Wöchentlich 400 Sendungen

Auf der letzten Meile radelt der Paketzusteller

Präsentierten das E-Lastenrad-Modell im Parkhaus-Depot: (von links) Fotios Bantis (dpd-Teamleiter), Markus Henrich (Parkhaus GmbH) und Gerd Seber (dpd-Manager).
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Präsentierten das E-Lastenrad-Modell im Parkhaus-Depot: (von links) Fotios Bantis (dpd-Teamleiter), Markus Henrich (Parkhaus GmbH) und Gerd Seber (dpd-Manager).

Ab Anfang Juli werden Elektro-Lastenräder des Paketlogistikers dpd auf den Straßen der Innenstadt in Hanau unterwegs sein.

Hanau – Gestern wurde im Parkhaus am Heinrich-Fischer-Bad das Pilotprojekt „Mikrodepot in einem kommunalen Parkhaus“ zusammen mit der städtischen Hanauer Parkhaus GmbH vorgestellt. Von dem Parkhaus aus sollen dpd-Fahrer pro Woche 400 Pakete und Päckchen an die Kunden ausliefern.

Schon seit Langem suche man nach Lösungen für das Problem der ständig steigenden Belastung der Innenstadt durch die Fahrzeuge der Paketdienste, erinnerte Markus Henrich, Geschäftsführer der Hanauer Parkhaus GmbH. Die Anlieferung von Paketen und Päckchen habe allein in Hanau inzwischen ein Volumen von 2,5 bis drei Millionen Stück pro Jahr erreicht - Tendenz steigend. Die Stadt schrieb die fünf großen Paketlogistiker an und bot eine Kooperation für die sogenannte „letzte Meile“ an. Nur dpd habe reagiert, so Henrich. Die Einigung kam offenbar rasch zustande. Wegen der Möglichkeit der Anlieferung von Paketen und Päckchen über die Rückseite des Parkhauses am Heinrich-Fischer-Bad und der Nähe zur Innenstadt fiel die Standort-Wahl auf das Parkhaus am Fischer-Bad. Die HPG habe 20 000 Euro in die Infrastruktur investiert und dpd zahle eine monatliche Miete, „die aber dem Pilotprojekt angemessen ist“, betonte Henrich. „Wir freuen uns, dass dpd Hanau als erste Stadt ausgewählt hat, in der solch ein Mikrodepot in einer kommunalen Einrichtung etabliert wird“, sagt er.

„Die Suche nach Parkplätzen ist für unsere Fahrer immer schwieriger geworden, deshalb bemühen wir uns, alternative Lösungen zu finden, um unseren Teil dazu beizutragen, dass die Innenstädte von Verkehr und damit Emissionen entlastet werden“, erläuterte Gerd Seber, Group Manager City Logistics & Sustainability bei dpd Deutschland. Die E--Lastenräder könnten eine Möglichkeit sein, um effizient, wirtschaftlich und umweltfreundlich die Paketauslieferung in Innenstädten zu organisieren. Seber: „Wir starten mit zunächst einem E-Lastenrad, um Erfahrungen zu sammeln, perspektivisch ist aber bereits heute ein zweites E-Rad geplant, denn die Zahl von 400 Paketen pro Woche soll Zug um Zug auf das Doppelte gesteigert werden.“ Beliefert werden im Radius von drei Kilometern Privatleute, aber auch gewerbliche Kunden. Allerdings ist das Gewicht der Pakete, die mit dem E-Lastenrad befördert werden können, auf 31 Kilogramm begrenzt.

„Zusammen mit der Stadt werden wir versuchen, diesen Ansatz weiter zu entwickeln, sollten sich das Mikrodepot und die E-Lastenräder im täglichen Einsatz bewähren“, so der dpd-Manager. Das gelte für die Verladetechnik und eine mögliche Standort-Erweiterung.

Derzeit hat dpd in Leipzig, Konstanz, Berlin, Heilbronn, Nürnberg und demnächst auch in Darmstadt 32 Lastenräder und Elektro-Dreiräder im Einsatz. VON THOMAS SEIFERT

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