OB-Wahl in Hanau

Die Kandidaten im Porträt: Mit Jens Böhringer (CDU) unterwegs in Steinheim

Im Herzen der Steinheimer Altstadt: Jens Böhringer am Platz des Friedens. Er lebt mit seiner Familie nur einen Steinwurf entfernt von hier.
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Im Herzen der Steinheimer Altstadt: Jens Böhringer am Platz des Friedens. Er lebt mit seiner Familie nur einen Steinwurf entfernt von hier.

In der Brüder-Grimm-Stadt steht am Sonntag, 14. März, nicht nur die Kommunalwahl auf der Agenda, sondern auch die Wahl eines neuen Oberbürgermeisters oder einer neuen Oberbürgermeisterin. Neben Amtsinhaber Claus Kaminsky (SPD) buhlen mit Jens Böhringer (CDU), Anja Zeller (Grüne), Sven Zinserling (parteilos), Gerhard Stehlik (parteilos), Jochen Dohn (Die Linke) und Meysam Ehtemai (AfD) sechs weitere Kandidaten um Wählerstimmen. In dieser Woche stellen wir Ihnen die Bewerber, mit denen wir uns auf einen Spaziergang getroffen haben, in alphabetischer Reihenfolge im Porträt vor. Los geht’s mit Jens Böhringer (CDU).

Hanau – Es ist einer dieser eisigen Tage im Februar mit strahlend blauem Himmel. Jens Böhringer hat als Treffpunkt den Altstadt-Parkplatz in Steinheim gewählt. Von hier aus geht’s zu Fuß Richtung Zehntscheune. Der Stadtteil mit den vielen Fachwerkhäusern und Kneipen ist die Heimat des 35-Jährigen, der bei der Oberbürgermeisterwahl am 14. März als Kandidat der CDU ins Rennen geht.Im August hat die Spitze der Hanauer Christdemokraten ihren Kandidaten vorgestellt. Beim Nominierungsparteitag Mitte November erhielt Böhringer 43 von 47 Stimmen.

Im Steinheimer Ortsbeirat hat das politische Wirken des Jens Böhringer vor mehr als zehn Jahren begonnen. Der sagt heute, dass es, obwohl er in die Parteienarbeit reingeschlittert sei, gleich Spaß gemacht habe im Ortsbeirat.

Böhringer beschreibt sich selbst als gradlinig, ehrgeizig, offen und authentisch. „Ich kann mich schlecht verstellen“, sagt er. Und so hat er auch sein erstes politisches Ziel quasi aus dem Bauch heraus auf den Weg gebracht. Damals hat er die politischen Gremien davon überzeugt, dass die Hobbyfußballer Fangzäune hinter den Toren des Bolzplatzes brauchen. Diese sind heute immer noch da, und bei Böhringer blieb die Erkenntnis: „Wenn du in der Politik gute Ideen hast und sie einbringst, kann daraus auch etwas werden.“

Spaß aus dem Ortsbeirat in die Stadtverordnetenversammlung mitgenommen

Der ehemalige Ortsvorsteher Klaus Romeis sei sein Vorbild, erzählt der 35-Jährige. „Ich schätze seine uneitle und ruhige Art. Er hat mich immer beraten und tut dies bis heute.“ Das zweite politische Vorbild war ein Sozialdemokrat: Norbert „Berti“ Müller. Mit dem 2008 verstorbenen Stadtverordneten hat Böhringer das Zeltlager in Steinheim geleitet. „Er hat mir damals schon gezeigt, dass man streiten kann mit der SPD, aber dass es das Wichtigste ist, politisch aktiv zu sein – über Parteigrenzen hinweg.“

Ein Brückenbauer? Vielleicht wird das auch Jens Böhringer. Für die Hanauer CDU läutet er jedenfalls eine neue Zeit ein, einen Generationenwechsel. Der Familienvater lebt mit seiner Frau Janine und den beiden Kindern Leni (6) und Tom (2) in einer Eigentumswohnung unweit der Villa Stokkum.

ZUR PERSON

Name: Jens Böhringer

Geburtsort: Heppenheim, seit 35 Jahren in Hanau

Alter: 35

Familienstand: verheiratet, 2 Kinder (2 und 6 Jahre alt)

Beruf: Global CRM-Officer

Hobbys: Fußball und Sport in all seinen Facetten

Politisches Vorbild: ...eher Personen, die mich prägten: Klaus Romeis und Norbert Müller

Seiner Heimatstadt Hanau ist Böhringer auch beruflich verbunden. Nach dem Abitur hat er bei Heraeus eine Ausbildung zum Industriekaufmann gemacht und sich berufsbegleitend weitergebildet. Nach Stationen im Vertriebsinnendienst gehört heute das Kundenbeziehungsmanagement zu seinen Aufgaben. Hat ein Heraeus-Mitarbeiter aus China oder Amerika Probleme mit einer bestimmten Software, ruft er Jens Böhringer an.

Den Vorstand der CDU kannte Böhringer schon lange bevor er als OB-Kandidat in dessen Blickfeld rückte. „Als Mitglied des Ortsbeirates war ich kraft meines Amtes als Vorsitzender der CDU Steinheim bei den Vorstandssitzungen dabei.“ Bei der Kommunalwahl 2016 wurde der sympathische Steinheimer direkt in die Stadtverordnetenversammlung gewählt. In die habe er den Spaß aus dem Ortsbeirat einfach mitgenommen. Anfang 2020 fanden erste Gespräche zur OB-Kandidatur statt. „Meine Frau weiß, dass ich dafür brenne. Sie hat, wie gute Freunde auch, gesagt: mach’s!“

Unterwegs am Mainufer: OB-Kandidat Jens Böhringer im Gespräch mit Redakteurin Yvonne Backhaus-Arnold.

Und so findet sich das Konterfei des 35-Jährigen seit einigen Wochen im ganzen Stadtgebiet. Der Wahlkampf sei eine Herausforderung, gesteht der Kandidat, zumal er bisher bewusst darauf verzichtet, sich in Sozialen Medien zu zeigen. Davon musste er jetzt abrücken, denn viel passiert aktuell in Facebook und Instagram, weil der klassische Wahlkampf wegen Corona unmöglich ist. „Schade“, sagt Böhringer dazu, „ich wäre lieber bei Fastnachtssitzungen gewesen.“ Warum? „Weil ich das persönliche Gespräch viel mehr schätze und denke, dass hier meine Stärke liegt.“ Je nachdem, wie sich die Inzidenz-Zahlen entwickeln, sollen die Wahlkampfstände vielleicht im März aufgebaut werden.

„Stehe auch für ein Hauptamt zur Verfügung“

„Ei Gude“, ruft Böhringer einem Jogger zu, der ihn gerade an der roten Mauer passiert. Mehrmals pro Woche ist auch er hier unterwegs. Wenn er nicht läuft, geht er für sein Leben gern bouldern. Und er spielt Fußball, aktuell im Mittelfeld der Germania.

Als Mitglied im Alpenverein hat der Steinheimer erst kürzlich die Hand gehoben, als neue Wanderführer gesucht wurden. Demnächst übernimmt der 35-Jährige seine ersten eigenen Touren: im Mai durch die Rhön, Anfang September durch den Isarwinkel.

Die Oberbürgermeisterwahl nimmt er sportlich, weiß, dass Amtsinhaber Claus Kaminsky der Favorit ist am 14. März. Dennoch: Jens Böhringer würde gern in die Stichwahl kommen. „Je nach Ausgang der Kommunalwahl stehe ich danach auch für ein Hauptamt zur Verfügung.“ (Von Yvonne Backhaus-Arnold)

Hier geht es zu den Porträts von Jochen Dohn (Die Linke), Meysam Ehtemai (AfD) und Claus Kaminsky (SPD) und Dr. Gerhard Stehlik (parteilos) , Anja Zeller (Grüne) und Sven Zinserling (parteilos)

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