Bäder-Chef Uwe Weier resümiert Saison im Heinrich-Fischer-Bad

Freibadsommer in Hanau war „miserabel“

Trotz schlechter Saisonbilanz blickt der Geschäftsführer der Hanau Bäder GmbH, Uwe Weier, positiv in die Schwimmbad-Zukunft.
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Trotz schlechter Saisonbilanz blickt der Geschäftsführer der Hanau Bäder GmbH, Uwe Weier, positiv in die Schwimmbad-Zukunft.

Eine bezüglich des Publikumsbesuchs recht überschaubare Badesaison geht am Sonntag, 19. September, im Hanauer Heinrich-Fischer-Bad zu Ende. Das zeigt sich auch an dem Tag, an dem unser Reporter das Freibad besucht. Um 10 Uhr morgens ist, obwohl die Sonne scheint, gerade einmal ein Frühschwimmer im Sportbecken. „Wir haben einen wirklich miserablen Sommer erwischt“, sagt Uwe Weier, Geschäftsführer der Hanau Bäder GmbH.

Hanau - Nicht nur Corona, sondern auch der nasse und kalte Sommer hätten die Besucherzahlen sehr gedrückt. „Wir haben in den Monaten Juni bis August in unserem Hallen- und Freibad insgesamt 49 342 Besucher empfangen. Glücklich und zufrieden sind wir mit dieser Zahl natürlich nicht. Aber unter den aktuell vorherrschenden Corona-Bedingungen und bei dem mittelmäßigen oder besser gesagt schlechten Wetter war auch nichts anderes zu erwarten.“

Weier vergleicht die Zahlen mit denen der Jahre 2018 und 2019: „2018 hatten wir im Heinrich-Fischer-Bad 171 841 Besucher, im Lindenaubad 314 648. In 2019 im Fischer-Bad 164 052 und im Lindenaubad 133 568. Das macht in 2019 insgesamt beinahe 300 000 Besucher.“

„Weit weg von der Normalität“

Zwar sei das Lindenaubad derzeit geschlossen, aber die Arbeiten gingen gut voran. „Wir sind optimistisch, dass wir im Juni, Juli im kommenden Jahr eine Wiedereröffnung feiern können“, so Weier. Natürlich könne man durch die Pandemie die Zahlen von 2020/21 nicht mit denen von 2018/19 vergleichen. Durch die Pandemieauflagen – es durften nur 600 Menschen pro Slot jeweils am Vormittag und am Nachmittag baden gehen, im August sogar nur 500 – wurden die Möglichkeiten, Besucher bei gutem Wetter hereinzulassen, erheblich eingeschränkt.

„Wenn man mal schaut, dass hier im Heinrich-Fischer-Bad an heißen Tagen bis zu 4000 Menschen Abkühlung und Entspannung suchen, dann sieht man schon anhand dieser Zahlen, wie weit weg wir uns von der Normalität entwickelt haben“, so Weier.

In der Hallensaison wird die 3G-Regel gelten

Der Bäder-Chef und sein Team hatten sich für die Saison gut vorbereitet, ein Hygienekonzept erarbeitet und den Auflagen entsprechend gehandelt. Weier: „Wenn die Pandemie bis ins kommende Jahr anhalten sollte, ist eine Öffnung in 2022 auch unter ähnlichen Bedingungen geplant.“ Für die noch laufende Saison rechnet Weier, selbst wenn das Wetter sich in den kommenden Tagen von seiner besten Seite zeigen sollte, nicht mehr mit großem Zulauf. „Der 15. September hat sich bei den Menschen als Schließungsdatum festgesetzt. Da dies unter der Woche ist, werden wir bis zum 19. September einschließlich geöffnet haben.“

Dann beginnt die Hallensaison. Hier wird die 3-G-Regel (geimpft, genesen, getestet) in Kraft treten. Und für Weier und sein Team geht es gedanklich dann schon wieder in Richtung Sommer: 2022 soll das Außengelände renoviert und erneuert werden. „Seit Baubeginn wurde nur einmal in den 90er Jahren eine Veränderung herbeigeführt. Es wird Zeit für eine Modernisierung, auch um die Attraktivität des Bades zu steigern“, so Weier.

Rein wirtschaftlich ist die Hanau Bäder GmbH in dieser Saison mit einem blauen Auge davongekommen. Durch das Kurzarbeitergeld, den Abbau von Überstunden bei Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern sowie die Corona-Soforthilfe konnte insgesamt gesehen ein positives monetäres Fazit gezogen werden, bilanziert der Bäder-Leiter.

Von Reinhard Paul

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