Besuche nach Terminvereinbarung

Mit „Love to Hanau“ aus der Winterpause: Arp Galerie zeigt Werke von Mike Kuhlmann

Marion Sulzmann mit Mike Kuhlmann vor dem einzigen unverkäuflichen Werk der Ausstellung „Love to Hanau“: Der Dalai kam, sah und lächelte.
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Marion Sulzmann mit Mike Kuhlmann vor dem einzigen unverkäuflichen Werk der Ausstellung „Love to Hanau“: Der Dalai kam, sah und lächelte.

Der Dalai Lama lächelt auch in der Pandemie gelassen, in Karl Marx Augen blitzt es ironisch, Pablo Picassos Blick wirkt versonnen und Winston Churchill hat die Welt kritisch im festen Blick. Plakativ und symbolhaft haben sie sich in der Hanauer Arp Galerie versammelt, einige ganz unterschiedliche Größen der Geschichte aus der Werkreihe „Vorbilder“ des Frankfurter Künstlers Mike Kuhlmann, während weiter hinten aus einer anderen Serie ein Deutsches Markstück ein großformatiges Gemälde ausfüllt – werthaltig, ein Zeichen für Solidität und Zuverlässigkeit.

Hanau – Gleich daneben erfreut sich der temperamentvolle Priester „Don Camillo“ aus der bekannten Kult-Filmreihe an einer großen Portion Pasta. Und zwischen all diesen bekannten Köpfen „pochen“ in sinnlichen Farben einige prominent platzierte Herzen aus dem beständigen Zyklus „Liebesbilder“ des Künstlers um die Aufmerksamkeit des Betrachters, der aktuell nur mit Termin die Galerie-Räume betreten darf.

„Nun sind wir zurück aus der Winterpause und wollten eigentlich einen tollen Start hinlegen für die erste Ausstellung "Love to Hanau" in 2021 mit Mike Kuhlmann. Natürlich hatten wir dabei auch mal wieder ein wenig von Livemusik, Gästen, eisgekühltem Wein und einer Laudatio geträumt, also einer echten Vernissage für alle Sinne“, sagt Galeristin Marion Sulzmann. Doch diese Wunschvorstellung blieb, wie zu erwarten, nur eine Erinnerung an Zeiten vor Corona. Wie auch die Hoffnung auf geöffnete Galerietüren in den kommenden Wochen, durch die Interessierte spontan und gemäß der inzwischen bekannten Besucherregeln – Abstand, Hygiene, Atemschutz – eintreten können.

Für alle, die Mike Kuhlmanns Arbeiten in der Arp Galerie in der Nordstraße am Freiheitsplatz live sehen wollen, heißt es jetzt erstmal „by appointment“ – nach Verabredung. Denn die neuen Corona-Bestimmungen erlauben es unter anderem dem Einzelhandel, Galerien und Museen mit umfassendem Hygienekonzept und nach Terminvereinbarung zu öffnen.

Weitere Infos

Mike Kuhlmann - „Love to Hanau“ - ARP Galerie - Marion Sulzmann - Nordstraße 8 - 63450 Hanau - 0172/6844798 - Galeriebesuch mit individueller Terminvereinbarung möglich.

„Natürlich bespielen wir die Ausstellung zusätzlich wie bereits vergangene Expositionen in allen sozialen Medien von Instagram über Facebook bis Twitter. Wir bieten in unseren Videos immer wieder virtuelle Führungen durch die Ausstellung und rücken bestimmte Werke oder Aspekte in den Fokus“, erläutert Sulzmann. Außerdem habe die Galerie generell ein gutes Netzwerk von Künstlern, die sich gegenseitig unterstützen und die Kunst zum Beispiel mit digitalen Projekten und Ideen lebendig halten. „Wichtig ist für uns, dass wir als Galerie für unsere Künstler, treuen Galeriebesucher und Kunden sichtbar bleiben und nicht im Stillstand verharren“, meint die Galeristin, die selber künstlerisch unter dem Namen „Mari Arp“ tätig ist. Grundsätzlich habe man manche Ausstellungstermine seit Beginn der Pandemie etwas verschoben, aber nichts absagen müssen. Spannend wird es hinsichtlich der Optionen für einige kommende Ausstellungen mit internationalen Künstlern. Man hoffe natürlich, dass sich diese umsetzen lassen und die Pandemie dem Vorhaben keinen Strich durch die Rechnung mache.

Nun gehören die weißen Galeriewände für die nächsten Wochen erstmal Mike Kuhlmann – Maler, Aktions- und Kampagnenkünstler, Initiator der „Hab&Gut Creative Directions“ und diverser Plattformen sowie Autor und Herausgeber diverser Schriften und Buchwerke, der in Frankfurt am Main lebt und arbeitet. Kuhlmann, Jahrgang 1965, widmete sich seinerzeit nach einer Ausbildung zum Grafiker und Illustrator dem Aufbau einer Werbe- und Kommunikationsagentur, entwickelte parallel seine eigenständige künstlerische Darstellungsform, die er in verschiedenen seriellen Arbeiten intensivierte. „Ich arbeite gerne mit einfachen Motiven, wie zum Beispiel dem Herzen als Ikone der Liebe oder dem von mir geschaffenen Markenbild eines universellen Kinderkopfes, als Symbol des Teilens – auch eine Form der Liebe“, erzählt der Künstler. So hat auch die Auswahl der Arbeiten aus den letzten 20 Jahren, die er in seiner Ausstellung „Love to Hanau“ der Stadt widmet, auf den ersten Blick etwas Plakatives, Offensichtliches, aber berührt beziehungsweise konfrontiert den Betrachter in ihrer Synthese zwischen Realität und Symbolik, mit einer Botschaft, einem Konzept im Hintergrund – ergänzt um kleine, manchmal ironische „Side-Kicks“ und Details. „Zum Konzept der Kampagnenkunst zählt neben den Bildern auch die Aktion“, sagt Kuhlmann. Nach der verheerenden Tsunami-Katastrophe im Indischen Ozean 2004 beispielweise sorgte der Frankfurter Künstler gemeinsam mit Unterstützern für den Bau von Schulen und entwickelte aus einer weiteren Serie mit dem Namen „propheten“ die wohl weltweit erste Marke des Teilens, die unter dem Kunstbegriff „Sharety“ das Teilen propagiert und praktiziert, um ausgesuchte soziale Projekte zu unterstützen. Mike Kuhlmann ist unter anderem auch Initiator des Kinderhilfeprojekts „Das längste Kinderbild der Welt“ und war der einzige deutsche Künstler, dessen Arbeiten im türkischen Parlament in Ankara ausgestellt wurden. Dem Dalai Lama, mit dem ihn seit dessen Besuch in Frankfurt 2009 eine Freundschaft verbindet, widmete er mehrere Bilder, unter anderem das übermanngroße Werk „Veni. Vidi: Ridi“ (Ich kam, sah und lächelte). Das unverkäufliche Bild ist auch in Hanau zu sehen und spiegelt einen der Leitsprüche des großen buddhistischen Mönches: „Dies ist meine einfache Religion. Sie braucht keine Tempel, keine komplizierte Philosophie. Unser Gehirn und unser Herz sind unser Tempel. Die Philosophie ist Freundlichkeit“. So stehen Liebe, Freundschaft, Vorbilder sowie kleine und große „propheten“ im Fokus von Mike Kuhlmanns Ausstellung „Love to Hanau“, die mit künstlerischer Leichtigkeit ein achtsames Miteinander propagiert – die Basis eines wertschätzenden gesellschaftlichen Zusammenlebens. (Von Andrea Pauly)

Der temperamentvolle Priester „Don Camillo“ zeigt sich den weltlichen Genüssen zugetan.

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