Stadt hilft aus 

Wildschweine verwüsten Sportplatz: Bespielbarkeit des Platzes unklar 

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DJK-Vorsitzender Karl-Hein Braun ist bedient: Gut ein Drittel des Fußballfeldes am Rabenstein wurde von der Wildschweinrotte umgegraben. Noch ist nicht klar, ob hier am Sonntag gespielt werden kann.

Wildschweine haben den Sportplatz der DJK Eintracht Steinheim verwüstet - der Spielbetrieb war gefährdet. Doch der Platz konnte dank der Stadt Hanau wieder hergerichtet werden. 

Update vom Mittwoch, 06.11.2019, 18.43 Uhr: Nachdem eine Wildschwein-Rotte den Sportplatz der DJK Eintracht Steinheim verwüstet, gibt es jetzt positive Neuigkeiten. Mit zwölf Mann war der städtische Eigenbetrieb Hanau Infrastruktur Service (HIS) noch am Mittwoch zum Sportplatz am Rabenstein ausgerückt, um das Spielfeld wieder instand zu setzen. 

„Das ist wirklich super, dass die Stadt so schnell reagiert hat", freut sich Karl-Heinz Braun, Vorsitzender der DJK Eintracht Steinheim. Ob die beiden DJK-Heimspiele am kommenden Sonntag auf dem Sportplatz stattfinden, sei aber noch nicht geklärt. Das müsse noch besprochen werden.

Hanau: Nach Wildschwein-Attacke bei DJK Eintracht Steinheim - Spiele gefährdet

Erstmeldung vom Mittwoch, 06.11.2019: Steinheim - Wohl mehr als ein Drittel des 6 500 Quadratmeter großen Sportplatzes am Rabenstein sind umgewühlt, musste DJK-Vorsitzender Karl-Heinz Braun gestern entsetzt bilanzieren. „Unsere beiden Aktiven-Mannschaften haben am kommenden Sonntag Heimrecht. Ich weiß nicht, ob wir die Spiele gegen den SV 1930 Langenselbold und den KSV Langebergheim II hier am Rabenstein austragen können“, ist Braun von der neuerlichen Attacke der Wildschweinrotte „bedient“.

Wahrscheinlich in der Nacht zum Montag haben die Schwarzkittel zugeschlagen. Offenbar nutzten sie eine Schwachstelle im Zaun, um auf den Rasenplatz zu gelangen. Der grüne Maschendrahtzaun selbst ist von der DJK bereits an einigen Stellen mit Bauzaunfeldern und weiteren im Waldboden verankerten Drahtvorrichtungen verstärkt. Doch das reichte offenbar nicht aus. Eine Schwachstelle im Zaun finden die hungrigen Wildschweine auf ihrer Suche nach Nahrung wie Insektenlarven, Maikäfer-Engerlinge, Würmer oder aber Eicheln wohl immer.

Letztmals 2015 und laut Braun „vor rund 15 Jahren“ das erste Mal wurde der Sportplatz am Rabenstein „Opfer“ einer Wildschweinattacke. Vor gut vier Jahren war der Schaden dem ersten Anschein nach sogar noch größer. Fast der komplette Platz sei damals aufgewühlt worden, erinnert sich der DJK-Vorsitzende.

Hanau: Wiederholter Besuch von Wildschweinen

„Vor der Attacke hatten wir hier einen der besten Rasenplätze in Hanau. Das hat uns auch der städtische Bedienstete, der den Platz mäht, bestätigt“, sagt Braun. Erst im vergangenen Sommer habe man mit viel ehrenamtlichen Einsatz den Sportplatz frisch eingesät und mit Sprinklern gewässert, erläutert Braun. Auch im Bereich des Spielplatzes bis hin zu den überdachten Boulebahnen, die im Herbst und Winter genutzt werden, waren die Wildschweine offenbar aktiv und wühlten den Boden auf.

Mit Bauzäunen ist der Zaun am DJK-Sportplatz an einigen Stellen bereits verstärkt. Doch auch das nützte nichts.

„Wir wollen den Zaun zur Waldseite hin mit Bauzaunfeldern verstärken. Das kostet wahrscheinlich an die 3 000 Euro – ein Betrag, den wir nicht gerade mal so aus der Portokasse zahlen. Wir bleiben wohl auf den Kosten sitzen,“ befürchtet Braun. Ein tatsächlich wildschweinsicherer Zaun zur Sicherung des Sportgelände würde wohl bis zu 50000 Euro kosten, schätzt der DJK-Vorsitzende.

Hanau: Viel Arbeit für Spieler von DJK Steinheim

Aber zunächst wartet auf die DJK’ler viel Arbeit, um den Fußballplatz wieder spielfähig zu machen. Jede von der Rotte umgewühlte Grasscholle muss nun mühsam wie in einem Flickenteppich wieder eingesetzt und festgetreten werden.

Bejagt werden dürften Wildschweine auf dem DJK-Platz übrigens nicht, selbst wenn man sie dort „auf frischer Tat“ ertappen würde. „Der DJK-Sportplatz ist umzäunt und somit befriedetes Gelände. Dort dürften wir überhaupt nicht jagen“, erläutert der Klein-Steinheimer Jagdpächter Daniel Peter die Rechtslage.

Aber natürlich dürfen die Schwarzkittel in den Wäldern geschossen werden, was seit Beginn der Jagdsaison am 1. April auch bereits geschehen sei. In beiden Steinheimer Revieren seien in diesem Jahr bereits rund 50 Wildschweine erlegt worden, erklärt Peter.

VON HOLGER HACKENDAHL

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