Hohe Landesschule

Lehrer, Eltern und Schüler: Aktionsbündnis „Die Hola steht auf“ demonstriert für neuen Schulleiter

Sie bildeten entlang des Alten Rückinger Wegs vor der Hohen Landesschule mit ihren Plakaten ein Spalier für die vorbeifahrenden Autos: Eltern, Lehrer und Schüler, die die fehlende Schulleitung beklagen.
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Sie bildeten entlang des Alten Rückinger Wegs vor der Hohen Landesschule mit ihren Plakaten ein Spalier für die vorbeifahrenden Autos: Eltern, Lehrer und Schüler, die die fehlende Schulleitung beklagen.

Den meisten Applaus bei der Aktion „Die Hola steht auf“ erhielt der stellvertretende Schulsprecher Jan Peppler. In einer flammenden Rede appellierte er an die Verantwortlichen im Kultusministerium und im Staatlichen Schulamt, ihre Hausaufgaben zu machen, die Schulleiterstelle an der Hohen Landesschule endlich zu besetzen und „keine weiteren unnötigen Abordnungen“ mehr anzuordnen.

Hanau – Über 100 Lehrer, Schüler und Eltern waren um 13.30 Uhr vor das Schulgelände gekommen, viele hielten selbst gemalte Plakate hoch, viele zeigten mit orangenen T-Shirts und Pullis ihre Verbundenheit zu der über 400 Jahre alten Traditionsschule. Sie postierten sich entlang des Alten Rückinger Wegs, bildeten quasi ein Spalier für die vorbeifahrenden Autos.

Gegründet habe sich das Aktionsbündnis auf der außerordentlichen Personalversammlung vor wenigen Tagen, berichtete Susanne Zelck auf Nachfrage. Sie ist eine der drei Sprecherinnen des privaten Lehrer-Bündnisses. Ziel sei es, die Schüler und Eltern der Hola zu unterstützen und die tatsächliche Situation an der Schule transparent zu machen. „Wir wollen auch das Signal nach außen geben, dass die Hola weiter läuft, denn wir sind ein aktives und engagiertes Kollegium“, so Zelck, die Geschichte und katholische Religion unterrichtet.

Stelle an der Hohen Landesschule Hanau kann erst ausgeschrieben werden, wenn Abordnung abgeschlossen ist

Aber die Belastungen durch eine nicht komplette Führungsmannschaft würden nicht erst jetzt, sondern schon seit fünf Jahren bestehen. Denn auch als Sabine Schaetzke noch Hola-Schulleiterin war, konnte sie diesen Posten laut Zelck nicht mit der vollen Stundenzahl ausfüllen. Immer wieder wurde Schaetzke als kommissarische Schulleitung an andere Schulen abgeordnet (unter anderem ans Grimmelshausen Gymnasium in Gelnhausen). Und gerade diese Abordnungen sind das Problem. Auch Helge Messner, der noch wenige Tage als kommissarischer Schulleiter der Hola wirken wird, bevor er ans Kultusministerium nach Wiesbaden geht, wurde dorthin abgeordnet. Und solange seine Abordnung dauert, kann der Posten der stellvertretenden Schulleitung an der Hola nicht neu ausgeschrieben werden.

Darum lautet eine Forderung des Aktionsbündnisses, dass Messner statt per Abordnung durch eine Versetzung nach Wiesbaden geholt werden soll. „Abordnungen sind eine Mängelverwaltung und eine Sparmaßnahme“, sagt Bündnis-Sprecherin Frauke Tschiltschke. Sie selbst sei als Sportlehrerin für einige Stunden an eine andere Schule abgeordnet, diese Stunden fehlen wiederum an der Hola.

Eltern, Schüler und Lehrer demonstrierten am Dienstag vor der Hohen Landesschule in Hanau

Plakate zeigten die Aufgaben der Schulleitung.

Dort zeigten die Eltern, Schüler und Lehrer am Dienstagmittag, dass es einen großen Hola-Spirit gibt. Sprecherin Susanne Zelck betonte in ihrer Rede den Zusammenhalt der Schulgemeinschaft. „Wir als Kollegium unterstützen mit allen Kräften unsere verbleibenden Schulleitungsmitglieder und kommen weiter unserem Bildungsauftrag und unserer Fürsorgepflicht gegenüber unseren Schülerinnen und Schülern nach.“ Der Zustand einer nicht voll besetzten Schulleitung, der sich jetzt zugespitzt habe, werde schon seit einigen Jahren vom Kollegium und durch ein über die Maßen großes Engagement der verbleibenden Schulleitungs-Mitglieder getragen. Dies könne gerade unter Coronabedingungen aber kein Dauerzustand bleiben.

Für den Personalrat der Hola sagte Kathrin Weidlich am Rande der Veranstaltung, dass der Personalrat der Hola das Staatliche Schulamt angeschrieben und darum gebeten habe, die Abordnung von Helge Messner in eine Versetzung umzuwandeln, damit die Stelle neu besetzt werden könnte.

Hanau: Auch die Schüler fordern einen neuen Schulleiter für die Hohe Landesschule

Auch der 19-jährige Mika Wagner, der nächstes Jahr sein Abitur machen muss, demonstrierte. Er hätte selbst erlebt, was es bedeutet, wenn die Schulleitung unterbesetzt ist, erzählt er. Mit einem wichtigen Anliegen an die Schulleitung, bei dem er auch eine Frist einhalten musste, wusste er nicht, an wenn er sich wenden konnte. Und der 17-jährige Mark Petek erzählt, dass er bei seiner Lehrerin, die eine von zwei verbliebenen Personen im Schulleitungs-Team ist, merken würde, wie sehr sie jetzt schon überlastet sei. Die 18-jährige Juia Müller ergänzt: „Es ist uns wichtig, dass wir die Aufmerksamkeit auf diese Problematik an unsere Schule lenken.“ Das wollten an diesem Mittag viele. Paul aus der 5g stand mit seinem Plakat, auf dem alle Kinder seiner Klasse unterschrieben hatten, ebenso in der langen Reihe wie Erik Gottschalk, der Sprecher des Abitur-Jahrgangs. „Wir sind enttäuscht über die fehlende Unterstützung und die Personalrochaden des Kultusministeriums“, sagte er in seiner Rede und schwor die Schulgemeinschaft auf einen „Marathonlauf“ ein, bis sie ihre Ziele erreicht hätten.

„Wir wollen lösungsorientiert arbeiten“, betonte Susanne Zelck, dass es dem Bündnis nicht um Anprangerung oder Konfrontation gehe. „Wir haben tolle Schüler, tolle Lehrer und wünschen uns eine tolle echte Schulleitung.“ Während der Reden knieten sich die vielen Teilnehmer hin, um am Ende dem Ruf „Die Hola steht auf“, Taten folgen lassen zu können. Nach dieser ersten Aktion will das Bündnis die Reaktionen der Verantwortlichen abwarten. „Wir haben viele Ideen für weitere“, sagte Frauke Tschiltschke augenzwinkernd zum Abschied.

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