängen hier Bilder an den Wänden, in großen Holzschütten finden sich Kunstdrucke zum Durchblättern und an einer Theke im hinteren Ladenbereich können Acrylfarben, Buntstifte in verschiedenen Hautfarben – den sogenannten Hanau-Farben – und Spraydosen erworben werden. Statt Schuhe gibt es hier jetzt Kunst zu kaufen.

Hanau - „Für jedermann“, betont Martin Bieberle, Geschäftsführer der Hanau Marketing GmbH, die den Laden gemeinsam mit dem Fachbereich Kultur betreibt. Der neueste Innenstadt-Clou der Stadt steht kurz vor der Eröffnung.

„Wir wollen hier Kunst für alle anbieten, in entspannter Atmosphäre, fern jeglicher Galerie-Attitüden.“ Es gehe um Begegnung, ums Verweilen, nicht um einen musealen Ausstellungscharakter. „Die Leute sollen hier in Ruhe stöbern können“, sagt Bieberle. „Reiner Handel, das funktioniert auch anderswo einfach nicht mehr. Es geht ums Erleben. Und darum, dass die Leute nicht nur einmal kommen. Deshalb werden wir die ausgestellten Exponate immer wieder wechseln.“

Tacheles, so der Name des Kaufhauses, angelehnt an das berühmte Berliner Kunsthaus Tacheles, gibt 138 Künstlern mit ihren über 1300 Werken sechs Monate lang die Möglichkeit, ihre Kunst zu präsentieren. Via Internet hatten diese sich zuvor mit drei Exponaten und einer kurzen Vita beworben.

„Wir machen dabei keine Trennung zwischen Hobbykünstlern und Profis“, sagt Engin Dogan. Der freischaffende Künstler und Galerist ist der Storemanager des Kunstkaufhauses, betreut unter anderem die Aussteller und sorgt für die Vielfalt in den Showräumen. „Wir wollen gerade Hobbykünstlern die Chance geben, sich hier zu präsentieren.“ Natürlich müsse hierbei der künstlerische Aspekt sichtbar sein.

Zu 80 Prozent sind Hanauer Künstler im Tacheles vertreten, vor allem Mitglieder der Hanauer Künstlervereinigungen, aber auch bekannte Hanauer Künstler wie Rautie oder Holger Kliem. Der Rest kommt aus dem Umkreis, einige wenige von weiter weg. Bis zu 15 Werke konnte jeder von ihnen einreichen.

Große Vielfalt: Im Tacheles erhalten Hanauer Künstler die Möglichkeit, ihre Werke auszustellen. Die ausgestellten Exponate sollen wechseln, sodass sich das Wiederkommen für die Kunden lohnt.

Ocak Osman ist ebenfalls einer der mitwirkenden Künstler. Eben hat er seine Bilder vorbei gebracht. Der türkischstämmige 58-Jährige ist im Lamboy zuhause. „Dort habe ich auch mein Atelier, wo ich täglich male“, erzählt er. In der Grimmstadt habe er schon mehrere Male ausgestellt, in internationalen Fachmagazinen werde er für seine innovative Fadentechnik gefeiert, sagt Storemanager Dogan.

Im Tacheles gibt es nicht nur Gemälde. Im ersten Stock sind Fotografien, Tonobjekte und Skulpturen ausgestellt. Doch bedeutet Kunst für alle auch für jeden Geldbeutel? „Ja“, meint Dogan. „Die Preise beginnen bei 30 Euro. Teurer als 500 Euro ist kein Objekt.“ Im Durchschnitt zahlt man für ein Kunstwerk 200 bis 400 Euro.

Ein weiterer Baustein zur Aufwertung der Innenstadt

Im Tacheles soll es nicht nur darum gehen, Kunst zu verkaufen. An einer Veranstaltungswand etwa hat jeden Monat ein anderer Künstler die Möglichkeit, sich und sein Schaffen vorzustellen. Im offenen Atelier können sich Künstler ohne eigenen Kreativraum einmieten. Weiterhin sind Workshops, Lesungen und Malkurse geplant. Und auch einen Kaffee soll man hier bald trinken können. „Wir wünschen uns einen lebendigen Ort, einen Ort der Kommunikation“, sagt Martin Bieberle und berichtet, dass bereits jetzt die Resonanz positiv ausfalle.

Er selbst sei in Salzburg auf das Konzept eines Kunstkaufhauses aufmerksam geworden, habe es im Rathaus und im Magistrat zur Diskussion gestellt. Dort wurde die Idee als gut befunden, nicht zuletzt, weil sie ein weiterer Baustein zur Aufwertung der Innenstadt und des Programms „Hanau aufLaden“ ist.

Dabei wird das Tacheles nicht dauerhaft an der Nürnberger Straße bleiben. Der Mietvertrag läuft bis Jahresende. „Aber sicher ist, dass unser Kunstkaufhaus an anderer Stelle wieder Fuß fasst“, so Bieberle. (Von Kerstin Biehl)

Weitere Infos: Das Kunstkaufhaus Tacheles an der Nürnberger Straße ist ab Dienstag, 15. Juni, von Montag bis Samstag von 10 bis 18 Uhr geöffnet. Informationen gibt es auch im Internet unter: tacheles-hanau.jetzt

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