Gedränge in Geschäften bleibt aus

Last-Minute-Einkäufer stürmen vor dem Lockdown in die Hanauer Innenstadt

Schlange stehen vor der Parfümerie: Am gestrigen Montag nutzten einige Menschen die Gelegenheit für letzte Weihnachtseinkäufe vor dem zweiten Lockdown.
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Schlange stehen vor der Parfümerie: Am gestrigen Montag nutzten einige Menschen die Gelegenheit für letzte Weihnachtseinkäufe vor dem zweiten Lockdown.

Ab heute gilt in Hessen der nächste Lockdown. Die meisten Geschäfte müssen mitten im Weihnachtsgeschäft wieder schließen. Kurz vorher waren nochmal viele in Hanau auf der Jagd nach Weihnachtsgeschenken.

Hanau – Wer sonst Geschenke erst an Heiligabend besorgt, muss in diesem Jahr, wenn er seinen Liebsten nicht gerade auf den letzten Drücker etwas im Internet bestellen, an der Tankstelle, im Drogerie- oder Supermarkt besorgen möchte, früher aktiv werden. Während sich vor einzelnen Geschäften in der Hammerstraße wie der Parfümerie Douglas eine Schlange bildete, blieb das Gedränge in den Läden in diesem Jahr aus. Auch aufgrund der beschränkten Personenzahl und Einlasskontrollen. „Das Geschäft läuft bombenmäßig“, sagt die Douglas-Filialleiterin von Hanau, Tolunay Acinan. „Der Andrang ist zwar groß, aber die Kunden bringen sehr viel mehr Zeit mit als sonst und sind insgesamt gelassener.“

Vor der Filiale warten jedoch auch Kunden, die ihre Weihnachtseinkäufe in diesem Jahr anders tätigen als sonst: „Die meisten Geschenke bestelle ich in diesem Jahr online. Angesichts steigender Infektionszahlen bleibt mir nichts anderes übrig“, sagt beispielsweise eine Mutter, deren Sohn „nur schnell“ etwas in der Parfümerie kaufen will. Auch wenn die Geschäfte weiterhin geöffnet hätten, wäre sie nicht hingegangen, wie sie erzählt. „Dazu sind mir zu viele Menschen zu unvernünftig, ziehen die Maske nicht richtig auf oder halten den Abstand nicht ein.“

Security-Mitarbeiter der Stadt Hanau: „Die Leute wissen nicht mehr, was sie dürfen.“

Bei den Menschen, die keine Maske tragen würden, handelt es sich laut Securitymitarbeiter der Stadt Hanau, Eneas Aka, der mit seinem Kollegen gerade die Fußgängerzone kontrolliert, um Ausnahmefälle. Er und seine Kollegen bitten Passanten, die Maskenpflicht einzuhalten und geben Verstöße an das Ordnungsamt weiter. Dabei seien sie zurzeit vor allem Ansprechpartner.

„Die Leute wenden sich momentan mit vielen Fragen an uns, weil sie nicht mehr wissen, was gilt, was sie dürfen und was nicht“, erzählt Akas Kollege, der nicht namentlich genannt werden will. „Heute ist sehr viel los“, sagt Aka. „Die Leute wollen schnell noch zum Frisör und haben Angst, dass sie keine Weihnachtsgeschenke mehr bekommen.“

Online-Versand verzögert sich wegen des hohen Bestellaufkommens

Denn auch online sei das nicht so leicht, wie eine Frau vor dem Spielwarengeschäft im Forum Hanau erzählt. „Im Internet sind die Sachen teilweise gar nicht mehr verfügbar oder der Versand verzögert sich, sodass vieles erst nach Weihnachten oder im Januar geliefert werden kann.“ Bei Sonderwünschen von Kindern sei das schwierig, bestätigt ein anderer Kunde.

Ein älteres Ehepaar, das mit ein paar Einkaufstaschen vor dem Forum steht, sieht das entspannter: „Wir besorgen nur Kleinigkeiten“, erzählt der 77-jährige Steinheimer Horst. „Wir sind auf gut Glück in die Stadt gefahren, weil wir etwas von dem Weihnachtsflair mitnehmen wollten“, sagt seine Frau. Wenn es zu voll gewesen wäre, seien sie wieder nach Hause gefahren. „Dann hätten wir Gutscheine verschenkt“, sagt der Steinheimer und lacht. „Die kann man auch mit der Hand schreiben. Dieses Jahr muss man einfach flexibler sein.“ (Jasmin Jakob)

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