Castingshow

„The Voice of Germany“: Sänger aus Hanau steht auf der großen Bühne

Marvin Scondo aus Hanau steht auf der großen Bühne. Der Singer-Songwriter tritt bei der Castingshow „The Voice of Germany“ auf.

  • Die Castingshow „The Voice of Germany“ startet in die zehnte Staffel.
  • Ein Sänger aus Hanau steht auf TV-Bühne.
  • Marvin Scondo möchte die prominent besetzte Jury überzeugen.

Berlin/Hanau – Am Sonntagabend (9.10.2020) ab 20.15 Uhr fiebert wohl die gesamte Musikszene aus Hanau mit: Marvin Scondo, Singer-Songwriter und „Hanauer Bub“, hat seinen ersten großen TV-Auftritt vor einem Millionen-Publikum – bei „The Voice of Germany“, der angesagten TV-Gesangs-Castingshow auf ProSieben und Sat.1. Diese ist am vergangenen Donnerstag in die Jubiläumsstaffel gegangen, die zehnte seit Beginn der Reihe nach einer Idee von John de Mol im Jahr 2011.

„The Voice of Germany“: Musiker aus Hanau will Jury beeindrucken

Wird der „Buzzer“ bei Marvin tröten? Wird sich einer (oder alle?) der Coaches, also Mark Foster, Yvonne Catterfeld und Stefanie Kloß von „Silbermond“ auf dem ersten Frauen-Doppelstuhl überhaupt, oder Rea und Samu, nach dem smarten Hanauer umdrehen und ihn ins Team holen? Die Spannung ist groß, denn das Ganze ist immer eine Live-Show für die TV-Zuschauer und nennt sich „Blind Auditions“.

Marvin Scondo wird morgen um die Gunst der Juroren bei „The Voice of Germany“ buhlen.

Auch wenn der Auftritt vorher im Studio aufgezeichnet wird: Es kommt auf jedes Detail in Stimme und Ausdruck an. Natürlich herrscht eine gewisse Verschwiegenheit bis zur jeweiligen Ausstrahlung. Wir haben dennoch gestern mit dem Künstler per Video-Chat gesprochen, kurz vor seiner Rückfahrt mit dem ICE von Berlin nach Hanau.

Herr Scondo, wie empfanden Sie die Atmosphäre im Studio, mit all den anderen Musikern?

Prickelnd (lacht). Das ist schon ein irres Erlebnis, mit all den Musiker-Kolleginnen und Kollegen. Das ging schon im März los, mit den ersten Castings. Man muss erst ein paarmal vorsingen, bevor man überhaupt in die Blind Auditions kommen darf. Von rund 7000 Leuten am Anfang haben es rund 80 geschafft. Auch das gesamte Team ist supernett, sehr familiär und angenehm. Das sind einfach tolle Leute. Die Musiker waren alle entspannt, geduldig, wir haben ganz viel gelacht. Es sind super talentierte Künstler darunter, wir haben uns untereinander teilweise richtig gut verstanden. Ich gehe mit einem super Gefühl in die Show, weil ich ja auch oft live spiele. Wenn es denn Corona überhaupt zulässt, in diesem Jahr. Und ich hoffe einfach, den Song richtig gut zu performen und sowohl bei der Jury als auch beim Publikum gut anzukommen und zu landen.

Musiker aus Hanau bei „The Voice of Germany“: Song ist noch geheim

Welchen Song spielen Sie am Sonntag?

Das darf ich noch nicht verraten.

Am Donnerstag lief ja die Premiere der Jubiläumsstaffel über den Bildschirm. Wer hat Sie da besonders beeindruckt?

Mit Mika habe ich mich sehr gut verstanden, auch vorher schon während der Castings in Stuttgart. Wir waren in derselben kleinen Dreiergruppe zum Vorsingen. Wenn man es dann durch die ganzen Vorausscheidungen bis zur Sendung schafft: das ist schon wirklich toll. Und Noah, der eigentlich stottert, aber wenn er singt und seine Gitarre spielt, völlig flüssig und absolut intensiv rüberkommt, hat mich echt angerührt. Wir haben auch zusammen Gitarre gespielt. Das ist ein wahnsinnig sympathischer Typ.

Sie sind ja nicht unbedingt ein „Mainstream-Musiker“, also aus der Hip-Hop- oder Dance-Kultur. Wie kamen Sie zu Ihrer Musik, die stark auch von Folk-Elementen geprägt ist?

Ja, so ähnlich wie Ed Sheeran oder James Blunt und Milow, die ich hin und wieder im Radio höre. Meine Musik orientiert sich eigentlich immer so ein bisschen an den Sechzigern, Siebzigern, oder sogar den 50ern. Musiker aus dieser Zeit wie Otis Redding, Marvin Gaye, B.B.King und andere Blues und Soul-Legenden inspirieren mich am meisten, Songs zu schreiben. Da entdecke ich auch heute noch immer wieder Neues, wo ich sage: Wow, das ist toll. Ich habe schon als Kind Musik gemacht und bin auch etwas geprägt durch meinen Vater Steve Scondo, der ein absoluter Musiker durch und durch ist. Von ihm habe ich unheimlich viel gelernt und durfte schon früh in seiner Band mitspielen. Heute ist es so, dass ich meine eigene Band habe. Wir werden uns am Sonntagabend auch die Show gemeinsam anschauen. Wir haben eine kleine private Gartenfeier geplant; mit viel Abstand.

„The Voice of Germany“: Musiker aus Hanau seit Corona ohne Auftritte

Wie gehen Sie mit der Corona-Situation um? Hat es Sie arg gebeutelt?

Das kann man so sagen, aber hallo! Wir haben als Künstler ja quasi Auftrittsverbot, also mit eigenen Gigs und so. Die verunsicherten Veranstalter können keine Konzerte organisieren, jedenfalls keine, bei denen auch finanziell was rumkommt. Man kann den ganzen Tag in irgendwelchen Thermen oder im Fitnessstudio abhängen, mit vielen Leuten und ohne Maske und Abstand, aber keine richtigen Kulturveranstaltungen besuchen – das ist irgendwie traurig. Und die Leute streamen unsere Musik wie wild. Sie können eine gute Zeit haben, aber wir verdienen an den digitalen Medien so gut wie nichts, nur die Provider. Das war ein Schock, Corona. Und ich kann heute nicht sagen, ob sich die Musik generell davon erholen wird.

Das ist Marvin Scondo

Marvin Scondo ist in Hanau geboren und aufgewachsen, unter anderem an die Karl-Rehbein-Schule gegangen und lebt auch in Hanau. Seine ersten Erfahrungen in der Band seines Vaters machte er mit 15 Jahren, bald darauf begann er auch eigene Songs zu schreiben und kleine Konzerte mit seiner Gitarre zu geben. Meilensteine waren Auftritte im Rahmen seine Amerika-Tour in Bristol/Tennessy und San José/Californien, aber auch lokale Events im Rahmen von „Hanau rocks on tolerance“ oder bei der „Hanauer Musikernacht“ im Wilhelmsbader Schlosspark. Mittlerweile hat der Anfang Dreißigjährige über 1000 größere und kleinere Konzerte in Deutschland, Europa, Indien sowie den USA gespielt und an sieben Alben mitgewirkt; teilweise mit seiner Band.

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