Tanzen als Zeichen der Hoffnung

Jerusalema Challenge: Auch das Vinzenz Krankenhaus macht mit

Im neu eingerichteten Operationssaal tanzt das OP-Team des Hanauer St. Vinzenz Krankenhaus zum Song „Jerusalema“. Das Video ist auf YouTube und Facebook zu finden.
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Im neu eingerichteten Operationssaal tanzt das OP-Team des Hanauer St. Vinzenz Krankenhaus zum Song „Jerusalema“. Das Video ist auf YouTube und Facebook zu finden.

Zu dem Hit „Jerusalema“ tanzt derzeit die halbe Welt – das St. Vinzenz-Krankenhaus Hanau ist nun auch dabei. Vergangenen Sonntag wurde das Video in den Sozialen Medien veröffentlicht und bis zum Abend schon 28 000-fach aufgerufen, rund 800-mal geteilt und ebenso häufig bei Facebook geliked, heißt es in einer Mitteilung des Krankenhauses.

Hanau – Der Song „Jerusalema“ beschreibt einen Ort, an dem man Frieden findet, an dem es keine Sorgen, sondern Glück und fröhliche Menschen gibt. „Jerusalema“ hat schon viele Menschen in der Corona-Krise zur „Jerusalema Challenge“ inspiriert. Krankenhausmitarbeiter, Mönche, Soldaten, Schulklassen – alle tanzen gemeinsam und auf Abstand.

„Gerade aufgrund der aktuellen Belastungen und Sorgen möchte unser Team den eigenen Kollegen, Patienten und Freunden des „Vinzi“ zum Jahresende einen unbeschwerten Moment der Freude schenken“, so Geschäftsführer Michael Sammet. „Die Stadt Hanau und das St. Vinzenz-Krankenhaus sind von der Corona-Pandemie besonders stark betroffen, und gerade deshalb möchten wir ein Zeichen der Hoffnung, Zuversicht und des Zusammenhaltes setzen.“

Mitarbeiter aus allen Bereichen beteiligt

Initiiert und organisiert wurde der Videodreh aus der eigenen Mitarbeiterschaft heraus. Kaja Hartel aus dem Zentralen Patienten- und Belegungsmanagement bewarb die Idee in allen Abteilungen und fand schnell Unterstützung, besonders bei der Pflegedirektorin Jutta Berg und der Referentin der Geschäftsführung Melanie Scharlemann. Der Ehemann von Scharlemann, Olaf Scharlemann – selbst als Zauberer und Bauchredner von der Pandemie betroffen – übernahm spontan die Regie, Kameraführung und den Schnitt der Videos.

Beteiligt haben sich Mitarbeiter aus allen Bereichen und Berufsgruppen – Küche, Serviceteam, Reinigung, Stationspersonal, Sekretariate, Funktionsbereiche, Verwaltung, Intensivstation, Notaufnahme, Patientenaufnahme und weitere. Alle seien mit Freude dabei gewesen, heißt es in der Mitteilung.

Neue OP-Säle dienten als Drehort

„Kaja Hartels Idee für die Abschluss-Szene, bei der die Mitarbeiter sich zum Tanz in Herzform aufstellen und Wunderkerzen in den Händen tragen, wurde morgens im Halbdunkeln bei strömendem Regen aufgezeichnet“, berichtet Melanie Scharlemann, „die Wunderkerzen waren schon feucht und kaum noch anzuzünden, wir alle waren durchnässt, aber wir haben uns nicht unterkriegen lassen“. Motivation war die Freude der Mitarbeiter am Dreh, schon nach dem ersten Dreh brachte es eine Kollegin zum Ausdruck: „Ich hatte den ganzen Tag ein Lächeln im Gesicht, und das ist lange nicht mehr vorgekommen“.

Im Video sieht man auch die neuen Operationssäle des Krankenhauses, die in Kürze bezogen werden. „Es war für uns eigentlich sehr ärgerlich, dass es auch hier aufgrund der Corona-Pandemie zu Verzögerungen bei der Ausstattung gekommen ist und wir unseren neuen OP-Bereich mit Glaswänden und Ambiente-Beleuchtung noch nicht in Betrieb nehmen können“, so die Pflegedirektorin Jutta Berg. „Für den Dreh waren wir aber froh, dass sich noch keine OP-Tische in den Sälen befinden. So konnten unsere Intensivfachkräfte dort tanzen – diese Aufnahmen sind wirklich beeindruckend geworden“.

Es wurde wenige Minuten geübt, dann lief die Kamera mit

Jutta Berg ist auch Initiatorin des neuen Slogans „Jeden Augenblick an Eurer Seite“, der im Video zu sehen ist und für den alle Mitarbeiter des Hauses einstehen. „Eigentlich ist es eine moderne Übersetzung unseres Leitbildes ‘Liebe sei Tat’. Die Idee entstand während der Corona-Pandemie, da wir alle Maske tragen müssen und dies doch viele Emotionen des Gegenübers verdeckt – wir wollten den Fokus daher auf die Augen richten und zum Ausdruck bringen, dass die Patienten auch in der aktuellen Zeit darauf vertrauen dürfen, dass wir mit Herz an ihrer Seite sind.“ Aufgrund der knappen Zeit des Personals gingen die Proben und Aufnahmen bei den Drehs direkt ineinander über – es wurde wenige Minuten geübt und schon lief die Kamera mit.

Von jedem der Drehtermine wurde eine „Langversion“ für die Mitarbeiter und ihre Familien erstellt, dann wurden die besten Szenen aus acht Drehs und circa 100 Kameraszenen zu dem nun veröffentlichten Gesamtvideo zusammengeführt. Mit der Veröffentlichung kehrt die Freude, die das St. Vinzenz-Krankenhaus mit dem Tanz schenken möchte, wieder zu den Mitarbeitern zurück. Ein Auszug aus den Kommentaren bei Facebook: „Da geht einem das Herz auf in dieser verrückten Zeit“, „Ich lag, als das Video aufgenommen wurde, auf der Wochenbettstation, und wurde trotz der schwierigen Zeit liebevoll betreut. Als das Lied im Flur lief, musste auch ich im Zimmer lächeln“, „Vielen Menschen, die krank sind, macht das wieder Hoffnung“, „Danke, dass ihr immer für uns da seid“.  kb

Weitere Infos

Das Video zur Jerusalema-Challenge findet sich auf der Facebook-Seite des Vinzenz-Krankenhauses Hanau und im Youtube-Kanal der Vinzenz-Gruppe-Fulda.

» youtu.be/gr1JxvdEblE

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