Auf dem Main

Schwan verschluckt Angelhaken - es folgen dramatische Szenen

Einen Angelhaken hat dieser Schwan verschluckt. Die Schnur hat sich bereits um den Hals gewickelt. Nur dank des Einsatzes von Tierschützer John David Kraft wird das Tier gerettet.
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Einen Angelhaken hat dieser Schwan verschluckt. Die Schnur hat sich bereits um den Hals gewickelt. Nur dank des Einsatzes von Tierschützer John David Kraft wird das Tier gerettet.

Am Main in Hanau spielen sich dramatische Szenen ab: Ein Schwan verschluckt einen Angelhaken, bei einem weiteren hat sich eine Haken ins Gesicht gebohrt.

  • Dramatische Szenen am Main in Hanau.
  • In Steinheim verschluckt sich ein Schwan an einem Angelhaken.
  • Tierschützer greifen ein - und stellen eine klare Forderung.

Hanau – Spektakulärer Einsatz von Tierschützern in Steinheim: Sie können zwei Schwäne retten, denen Angler-Utensilien fast zum Verhängnis geworden wären. Bei einem Tier hat sich ein Angelhaken ins Gesicht gebohrt, ein anderes hat gar einen Haken verschluckt. Die Tierschützer fordern mehr Kontrollen.

Hanau: Dramatische Szenen am Main - Zwei Schwäne brauchen Hilfe

Ein Notruf geht bei John David Kraft ein. Eine Spaziergängerin hat am Steinheimer Mainufer in Hanau einen Schwan - die Schwimmvögel sind Hanaus Wappentiere - entdeckt, bei dem sich ein Angelhaken ins Gesicht gebohrt hat. Der Leiter des Gnadenhofs Tierrefugium in Wolfgang eilt sofort mit einer Mitarbeiterin herbei. Doch wie an das verletzte Tier herankommen?

Die ersten Versuche schlagen fehl: „Wir sind eine halbe Stunde dem Tier hinterhergerannt, doch wir waren zunächst erfolglos“, sagt Kraft. Die Feuerwehr, von der sich Kraft Unterstützung erhoffte, habe ablehnen müssen, berichtet er. Sie habe keine Kapazitäten und kein Netz gehabt.

Hanau: Tierschützer entdecken Schwan in Lebensgefahr

Die Spaziergängerin, die am Samstag Alarm in Hanau geschlagen hatte, ist mittlerweile zu einem nahen Bäcker gelaufen, holt Brot. Damit versuchen sie, das Tier aus dem Wasser zu locken. „Als der Schwan weit genug an Land war, hab ich mich auf ihn gestürzt“, berichtet der 53-jährige Tierschützer. Seine Mitarbeiterin Nina Wieck hält das Tier mit ihrem Körpergewicht fest, während John David Kraft behutsam versucht, den Haken aus dem Gesicht des Tieres zu entfernen.

Noch währenddessen entdecken sie bei einem weiteren Schwan etwas weitaus Schlimmeres: Er hatte einen Angelhaken verschluckt. Die Schnur am Haken hat sich bereits um den Hals gewickelt. Kraft: „Es war absolute Eile geboten. Da bestand akute Lebensgefahr.“

Tierschützer retten zwei Schwäne in Hanau

Glück in diesem Fall in Hanau: Das Tier mit dem zugeschnürten Hals ist neugierig, es kommt von alleine näher, will offenbar beobachten, was Kraft mit seinem Artgenossen macht. „Als wir mit dem ersten fertig waren, habe ich mir sofort den zweiten Schwan geschnappt“, berichtet der Tierschützer. Er befürchtet das Schlimmste, da der Haken im Hals des Tieres steckt. „Aber zum Glück hat sich der Haken nirgends festgesetzt, wir konnten ihn langsam rausziehen.“

Dass sich Schwäne in Angelhaken verfangen, ist laut Kraft keine Seltenheit. Jedes Jahr habe er mit mindestens zwei solcher Fälle zu tun. Auch die Wildtier-Hilfe aus Maintal müsse immer wieder Schwäne retten, die sich in Angelschnüren verfangen oder Haken verschluckt haben. Sechs bis sieben solcher Einsätze gebe es im Jahr.

Diesen Haken hatte der Schwan verschluckt.

Tierschützer kritisieren rücksichtslosen Umgang der Angler

Der Tierschützer kann nicht verstehen, wie rücksichtlos manche Angler sind und Haken oder Schnüre am Ufer in Hanau und der Region zurücklassen. Sie können für Tiere zu tödlichen Fallen werden. Nach der Schwanen-Rettung in Steinheim fand Kraft gleich an mehreren Stellen Haken, Schnüre und sogar eine Keule zum Totschlagen von Fischen. „Das kann auch für Hunde oder Kinder gefährlich werden, wenn diese in die Haken treten“, warnt er.

Kraft lässt der Anblick und das Erlebte am Steinheimer Mainufer nicht mehr los. In einem Schreiben ans städtische Ordnungsamt fordert er, die Angler häufiger zu kontrollieren und sie auf die Gefahren für Menschen und Umwelt hinzuwiesen. „Ich weiß, dass nicht alle so unverantwortlich handeln“, sagt er. Für solche Kontrollen sei die Untere Naturschutzbehörde zuständig, teilte die Stadt mit. Von dieser war gestern keine Stellungnahme mehr zu bekommen.

Tierschützer wollen in Zukunft gewappnet sein

Um in Zukunft besser auf Schwanen-Rettungen vorbereitet zu sein, überlegt Kraft, eine Net-Gun anzuschaffen, eine gasbetriebene Pistole, die ein Fangnetz verschießt, um Tiere einzufangen. So ein Gerät koste um die 1 000 Euro. „Für einen Verein, der auf Spenden angewiesen ist, ist das keine kleine Anschaffung.“

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